second mate
05.11.2006, 19:11
24th Annual Sea Music Festival, Musik-CD, Spielzeit ca. 70 Minuten, Preis: $ 14.95, Bezug: Mystic Seaport Wholesale, 47 Greenmanville Ave., POB 6000, Mystic CT 06355, U.S.A, Per Internet bestellbar, www.mysticseaport.org zeigt auch alle übrigen Publikationen des Museums
Mystic Seaport Museum in Connecticut ist eines der bedeutendsten Schiffahrtsmuseen der Welt, es beeindruckt nicht zuletzt durch seine großzügigen Freiflächen und zahlreichen Originalfahrzeuge, vom Bank Dory bis zum barkgetakelten Walfänger Charles W. Morgan. Großen Wert legt man in Mystic auf ein lebendiges und interaktives Museum, Schwerpunkte sind Museumspädagogik und events der unterschiedlichsten Art. Eines davon, das jährliche Musikfestival hat inzwischen Tradition, seit dem zwanzigsten Treffen sind Mitschnitte auf CD lieferbar.
Im Gegensatz zu Einzelproduktionen von Gruppen und Chören zeigen diese Mitschnitte eine bunte Vielfalt sowohl in der Präsentation und Instrumentalisierung, als auch hinsichtlich der Art und Herkunft der gebotenen Stücke. Als deutsches Beispiel für diese Art von Alben läßt sich die vor Jahren bei der Regatta mitgeschnittene CD „Alle Mann so!“ anführen, die sich in maritimen Kreisen großer Beliebtheit erfreute und erfreut.
In der breit gefächerten Palette der vorliegenden CD finden sich zunächst zwei relativ gut bekannte Walfängersongs, „Talcahuano Girls“ und „Rolling Down to old Maui“. Letzteres beschreibt die Härten des Walfängerlebens in den pazifischen Polarregionen, aber auch die Vorfreude auf das Leben im hawaiianischen Maui, heute besser als Surferparadies denn als historische Walfangstation bekannt. „The Convicts Lament“ berichtet über die unmenschlichen Bedingungen in der britischen Strafkolonie Moreton Bay, heute Brisbane, wobei es den Autor des Songs wohl mit Befriedigung erfüllt hat, das der zweite Kommandant des Lagers bei einer Inlanderkundung von Aborigines aufgespießt wurde. In dieser vielfältigen „American Mixture“ darf der Blues nicht fehlen, „Slidin’ Delta“ erzählt von der Jahrhundertflut 1928 am Mississippi. Auch hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Lieder gibt es eine große Bandbreite, „Out on the Ocean“ wurde von Robbie O’Connell für einen Dokumentarfilm einer Reise eines Galway Hookers, also eines irischen Traditionsschiffes um Irland geschrieben. Ingesamt achtzehn Stücke enthält diese CD, jedes in seiner Art einzigartig und bemerkenswert.
Bleibt zu sagen, daß auch von den Musikfestivals Nr. 20 bis Nr. 23 CDs lieferbar sind, einen Überblick hierüber (und über das Buchprogramm von Mystic) bekommt man unter o.a. Internetadresse. Für eventuelle newcomer unter den Interessenten sei noch gesagt: Bei dieser Art von Musik handelt es sich um charaktervolle und authentische Lieder, von denen die meisten in der alten Schiffahrt an Bord und im Hafenmilieu gesungen und gespielt wurden. Es ist keine einlullende Backgroundmusik zu Traumschiff-Filmen und wer „Seemannslieder“ zum Mitschunkeln sucht, sollte lieber eine Platte vom Norderneyer Heimatchor kaufen!
Wolfgang Bühling
Mystic Seaport Museum in Connecticut ist eines der bedeutendsten Schiffahrtsmuseen der Welt, es beeindruckt nicht zuletzt durch seine großzügigen Freiflächen und zahlreichen Originalfahrzeuge, vom Bank Dory bis zum barkgetakelten Walfänger Charles W. Morgan. Großen Wert legt man in Mystic auf ein lebendiges und interaktives Museum, Schwerpunkte sind Museumspädagogik und events der unterschiedlichsten Art. Eines davon, das jährliche Musikfestival hat inzwischen Tradition, seit dem zwanzigsten Treffen sind Mitschnitte auf CD lieferbar.
Im Gegensatz zu Einzelproduktionen von Gruppen und Chören zeigen diese Mitschnitte eine bunte Vielfalt sowohl in der Präsentation und Instrumentalisierung, als auch hinsichtlich der Art und Herkunft der gebotenen Stücke. Als deutsches Beispiel für diese Art von Alben läßt sich die vor Jahren bei der Regatta mitgeschnittene CD „Alle Mann so!“ anführen, die sich in maritimen Kreisen großer Beliebtheit erfreute und erfreut.
In der breit gefächerten Palette der vorliegenden CD finden sich zunächst zwei relativ gut bekannte Walfängersongs, „Talcahuano Girls“ und „Rolling Down to old Maui“. Letzteres beschreibt die Härten des Walfängerlebens in den pazifischen Polarregionen, aber auch die Vorfreude auf das Leben im hawaiianischen Maui, heute besser als Surferparadies denn als historische Walfangstation bekannt. „The Convicts Lament“ berichtet über die unmenschlichen Bedingungen in der britischen Strafkolonie Moreton Bay, heute Brisbane, wobei es den Autor des Songs wohl mit Befriedigung erfüllt hat, das der zweite Kommandant des Lagers bei einer Inlanderkundung von Aborigines aufgespießt wurde. In dieser vielfältigen „American Mixture“ darf der Blues nicht fehlen, „Slidin’ Delta“ erzählt von der Jahrhundertflut 1928 am Mississippi. Auch hinsichtlich der Entstehungsgeschichte der Lieder gibt es eine große Bandbreite, „Out on the Ocean“ wurde von Robbie O’Connell für einen Dokumentarfilm einer Reise eines Galway Hookers, also eines irischen Traditionsschiffes um Irland geschrieben. Ingesamt achtzehn Stücke enthält diese CD, jedes in seiner Art einzigartig und bemerkenswert.
Bleibt zu sagen, daß auch von den Musikfestivals Nr. 20 bis Nr. 23 CDs lieferbar sind, einen Überblick hierüber (und über das Buchprogramm von Mystic) bekommt man unter o.a. Internetadresse. Für eventuelle newcomer unter den Interessenten sei noch gesagt: Bei dieser Art von Musik handelt es sich um charaktervolle und authentische Lieder, von denen die meisten in der alten Schiffahrt an Bord und im Hafenmilieu gesungen und gespielt wurden. Es ist keine einlullende Backgroundmusik zu Traumschiff-Filmen und wer „Seemannslieder“ zum Mitschunkeln sucht, sollte lieber eine Platte vom Norderneyer Heimatchor kaufen!
Wolfgang Bühling