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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Segelschein/Tätigkeit an Bord


mariner
10.01.2005, 21:32
Ich habe schon einmal eine Clipper-Fahrt mitgemacht, dabei kam meiner Meinung nach das Segeln selbst etwas zu kurz. Ich würde gerne irgendwo mitfahren wo die meisten Törnmitglieder schon eingeweihte Segler sind. Ich habe im Moment einen amtlichen A-Schein, würde aber gerne auf meiner nächsten Clipper-Fahrt meinen R- (Sportbootführerschein See als Vorbereitung auf BK- und C-Schein) und LRC-Schein (Long Range Communication ab 2008 Pflicht) absolvieren. Ist das möglich? Wenn ja auf welchen Törns, wenn nicht würde man es organisieren können?

mfG
-Robert

S_Frisch
10.01.2005, 23:05
Hallo Robert!
Grundsätzlich betreibt Clipper keine Ausbildung für Yacht-Führerscheine; hat dies sogar in seiner Satzung explizit ausgeschlossen:

"Der Verein betrachtet es nicht als seine Aufgabe Berufsvorbereitung oder die Ausbildung von Yachtseglern zu betreiben;"

Für die Ausbildung und Abnahme von Segelscheinen würde ich dich daher an eine Segelschule, wie die Hanseatischen Yachtschule in Glücksburg verweisen.
Was das LRC betrifft, bisher "Allgemeines Betriebszeugnis für Funker" ist es mir neu, daß es zur Pflicht erhoben wird. Es handelt sich dabei um die Befähigung zum Bedienen von Grenzwellen-, Langwellen und Inmarsat-Funkanlagen, mit denen im Freizeitbereich nur sehr wenige Schiffe ausgerüstet sind. Bei Clipper hat beispielsweise nur die Johann Smidt eine solche Anlage. Warum sollte es dann obligatorisch werden?!? Dann dürfte kann Freizeitfahrzeug mehr zur See fahren....
klingt in meinen Ohren sehr merkwürdig :wink:
Ich hoffe, Dir weitergeholfen zu haben.
mfg
Steffen Frisch

Jan
11.01.2005, 09:42
Hi Steffen,

er hat aber durchaus recht:

Die Funkzeugnisse werden für die Sportschiffahrt in Zukunft eine enorme Bedeutung gewinnen, denn am 1. Januar 2008 tritt der Artikel 2 der Zehnten Verordnung zur Änderung seeverkehrsrechlicher Vorschriften in Kraft. Darin ist folgender Absatz enthalten: "Inhaber eines Sportküstenschifferscheins müssen ihre Befähigung zur Ausübung mobilen Seefunkdienstes mindestens durch das Beschränkt Gültiges Funkbetriebszeugnis (Short Range Certificate/SRC) und Inhaber eines Sportsee- oder Sporthochseeschifferschein mindestens durch das Allgemeine Funkbetriebszeugnis (Long Range Certificate/LRC) nachweisen." Das heiß im Klartext: ab Januar 2008 werden die Funkzeugnisse für die Zulassung zur Prüfung eines SKS- bzw SSS-Scheins zwingend erforderlich sein; und ein Schiffsführer mit einem vor 2008 ausgestellten SKS- bzw. SSS-Schein, der ohne die entsprechenden Seefunkzeugnisse SRC bzw. LRC unterwegs ist, verstößt ab 2008 gegen geltendes Recht!

d:-> Jan

Jan
11.01.2005, 09:55
Übrigens, Robert, soweit mir bekannt ist, sind die Prüfungen zu den DSV-Scheinen (A, R, BK, C) ausgesetzt zugunsten der offiziellen Scheine SBF Binnen und See, Sportküstenschifferschein (SKS), Sportseeschifferschein (SSS) und Sporthochseeschifferschein (SHS). Den amtlichen A-Schein kannst Du beim DSV gegen eine Gebühr gegen den SBF Binnen tauschen lassen.

Viel Erfolg!

d:-> Jan

Christina
11.01.2005, 12:22
Hallo Robert,

Ich habe schon einmal eine Clipper-Fahrt mitgemacht, dabei kam meiner Meinung nach das Segeln selbst etwas zu kurz. Ich würde gerne irgendwo mitfahren wo die meisten Törnmitglieder schon eingeweihte Segler sind.

wenn Du mit dieser Aussage meinst, dass Du auf diesem Törn nicht genug Seemeilen gesammelt hast, dann empfehle ich Dir einen Regatta-Törn (findet dieses Jahr leider nicht statt, da Clipper 2005 nicht an den Tall-Ship-Races teilnimmt) oder eben einen Überführungstörn auf der Johann Smidt. Auf solchen Törns sind zwar auch nicht zwangsläufig überwiegend „eingeweihte Segler“, aber Seemeilen werden auf jeden Fall gemacht!!! ;-)

