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MANÖVER
Gaffelsegel setzen
In der Ausgangslage liegt die Gaffel auf dem Baum auf, die Segel sind mit den Zeisingen zusammengebunden.
Arbeitsgänge:
- alle Zeisinge los
- der Baum muß aus dem Baumlager (Querbalken, stützt den Baum ab) gehoben werden, dazu zum Anheben
der Gaffelpiek etwas das Piekfall holen (an Stb), außerdem zum Anheben der Baumnock die beiden Dirken an
Stb und Bb holen. Es genügt auch, nur eine Dirk zu holen, dann aber die spätere Luvdirk. Vorher
muß dazu die Schot gefiert werden, sonst hält sie den Baum nach unten.
- Piekfall und Klaufall holen: Klaufall zieht die Klau (mastseitiges Ende der Gaffel) nach oben, Piekfall zieht
das hintere Ende der Gaffel nach oben. Für das Piekfall und das Klaufall werden je 3-4 Mann gebraucht.
Während Piek- und Klaufall geholt werden, muß die Schot lose sein, sonst wird durch den Winddruck das
Setzen des Segels erheblich erschwert.
- die Gaffelgei wird beim Setzen des Großsegels nicht benötigt, mit der Schoner-Gaffelgei wird die
Schonergaffel an den Brassen vorbei geführt. Beide Fallen werden gleichmäßig geholt, die Gaffel
soll immer etwa waagerecht stehen
- wenn das Klaufall durchgeholt ist (man denkt, es geht nicht weiter), wird "eingefallen": mit dem
ganzen Körpergewicht quer zur Richtung der Leine ziehen und die gewonnene Lose nach unten zum Belegnagel
geben, dies mehrmals wiederholen, dann belegen
- das Klaufall wird so lange geholt, bis die Gaffelklau sich im Bereich des Blechschutzes oben am Mast befindet.
Falls das Segel gerefft ist, geht das natürlich nicht. Etwa 2m oberhalb vom Deck befindet sich ein Holzring
um den Mast, der Klauteller. Auf diesem Klauteller darf die Baumklau nie aufliegen, bei großem
Winddruck könnte sie verkanten und brechen.
- Piekfall ebenso dicht holen
- die Schot dichter holen oder fieren, je nach gewähltem Kurs
- Bulle auf der Leeseite nach vorne führen und belegen, (also auf der Seite, auf die der Wind das Segel
drückt)
- Leedirk muß meist etwas gefiert werden, damit das Segel nicht an der Dirk scheuert
- Gaffelgei nach Luv holen und belegen, nicht dicht holen
Grundsätzlich sollten alle Segel so hoch wie möglich gesetzt werden, weil die Windgeschwindigkeit mit der
Höhe über dem Wasser zunimmt. Segelfläche im Bereich der Mastspitze bringt also mehr Vortrieb als
Segelfläche knapp über dem Deck.
Besan
Der Besan hat eine Besonderheit: der Besanbaum hat kein Baumlager. Wenn der Besan nicht gesetzt ist, hängt der
Baum (mit der daraufliegenden Gaffel) an den Dirken.
Um den Besan zu setzen, ist also folgendermaßen vorzugehen:
- beide Dirken und das Piekfall fieren, bis sich das Segel in Arbeitshöhe befindet.
- Schot holen; besonders bei stärkerem Seegang ist es wichtig, daß der Baum nicht hin und her
schlägt
- Zeisinge los
- Piek- und Klaufall holen
Jetzt geht es weiter wie beim Großsegel
Backstag
Besanmast wird zusätzlich durch zwei Backstage schräg nach hinten gesichert, um die Belastung des Mastes
durch Winddruck nach vorne abzufangen. Das Backstag auf der Luvseite muß deshalb immer sehr dicht geholt
werden, und das Lee-Backstag wird gefiert und etwa 3m nach vorne versetzt, weil es sonst die Bewegungen des
Besan-Baumes behindern würde, der ja immer nach Lee gedrückt wird.
Für jedes Backstag gibt es also 2 Befestigungspunkte. Die Backstage brauchen bei schwachem Wind nicht benutzt
werden, sie können dann an den beiden vorderen Befestigungspunkten belegt bleiben. In der Zeichnung der
Takelage sind die Backstage übrigens nicht eingetragen.
Gaffelsegel weg nehmen
- der Rudergänger wird anluven, d.h. das Schiff so drehen, daß der Wind fast von vorne kommt und
somit weniger Druck auf das Segel ausübt und der Baum mittschiffs kommen kann
- Bulle loswerfen und Schot dicht holen
- Zeisinge zwischen Baum und Segel durchstecken, alle Augen auf der gleichen Seite
- gleichzeitig beide Dirken und das Piekfall etwas fieren
- den Baum in das Baumlager legen
- Schot dicht holen und belegen
- Klau- und Piekfall fieren
- während das Segel langsam herunterkommt, wird es sauber auf dem Baum zusammengelegt und dabei
kräftig nach hinten gezogen!!
- mit Zeisingen wird das Segel um die Gaffel festgebunden (nicht um den Baum!)
Bei viel Wind ist es oft nötig, das Segel erst ganz wegzufieren und dann den Baum ins Lager zu setzen.
Klüver setzen (Außenklüver, Innenklüver)
- Zeisinge los machen, dazu muß man in das Netz unter dem Klüverbaum klettern, nur mit
Sicherheitsgurt!
- Niederholer los machen
- Schoten (Bb und Stb) los machen
- Fall holen
- Fall und Niederholer belegen - Lee-Schot dicht holen, belegen
- Luv-Schot lose belegen
Fock setzen
- Fockdirk fieren, bis sich der Fockbaum in Arbeitshöhe befindet
- Schoten dicht holen
- Zeisinge los machen
- Niederholer los machen
- Fall holen
- Fall und Niederholer belegen
- mit den Schoten das Segel der Windrichtung entsprechend einstellen
Vorsegel weg nehmen (Außenklüver, Innenklüver, Fock)
- Schot los machen
- Fall fieren und Niederholer holen, belegen
- Segel mit Zeisingen zusammenbinden
Wenn die Fock herunter kommt, bitte darauf achten, daß sie nicht auf die ölige Ankerwinsch (Ankerwinde)
fällt! Nachdem die Fock mit den Zeisingen ordentlich zusammengebunden ist, sollte der Baum mit den beiden
Dirken soweit angehoben werden, daß man darunter durchgehen kann. Danach Schoten dicht holen.
Marssegel setzen
- Gordinge fieren (das sind 3 bzw. 4 einzelne Taue, die zusammen belegt sind)
- Geitaue fieren und Schoten holen, das muß gleichzeitig geschehen, weil beide an der gleichen Stelle
des Segels (am Schothorn) angreifen. Die Schoten ziehen diese Ecke nach unten, die Geitaue nach oben. Deswegen
müssen beim Setzen des Segels zuerst die Schoten dicht geholt und belegt werden; anschließend werden
die Geitaue lose belegt.
- Gordinge lose belegen
Marssegel weg nehmen
- Schoten fieren
- Geitaue dicht holen und belegen
- Gordinge zuerst zusammen holen, soweit es möglich ist, dann einzeln dicht holen und belegen
- Schoten belegen
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