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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neues von "Amphitrite" (vom 8.9.05)


StZwilling
08.09.2005, 07:33
„Amphitrite“ am Schlepptau

„Wenn alles gut geht, ist das eine einfache Sache“, lachte der ehemalige Schlepper-Kapitän Jens Becker am Sonntag, den 4. September, als die „Runner-Gang“ sich bereit machte, auf „Amphitrite“ nach Svendborg geschleppt zu werden. Eine Crew aus erfahrenen Seeleuten, ehemaligen Schlepperkapitänen und Maschinisten kontrollierte ein letztes Mal die Leinen, mit denen die Deckslast festgezurrt worden war. An Deck lagen Tanks, das Winterzelt auf dem Salondach und die große offene „Arbeits-„Luke im Vorschiff war dicht verschlossen worden.

Lange vor der angekündigten Zeit am Montag morgen, es war noch dunkel, war die Nacht für die kleine Mannschaft unter Führung von Achim Speer zu Ende. „Kaum die Augen auf am Montagmorgen trafen um 04:15 Uhr auch schon zwei kleine Hafenschlepper ein. Kaffee ade, Tee ade, Scheibe Brot ade“, berichtet Michael Dürke, „also nicht viel Zeit nachzudenken.“ Kaum waren die beiden Schlepper fest, hatten sie auch schon die „Amphitrite“ in die Schleuse am Ausgang des Harburger Binnenhafens gebracht. Dort wurde das Schiff von einem großen Schlepper übernommen. In der Schleuse wurde die Schleppleine mit einem Hahnepot am Vorsteven festgemacht. Michael Dürke meinte: „Es lief alles sehr routiniert und ruhig ab, leichte Anspannung war vorhanden, aber nachdem dann der Schlepper zu ziehen anfing, die Kattwickbrücke passiert war und wir uns in den Elbstrom eingereiht hatten, konnte uns nichts mehr aufhalten“.

Wie ruhig die Schleppfahrt auf der Elbe ausgesehen hat, hat Britta Hillebrand von Land aus beobachtet. Sie hat morgens um 7:30 Uhr am Fähranleger Lühe, etwa in Höhe von Stade, gestanden und das Gespann fotografiert.

In Brunsbüttel gesellte sich ein kleiner Steuerschlepper zu dem Duo und begleitete es durch den Nordostsee-Kanal. Bei strahlendem Sonnenschein und ohne besondere Vorkommnisse konnte die „Amphi“-Mannschaft die Fahrt durch den Kanal in Ruhe genießen.

„Am Thiessenkai in Kiel folgten Abendbrot, Toilettengang, Bierchen und ein schnelles, kurzes, aber weniger intensives Schläfchen, da um Mitternacht die Weiterfahrt zum Zielhafen geplant war“, erzählt Michael Dürke. Ein frischer östlicher Wind mit Stärken zwei bis zweieinhalb Windstärken und leichte See machten auch die Überfahrt über die Ostsee unkompliziert. Alle Hürden wurden genommen, alle Engpässe profimäßig gemeistert, der Schlepper gab Dampf, die „Amphi“ muckte nicht und ließ alles über sich ergehen.
Peter Ring-Andersen empfing Schiff, Mannschaft und Zugmaschine unterhalb der Svendborgbrücke mit seinem kleinen Schlepper. Mit dessen ganzer Kraft, unterstützte der Werftchef das Anlegemanöver. Auch hier gab es keine Probleme.
Michael Dürke hat schon viele CLIPPER-Reisen gemacht und nachdem er „etwas kaputt“ wieder zu Hause angekommen war, meinte er: „Das war auf jeden Fall spannend, interessant und mal etwas anderes.“
Auch Achim Speer, der für die Arbeiten auf „Amphitrite“ zuständig ist, war zufrieden mit der Überfahrt. Nachdem das Schiff sauber gemacht und das Deck aufgeklart war, war „Amphi“ für die ersten Eingriffe bereit. Die ersten Aufträge seien vergeben, die ersten Arbeiten hätten bereits begonnen, sagt er. „Wir schauen jetzt voraus“, erklärt Achim Spper und wer Interesse habe, in Svendborg mit Hand anzulegen, wende sich gerne an ihn.

Achim Speer, Email: hspeer@fbn.hs-bremen.de

Fotos zur Schleppfahrt gibt es in der Fotogallery