Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Amphitrite ist ein Feuchtbiotop
Herbert Geldermann
28.05.2006, 13:18
Ich bin gerade von einem Segeltörn mit der Amphi zurückgekommen. Ich kann bei Wind und Seegang nur die Koje 9 empfehlen. Sie war eine der wenigen Kojen, die unter diesen Bedingungen nicht naß war. Es hat sich durch die lange Werftliegezeit gegenüber der Segelsaison 2004 also nichts geändert. Denkt also daran insbesondere im Pumakäfig alle Sachen insbesondere Schlafsäcke wasserdicht einzupacken.
Trotz allem hat der Törn riesig Spaß gemacht, es war ja auch eine tolle Mannschaft an Bord.
Ich bleibe nach wie vor ein Amphi-Fan, aber ein bischen trockenere Kojen wären auch nicht schlecht.
Herbert
Hallo Herbert,
du solltest bedenken, dass die Amphi seit über einem Jahr nicht mehr gefahren ist und somit in diesem Zeitraum auch das Deck nicht so regelmäßig gewaschen wurde, wie in der Saison. Dadurch ist es trockener und lässt Wasser durch. Ich kann mir vorstellen, dass die Undichtigkeit nach einigen Törns geringer werden wird.
Gruß Nina
Hierzu auch ein Zitat aus einem Forum-Beitrag von Günther Bendt:
Ein Holzdeck muss man feucht halten, wenn es dicht bleiben soll. Lässt man es austrocknen, zieht sich das Holz der Decksplanken dabei etwas zusammen und die Fugen dazwischen werden größer. Wenn die Dichtmasse in den Decksfugen das nicht mehr ausgleicht, entstehen schließlich Undichtigkeiten, durch die Wasser tropft, bis das Holz durch Wasseraufnahme aufquillt und die Undichtigkeit dadurch wieder geschlossen wird.
Das tägliche Deckwaschen der Bordroutine soll vor allem das Schrumpfen der Planken verhindern, indem man sie wässert, aber das gelingt nur, wenn das Wasser beim Deckswaschen auch genug Zeit zum Einziehen hat.
Wenn man beim Deckwaschen nur dahinter her ist, dass das Deck ganz schnell wieder trocken werden soll, wird das Deck undicht.
günther_bendt
30.09.2006, 00:57
Hallo,
Beim 14-Tage-Törn 2304 war das Deck im Bereich Pumakäfig beim ersten Regen hier und da noch undicht. :? Dann haben wir das Deck zweimal pro Tag gut gewässert und zudem einige prasselnde Regenschauer erlebt, und danach war das Holz soweit aufgequollen wie es nötig war, und dann legte sich das Problem. 8)
Dass es in den ersten Törns noch durchregnete lag wohl vorwiegend daran, dass während der Liegezeit von Oktober 2004 bis Frühjahr 2006 das Deck zu wenig beziehungsweise über weite Strecken garnicht gewässert wurde. Der Sommer 2005 war sehr heiß. Dadurch sind die Decksplanken tiefgründig durchgetrocknet und geschrumpft. Im darauf folgenden Winter lag das Deck unter seinem Arbeitszelt, dort hat es auch kein Wasser abbekommen.
Die meisten Leute nehmen an, dass Holz vor Nässe geschützt werden muss. Das ist ein Irrtum. [-X Es kommt auf die Dosis an. :wink:
Zuwenig schadet, weil das Holz schrumpft und die Verbindungen durch das Schrumpfen belastet und dadurch gelockert und schließlich undicht werden. Zuviel führt zu Dauernässe, und das kann bei manchen Holzarten schließlich zu Fäulnis führen.
Warum man Holz zum Schiffbau nimmt: Es rostet nicht, es beschlägt nicht, es leitet weder Wärme noch Kälte, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, fühlt sich immer angenehm warm an und ist daher für das Leben auf dem Schiff viel angenehmer. 8)
Man muss es auch nicht ständig wie bei Stahlschiffen mit Rostschutzfarbe bemalen. :wink:
Beste Grüße,
Günther
Wo wir grad bei dem Thema sind:nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, ... sofern es nicht durch eine dichte Beschichtung (aka Lack) daran gehindert wird. Bei den Decksplanken ist das natürlich kein Problem. Bei anderen Hölzern an Deck sieht das aber anders aus (z.B. Masten, Schandeckel oder Rüsten), wenn es lackiert wurde, irgendwann durch Risse Feuchtigkeit eindringt, aber durch die Lackschicht nicht wieder ausdunsten kann ... dann fault das Holz.
Dies ist der Grund, warum in der Winterarbeit immer wieder die Schichten komplett abgezogen und neu aufgebracht werden müssen.
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