Liebe Grüße, Christina

P.S. Ich finde es auch sehr bedauerlich, dass es bei Clipper nicht die Möglichkeit gibt Segelscheine (z.B. SBF-See) zu machen. Ich würde es schon toll finden, wenn einzelne Törns angeboten werden könnten, auf denen man Nautischen Unterricht bekommen kann. Beispielsweise nähere Informationen über Navigation... :idea: vielleicht eine Anregung?!?

olpi
11.01.2005, 13:25
P.S. Ich finde es auch sehr bedauerlich, dass es bei Clipper nicht die Möglichkeit gibt Segelscheine (z.B. SBF-See) zu machen. Ich würde es schon toll finden, wenn einzelne Törns angeboten werden könnten, auf denen man Nautischen Unterricht bekommen kann. Beispielsweise nähere Informationen über Navigation... :idea: vielleicht eine Anregung?!?
Naja, so gut wie jeder Kapitän bzw. Steuermann wird sicherlich auf Nachfrage gerne jeden Mitsegler an seinem Kenntnis- und Erfahrungsschatz teilhaben lassen ... man kann von denen wirklich viel lernen! Allerdings kann man das nicht als Unterricht im eigentlichen Sinne bezeichnen ... es gibt keine Nachweise dafür. Nichtsdestotrotz können das sehr wertvolle Praxiserfahrungen sein, die einem bei einer anstehenden Prüfung helfen.

Und bzgl. Segelscheine: Vieleicht ist es ja eine Möglichkeit, die WvB für diesen Zweck einzusetzen ... mindestens in selbst organisierten Schulungsveranstaltungen sollte das auch jetzt schon machbar sein. Es ist vermutlich nur eine Frage der Anzahl der Interessenten, ob Clipper Scheinabnahmen organisieren würde ... also am besten mal gesammelt im Clipper-Büro anfragen ......

Christina
11.01.2005, 15:01
Und bzgl. Segelscheine: Vieleicht ist es ja eine Möglichkeit, die WvB für diesen Zweck einzusetzen ... mindestens in selbst organisierten Schulungsveranstaltungen sollte das auch jetzt schon machbar sein.
Ich habe sogar schon davon gehört, dass es Leute gibt die Ausbildungstörns auf der WvB organisieren möchten. Es ist nur Schade, dass dieses Angebot dann nur einer sehr beschränkten Gruppe überhaupt zur Verfügung steht, weil man ja jemanden kennen muss, der die Lust und die Befähigung hat, so einen Ausbildungstörn anzubieten.

Im Übrigen habe ich in Hinsicht Segelerfahrung, schon viel von den Clipper-Törns und der mitreisenden Stammbesatzung profitiert! ;-)
...aber es gibt noch sooooooo viel interessantes zu lernen!!!

Karsten Lehmann
11.01.2005, 23:28
hi Zusammen,

im prinzip wäre es ja eine nette sache die scheine bei clipper machen zu können, aber das ist denke ich mal rein von der art der ausbildung nicht machbar.
Ich bin momentan dabei meinen SBF- und SKS-Schein zu machen.
Insgesammt sind es 15 Abende a 2 stunden Theorie, was ja theoretisch noch gehen um die ausbildung auf nem Clipper-Törn durchzuführen, praktisch aber wohl an Materialien und ausbildern Scheitern würde denke ich mal.
Das größte Problem stellt aber denke Ich mal die Praxis da, denn es gibt soweit ich weiß eine bestimmte Voraussetzung die ein Schiff / Boot haben muss um als Ausbildungsschiff / Boot zugelassen zu werden und ich denke das trifft auf die Clipperschiffe aufgrund von größe und Besatzung nicht zu da sie ja auch mehr als nur nen SKS erfordern um sie führen zu dürfen.

MFG
Karsten

mariner
16.01.2005, 14:20
Also ab 2008 ist der LRC Pflicht... Du solltest es vllt. mal Googlen... Was den A/SBF-Schein betrifft - den hab ich ja. Ich brauche aber einen SKS um den SHS oder SSS machen zu können.

Zu den Seemeilen... das waren durchaus genügend (800nm oder so), nur dass darauf Wert gelegt wurde schnell irgendwohin zu kommen (folglich wurde der Diesel benutzt). Außerdem wurden anspruchsvolle Wetterbedingungen immer gemieden und wenn mal richtig Wind in den Segeln war und das Boot schon Krängung hatte kam sofort das Kommando zum Segel bergen. Ist das sportliches Segeln oder doch eher eine Kaffeefahrt? Wegen dieser eher schlechten Erlebnisse überlege ich diesmal wirklich ob ich noch einmal eine Clipper-Fahrt mache und mein Glück nochmal versuche, oder ob ich mich anderweitig umsehe. Wenn man aus 25 Leuten auf dem Schiff nur 10 Segler hat und der Rest sind Laien macht es kaum Spaß denn es ist selbstverständlich, dass dann jegliche Herausforderung gemieden wird.

