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BRIJOMAR
28.05.2006, 19:53
Welcher geschichtlicher Hintergrund war die Grundlage dafür, dass Stb. grün und Bb. rot zeigt?

dummschwätzer
31.05.2006, 15:26
Moin!
Eine Legende sagt, dass dies noch aus der Zeit stammt, zu der Schiffe noch mit Seitenruder ausgestattet waren (ähnlich wie bei den Wikingern). Um das Ruder beim Anlegen nicht zu beschädigen gab es eine bevorzugte Landseite (Backbord). Im Englischen sieht man das noch am Begriff Portside für Backbord. Wenn man Gäste an Bord hatte und diese über Deck gehen wollten, dann störten dann natürlich die Festmacherleinen beim Flanieren über das Schiff. Aus diesem Grund galt die Steuerbordseite als die vornehmere Seite und bekam die auffälligere Farbe, also grün zugewiesen. Über den Wahrheitsgrad dieser Geschichte kann ich nicht urteilen, aber erstens weiß ich es nicht besser und zweitens reicht die Geschichte um in Kiel Touristen zufriedenzustellen.
Mast und Schotbruch,
Jens

Nina
31.05.2006, 15:38
Ich hab dazu noch ähnliche Erklärungen gefunden. Wahrscheinlich gibt es über die Herkunft der Wörter die unterschiedlichsten Geschichten. Was davon nun Seemannsgarn ist und was die Wahrheit, kann ich auch nicht sagen:

Der Begriff Backbord stammt von der früheren Position des Steuermanns. Dieser stand seit den Wikingern im Heck auf der rechten Seite des Schiffes, wo er es mit einem Ruder lenkte und quer zur Fahrtrichtung stand. Die andere Seite des Schiffes, im Rücken des Steuermanns, wird mit backbord bezeichnet und die Backskisten waren in fast allen Fällen auf der linken der späteren Backbordseite, positioniert.

Die Steuerbordseite gilt als die "vornehmere" Seite eines Schiffes, weil der Kapitän auf dieser Seite seine Kammer hat. Der Kapitän wohnt deshalb auf dieser Seite, damit er Schiffe, die von Steuerbord kommen, eher sehen kann (diese Schiffe haben in der Regel Vorfahrt).

Hannes
31.05.2006, 17:30
Ich hab dazu noch ähnliche Erklärungen gefunden. Wahrscheinlich gibt es über die Herkunft der Wörter die unterschiedlichsten Geschichten. Was davon nun Seemannsgarn ist und was die Wahrheit, kann ich auch nicht sagen:

Der Begriff Backbord stammt von der früheren Position des Steuermanns. Dieser stand seit den Wikingern im Heck auf der rechten Seite des Schiffes, wo er es mit einem Ruder lenkte und quer zur Fahrtrichtung stand. Die andere Seite des Schiffes, im Rücken des Steuermanns, wird mit backbord bezeichnet und die Backskisten waren in fast allen Fällen auf der linken der späteren Backbordseite, positioniert.

Die Steuerbordseite gilt als die "vornehmere" Seite eines Schiffes, weil der Kapitän auf dieser Seite seine Kammer hat. Der Kapitän wohnt deshalb auf dieser Seite, damit er Schiffe, die von Steuerbord kommen, eher sehen kann (diese Schiffe haben in der Regel Vorfahrt).

Richtig, Nina,

so sagt es auch das eigentlich allwissende Wikipedia. Allerdings zu den Farben gibt es dort keine Erklärung.

Das würde schon interessieren. Zumal mir da von uns Hubert die Geschichte mit der roten Wange erzählt wurde. Demnach hat Backbord (links) die Farbe rot bekommen, weil die Wange des Schiffsjungen in hellem rot erglühte, hat er etwas schlecht oder falsch erledigt und sich eine vom rechtshändigen Kapitän/etc eingefangen hat.
Die Geschichte ist sicherlich dem Seemannsgarn zuzuordnen - aber ich mag sie, auch wenn die Farbe grün (Stb, rechts) nicht erklärt wird. Zum Schmunzeln regt sie allemal an.

Nina
01.06.2006, 10:30
Hi nochmal,

hab hier noch was richtig interessantes gefunden. Auf http://www-old.marum.de unter Öffentlichkeitsarbeit:


Positionslichter


Seit wann haben Schiffe und Boote Positionslaternen und ist es nur Zufall, daß Backbord ROT und Steuerbord GRÜN hat?
Matthias Brockmann, per E-Mail

Backbord rot, Steuerbord grün? Ein einfache Frage, schnell zu beantworten, dachte sich das WAT-Team. Aber weit gefehlt: Deutsch- und englischsprachige maritime Lexika erwiesen sich als Fehlgriff; Nautiklehrer und Mitarbeiter des Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie zuckten mit der Schulter; selbst die Experten des Deutschen Schiffahrtsmuseums wußten nicht recht weiter. So verflogen die Hoffnungen - wäre da nicht Jan Peter Tjardts vom Nautischen Verein Wilhelmshaven gewesen, der nach vielen vergeblichen Telefonaten die bislang härteste Nuß seit Bestehehen dieser Rubrik mit einen bereits 1957 erschienen Artikel aus der Zeitschrift "Der Seewart" knackte.

Darin wird auf den byzantinischen Kaiser Leo Isaurus verwiesen, der um 740 ein Seegesetz erläßt, das für nachts vor Anker liegende Schiffe ein weißes Licht vorschreibt. Diese erste nachweisbare historische Regel hat sich mehr als eintausend Jahre gehalten. Falls Schiffe überhaupt Lichter führen, was durchaus nicht die Regel war, ziehen sie ein weißes Heck- oder Topplicht auf. Erst als schnelle, dampfgetriebene Schiffe die guten alten Segelschmacks ablösen, als der küstennahe Verkehr und damit die Havariegefahr wächst, kommt Farbe ins Spiel.

1834 schlägt der englische Ingenieur Shaw von der "City of Dublin Steamschip Company" folgende Positionslichter vor: weißes Topp-, weißes Steuerbord-, rotes Backbordseitenlicht. Das läßt die Konkurrenz nicht ruhen. Zwei Jahre darauf führt die "P&O Company Southampton" für ihre Dampfer Backbord grün und Steuerbord rot ein. 1847 endlich spricht die Admiralität der damals führenden Schiffahrtsnation England ein Machtwort. Sie verordnet für britische Postdampfer und Dampfschiffe der Kriegsmarine Steuerbord grün und Backbord rot. Warum sich die versammelten Admirale und Kommandanten so und nicht umgekehrt entscheiden, ist freilich nicht überliefert.

Von den Herren der großen Handelshäuser in Hamburg und Bremen wird die neue Regelung zunächst ignoriert. Erst 1853 schreibt das preußische Ministerium für Handel und Gewerbe die britische Lichterführung für Dampfer vor. 1858 einigen sich Frankreich, Österreich- Ungarn und die norddeutschen Küstenländer auf die von den Briten vorgegebenen "Einheitliche Lichterführung", die jetzt auch für die noch verbliebenen Segelschiffe gilt. Der vorläufige Schlußpunkt wird 1889 auf einer Konferenz in Washington gesetzt. Dort beschließen 27 Seestaaten eine international abgestimmte Seestraßenordnung - an der übrigens bis heute immer mal wieder gefeilt wird.