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  Wacheinteilung
 

Die Crew wird in drei Wachen (Gruppen) eingeteilt, die jeweils zu bestimmten Zeiten an Deck sind, um alle anfallenden Arbeiten zu erledigen. Eine Wache besteht aus 6 bis 8 Personen. Unter "Wache" versteht man einerseits die Gruppe, die gerade Dienst hat, und andererseits auch die Zeit, während der der Dienst stattfindet.

Normalerweise wird eine Wache jeweils gemeinsam eine Kajüte beziehen, also Vorschiff, Backbord- oder Steuerbordkajüte.

Es gibt verschiedene Wachsysteme, z.B.:

  • feste Wacheinteilung
  • rotierende Wache, Wechsel täglich
  • rotierende Wache, Wechsel nach Anweisung des Kapitäns, meist Montags und Mittwochs

Welches Wachsystem verwendet wird, entscheidet der Kapitän zu Beginn der Reise.

Beispiel für die feste Wacheinteilung:

  • A-Wache: 0000 - 0400 und 1200 - 1600
  • B-Wache: 0400 - 0800 und 1600 - 2000
  • C-Wache: 0800 - 1200 und 2000 - 2400

Beispiel für rotierendes Wachsystem, Wechsel täglich: (dieses System wird auf Albatros oft verwendet)

  mit morgendlichem Wechsel:   mit abendlichem Wechsel
(passt besser zu den Essenzeiten):
Sa 1200-1600 A-Wache Sa 1200-1600 A-Wache
  1600-2000 B-Wache   1600-1800 B-Wache
  2000-2400 C-Wache   1800-2000 C-Wache
So 0000-0400 A   2000-2400 A
  0400-0800 B So 0000-0400 B
  0800-1000 C   0400-0800 C
  1000-1200 A   0800-1200 A
  1200-1600 B   1200-1600 B
  1600-2000 C   1600-1800 C
  2000-2400 usw.   1800-2000 usw.

Jeweils 20 Minuten vor Wachwechsel wird die neue Wache geweckt, auch tagsüber; dabei den Steuermann nicht vergessen!

Wachwechsel z.B. um 0400 Uhr bedeutet, die alte Wache kann um diese Zeit abtreten. Vorher muß also die Ablösung von Rudergänger und Ausguck erfolgen:

  • der Ausguck muß sich einweisen lassen: worauf ist zu achten, was wurde bereits gemeldet;
  • der Rudergänger läßt sich nicht nur den Kurs sondern auch weitere Informationen geben: wie steuert das Schiff, ist es luvgierig, ist mit Böen zu rechnen etc.

Die ablösende Wache sollte 5 bis 10 min bevor die alte Wache abtritt, schon an Deck zu sein. Einerseits bleibt so Zeit für die oben erwähnte Übergabe, andererseits benötigt man gerade nachts diese Zeit, um die Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen.
Je nach Alter beträgt liegt die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Auges an die Dunkelheit zwischen 3 und 10 Minuten! Deshalb ist nicht nur das rechtzeitige Erscheinen an Deck in der Nacht wichtig — auch der Gebrauch von Taschenlampen zur Orientierung sollte auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Wenn sich der Einsatz nicht vermeiden läßt: auf jeden Fall die Lichtquelle mit den Fingern abschirmen, und NIE andere Wachmitglieder anleuchten!!!! (die Kollegen sind sonst nicht nur geblendet, sondern auch für mehrere Minuten arbeitsunfähig!)

Die Wache hat folgende ständige Aufgaben:

  • Ruder und Ausguck besetzen
  • Segelstellungen, falls erforderlich, korrigieren
  • kleinere Manöver durchführen (auch eine Wende kann von einer Wache alleine gefahren werden)
  • bei Bedarf an Deck Pflege- und Reinigungsarbeiten durchführen
  • Backschaft

Daneben gibt es noch andere Aufgaben, die von Fall zu Fall erledigt werden müssen. Einige davon sind im Folgenden aufgeführt.

Nach dem Auslaufen z.B. werden bei Seegang und größeren Windstärken die "Leichenfänger" gespannt. Das sind lange schmale Netze, die verhindern sollen, daß bei schwerer See jemand über Bord fällt. Zwischen den Schoner- und Großwanten wird ein Netz gespannt und zwischen den Groß- und Besanwanten ebenfalls. Vor dem Einlaufen werden die Leichenfänger wieder abgenommen, sie würden beim Anlegemanöver hinderlich sein.

Im Hafen ist von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang am vorderen oderen mittleren Want ein weißes Rundumlicht (Ankerlaterne) auf der Wasserseite anzubringen.
 

 

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