Vielleicht gibt es ja einen Törn für höhere Ansprüche... Wenn ja, welchen, und wie kann ich das erkennen? (Klar wenn man in die Brüllenden Vierziger kommt ist es klar, aber sonst kann man ja nicht erraten wer beim Törn mitmacht und welchen Schwierigkeitsgrad er hat)

mfg Robert

P.S.: Wenn mehrere Leute das gleiche Verspüren wie ich könnte man ja gemeinsam einen Törn machen und auch einen/zwei Segellehrer an Bord holen (Bezahlung wird halt unter den Teilnehmern aufgeteilt). Die theoretischen Prüfungen kann man ja unter Deck nach der Wache oder im Hafen absolvieren. Man muss sich in der Gruppe halt einig werden welchen Schein man haben möchte oder ob ein Lehrer sich z.B. um die SKS Leute kümmert und der andere um die SHS Leute...

Joanna
16.01.2005, 18:48
Vielleicht gibt es ja einen Törn für höhere Ansprüche... Wenn ja, welchen, und wie kann ich das erkennen?...

Wie wärs mit ner Überführung!?
Also ich weiß ja nicht ob man das nun höheren Anspruch nennen kann,aber da mußt du ja segeln/vorwärts kommen,ob du willst oder nicht!

Probiers mal aus!

Ebson_Valdez
16.01.2005, 20:03
Hallo mariner,

googeln hilft wirklich... da findet man zum Beispiel auch, dass man den SKS nicht nenötigt um den SSS zu machen.

Was segeln und dieseln angeht: klar sollte auf einem Törn gesegelt werden. Dieseln hat nicht wirklich sportlichen Charakter, ist aber manchmal unumgänglich. Wenn natürlich aus dem Grund gedieselt wird, dass man eben mal noch nach Bornholm kommt, ist das doof.

Bei welchen Wetterverhältnissen Segel geborgen werden muss nunmal die Schiffsführung entscheiden - sie trägt auch die Verantwortung. Dass nicht immer alle die Entscheidungen der Schiffsführung nachvollziehen können, ist bei 30 Leuten auf dem Schiff nicht unnormal, man muss sich da einfach unterordnen. Allen Recht machen kann man es sowieso nicht. Ich schätze Kapitäne sehr, die sorgsam Entscheidungen abwägen und die allgemeine Sicherheit und vor allem das Wohlbefinden aller an Bord hochhalten. Wenn man bei jedem Wetter noch segeln will, muss man sich ein Boot chartern und selbst die Verantwortung übernehmen.

Sportliches Segeln habe ich bei Clipper zur genüge erlebt - auch segeln bei viel Wind. Nicht jeder Törn bietet das, muss er aber auch nicht, weil es bei ClipperTörns auch auf andere Aspekte ankommt. ICh stimme Dir aber zu, dass segeln schöner ist als dieseln.

Gruß Ebson

Joanna
16.01.2005, 21:54
@mariner

PS:Lass dir auch nochmal durch den Kopf gehen was DJS genau bedeutet und was der Sinn udn Zweck hinter der ganzen Geschichte ist...
Dann beantwortet sich die Sache mit segelschein und bei clipper etc etc etc,nicht nur weil´s in der satzung so steht,von selbst......oder nicht?!

außerdem stimmt es nicht,dass man bei JEDEM törn den nächsten Hafen anläuft,wenn man mal auf die mütze bekommt...das vorurteil stimmt jedenfalls schonmal nicht in allen fällen..

Karsten Lehmann
16.01.2005, 22:33
Grundsätzlich betreibt Clipper keine Ausbildung für Yacht-Führerscheine; hat dies sogar in seiner Satzung explizit ausgeschlossen:

"Der Verein betrachtet es nicht als seine Aufgabe Berufsvorbereitung oder die Ausbildung von Yachtseglern zu betreiben;"


also was das segelschein machen anbelangt hatte am anfang des topic doch steffen mal was zu gesagt (s.o.)

