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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sonderangebot: Bornholmer Fischereigeschichte


second mate
05.05.2006, 11:35
Alan Hjorth Rasmussen, Østersøen gav..., Træk af Bornholms og Christiansøs fiskerihistorie 1880-1993, Bornholms historiske Samfund og Bornholms Museum, Rønne 1993, 192 S., Preis: 95 DEK
!!!!! Ab sofort, so lange Vorrat reicht, Sonderpreis DEK 45.00!!!!!
Dem Bornholmer Museum und dem Historischen Verein Bornholm gelang es in den neunziger Jahren, Alan Hjorth Rasmussen für eine Untersuchung der Bornholmer Fischereigeschichte seit 1880 zu gewinnen. Rasmussen, vormals Direktor des Fischerei- und Seefahrtsmuseums in Esbjerg nahm sich der Aufgabe mit der Kompetenz des professionellen Historikers an, für den eingeflossenen Arbeitsaufwand legen 316 Quellenangaben beredtes Zeugnis ab.
Der Autor bietet zunächst einen Abriß der traditionellen Bornholmer Fischerei und ihrer, vom übrigen Dänemark abweichenden Fangmethoden. Diese Ausführungen basieren zum Teil auf Interviews, die in den sechziger Jahren mit alten Bornholmer Fischern geführt wurden. Bemerkenswert sind hier vor allem die detailgenauen Zeichnungen der Fischereiausrüstung auf Lachs, wie man sie in dieser Form anderswo nicht findet. Weitere Kapitel befassen sich mit staatlicher Förderung und den Zusammenschlüssen der Fischer. Rasmussen macht auch die Entwicklung der Fischereifahrzeuge vom besegelten Decksboot zum Kutter und, wenn auf Bornholm auch nur in Einzelfällen, zum modernen Hecktrawler deutlich. Mit den größeren Einheiten war dann auch der Fang in der gesamten Ostsee, unter Norwegen und, wenn auch nur versuchsweise, in grönlandischen Gewässern, möglich. Stets geht der Autor auf die unterschiedlichen Probleme, mit denen die Bornholmer Fischer durch die Jahrzehnte zu kämpfen hatten, ein, etwa das Ausbleiben des Herings in 1931 und Folgejahren oder die teils mit harten Bandagen ausgefochtene Konkurrenz schwedischer Fischer.
Insgesamt spannt sich ein historischer Bogen von der bäuerlichen Fischerei zum Zweck der Selbstversorgung des 19. Jahrhunderts zur modernen exportierenden Bornholmer Fischindustrie, für die der „echte Bornholmer“, der heißgeräucherte Hering, sozusagen zum Wappentier wurde. Der Band schließt mit dem Jahr 1993 und den damals neuesten Entwicklungen, der Anlandung von Fisch durch osteuropäische, vor allem polnische Fischer. Mit der nunmehr erfolgten Preisreduktion gibt es für Bornholmfreunde wie für Interessierte an der Fischereigeschichte eine gute Gelegenheit, den Bücherschrank zu ergänzen. Für diejenigen, die der dänischen Sprache nicht mächtig sind, sei gesagt: Allein das interessante Bildmaterial ist mehr als 45 Dänenkronen wert!
Wolfgang Bühling