@ mariner
klar is dieseln net so angenehm
aber wir hatten im sommer bsp das problem das null wind war,
wie soll man da segeln ??
ansonsten
es is klar das man net bei +7bft rausgeht wenn leute dabei sind die noch keine erfahrung haben (besonders wenn es net viele mit erfahrung sind)
aber im endefekt is das doch auch ok
es kommt in ersterlinie auf das gemeinsame an
wer schwerwettersegeln will der soll sich wie schonmal von jemandem gesagt ne yacht chartern.
wobei ich glaub es gibt da auch in den verträgen einschränkungen bzw bedingungen das man bei mehr als 7 nicht raus darf

MFG
karsten

Hauke
16.01.2005, 23:25
auch ich bin natürlich der Meinung das das segeln auf jeden Fall und immer dem dieseln vorgezogen werden sollte, auch wenn manche Häfen dann halt nicht angelaufen werden können., da der Wind einfach aus der falschen Richtung kommt. Desweiteren sollte natürlich auch bei mehr Wind auf jeden Fall noch gesegelt werden, sofern die Schiffsleitung dies noch verantworten kann. Ich selber habe es auf meinem ersten Törn erlebt, wie starker Wind auch enden kann...nähmlich im nächsten Hafen und für einige kurzfristig im Krankenhaus. Und daher sollte Clipper auf jeden Fall daran festhalten bei zu viel Wind im Hafen zu bleiben.
Auf jedem Törn sind alte Hasen aber eben auch neue, die Clipper und den Reiz am Segeln auf Traditionsseglern kennenlernen möchten. Und schließlich hat jeder einmal angefangen und war da sicherlich froh das auf ihn rücksicht genommen wurde.

Gruß Hauke

Christina
17.01.2005, 10:04
Wenn man aus 25 Leuten auf dem Schiff nur 10 Segler hat und der Rest sind Laien macht es kaum Spaß denn es ist selbstverständlich, dass dann jegliche Herausforderung gemieden wird.


Wie ich weiter oben schon sagte, auf Regatta-Törns wird bei jedem Wind und Wetter gesegelt... egal wie viele „Laien“ an Bord sind... z.B. bei der zweiten Cutty Sark Etappe 2003 von Riga nach Travemünde (der härtesten Etappe, seit bestehen der Cutty-Sark-Tall-Ship-Races) wärst wahrscheinlich sogar DU auf Deine Kosten gekommen... ;-) Was das segeln bei Starkwind betrifft, gibt es meines Wissens Richtlinien für die Kapitäne, in denen nicht nur festgehalten wird bei welcher Windstärke die Schiffe besser einen Hafen anlaufen sollten, sondern auch welche Besegelung bei welcher Windstärke ratsam ist... (bitte verbessert mich, wenn diese Aussage nicht richtig ist...)

Im Übrigen frage ich mich, ob Du Dir die Clipper Satzung schon mal durchgelesen hast. Wenn nicht, kannst Du das hier nachholen: http://www.clipper-djs.org/clipper.html (weiter unter „Satzung“)

Außerdem würde mich interessieren, wann denn Deiner Meinung nach, aus einem „Laien“ ein „Segler“ wird??? Meinst Du, nur wenn man einen SBF hat, ist man automatisch ein Segler??? Es gibt bestimmt viele „Laien“ die mehr drauf haben als so mancher „Schein-Inhaber“...
...und Laie sein, bedeutet laut einem Lexikon: „die es aus Liebe tun“. Ich finde, das ist keine Schande!!! Ich segle gerne aus Liebe zu der Sache an sich!!!

Gruß, Christina

Joanna
17.01.2005, 18:36
=D>

mel
17.01.2005, 21:20
Hi Christina !
Ich habe keinen einzigen Segelschein aber auch schon mehrere Clipper-Törns hinter mir und durch Nachfragen doch sehr viel gelernt. Und deinem Schluss-Satz kann ich nur zustimmen. Selbst Laien können gerade bei Clipper manchmal dem kompletten Anfänger mehr beibringen als "Profis". Neulich erst erlebt.
Also wegen Scheinen würde ich bei Clipper vielleicht nicht unbedingt segeln, aber es gibt doch so viel mehr zu lernen als nur Segeltheorie, oder?

truescot
08.02.2005, 16:06
Da kann ich auch voll und ganz zustimmen!

Ich habe bei Clipper meine ersten Segelversuche gemacht und hatte mir dann vorgenommen, mir nochml ne "richtige" Ausbildung bestätigen zu lassen (Anfängerschein bei der HYS in Glücksburg). Dabei merkte ich vor allem eins: Als Anfänger galt ich durch meine Segelerfahrung bei Clipper nicht mehr. Das, was dort gelehrt und geprüft wurde hatte ich schon fast alles auf meinem ersten Törn gelernt...

Außerdem geht es mir in erster Linie dann auch um die Seemannschaft, die man auf so einem Törn erlebt, egal ob der Käpt'n die Segel früh bergen lässt oder nicht. Ich hatte schon beide Fälle (dieseln und durchsegeln), und es hat mir beide Male noch gefallen! Obwohl mir das durchsegeln natürlich eher besser gefallen hat, als die Flaute... :wink: