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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum bei Clipper segeln??


Knut Frisch
15.02.2004, 18:49
Was gefällt oder auch nicht an Törns auf den Clipper Schiffen??
Was können wir noch besser machen?

Anja
15.02.2004, 21:03
Hallo Knut!
Ich hatte im letzten jahr im Sommer das Vergnügen auf der Johnny mitsegeln zu dürfen!Und ich kann nur sagen,dass ich als Landratte,den Törn spitze fand!Die Stimmung war super und vor allem die Mischung aus Jung und Alt war gelungen!
Ich wüsste nicht,was man auf Clipper-Törns verbessern könnte!Ich fand es sogar so gut,dass ich diesen Sommer wieder 14 Tage auf der Johnny segeln werde!
macht weiter so!

günther_bendt
25.02.2004, 20:31
Hallo Knut,

Was mir auf Clipper-Schiffen gefällt:
Der individuelle Charakter der Schiffe,
Die gute Organisation der Abläufe,
Die professionelle Einstellung und der Spass an der Aufgabe
Die Muße bei der Freiwache,
Das gute Essen,
Dass man Zeit füreinander hat,
Dass man aufeinander Rücksicht nimmt,
Dass man füreinander einsteht,
Zusammen singen,
Zusammen spülen,
Die Erzählungen der Kapitäne und Steuerleute von ihren Erlebnissen, ihren Erfahrungen und Reisen,
Das Segeln ohne Dieselgeräusch: Man hört die Bugwelle plätschern und das Schiff knarzen, das Lachen der Mitsegler, fühlt die frische Luft. Nachts hört man die Sturmvögel rufen, und das Meer am Bug gluckern.
Das Meer ruhig ziehen sehen, und den Himmel, und die Weite,
Und ein leckeres Bierchen.

Was ich auf Clipper-Schiffen nicht mag:
Lange Fahrten mit Motor, Lärm und Gestank,
Unklare Kommandostrukturen (Too many chiefs, too less indians)
Unaufmerksamkeit und Ignoranz bei der Führung von Schiff und Crew
Unzureichende Ausstattung, fehlende Ersatzteile, fehlende Werkzeuge,
Mängel bei Wartung und Pflege der Schiffe.
Wenn die Getränke alle sind.

Es passiert nicht oft, dass auf den Schiffen was nicht so läuft wie es sollte. Darum freut man sich auf jeden Törn.
Aber wenn was mal nicht gut läuft, ist das auf einem Schiff immer besonders ärgerlich, denn es ist bei den Törns darauf angewiesen, dass alles gut läuft, damit der Törn erholsam ist und Spass macht.

Beste Grüße,

Günther

[/b]

tschmidt
25.02.2004, 20:54
Danke, Günther,

besser hätte man es wohl nicht zusammenfassen können.

Für mich kommt noch hinzu, dass ich die Zeit an Bord immer als sehr intensiv empfinde - sowohl die positiven Seiten (oft & viel) als auch die negativen Seiten (zum Glück selten).

Für mich sind es sehr wesentliche Erfahrungen, die mich insbesondere als Jugendlichen (schon einige Jahre her) geprägt haben.

So long

Thomas

Nina
29.06.2004, 17:27
damit diese Nachricht nochmal wieder ganz oben steht, hier noch eine Ergänzung zu Günthers Aussage. Wenn auf Clipper-Törns wirklich mal was nicht laufen sollte, sprich etwas kaputt geht, stellt das meist auch eine Herausforderung an die ganze Crew, die manchmal auch zu einem guten Törn beiträgt. Damit will ich nur sagen, nicht alle Schäden und Mängel wirken sich negativ auf den Törn aus, sonder ganz im Gegenteil. Das habe ich auch auf meinem letzten Albatros-Törn miterlebt, als vor Anker liegend eine der Toiletten kaputt war. Am nächsten morgen, haben sich dann einige freiwillige und handwerklich begabte Mitsegler an die Arbeit gemacht und noch vor dem Mittagessen hatten wir wieder zwei funktionstüchtige Toiletten. Anstatt den nächsten Hafen an zufahren hatten wir dann durch Eigenleistung noch einen tollen Segeltag.

Viele Grüße
Nina

günther_bendt
07.07.2004, 01:07
Dass man an Bord Reparaturen durchführen muss, wenn es nötig wird, ist ein Reiz beim Segeln. Wie oft gehen auf Amphi Klobrillen kaputt, und man muss dann was improvisieren. Das macht allen Spaß, vor allem, wenn das Ergebnis dann tatsächlich funktioniert. Das setzt aber voraus, dass auch etwas Rohmaterial und die Werkzeuge an Bord sind, die man dafür letztlich braucht.

Auf dem letzten Törn haben wir Angelhaken aus Wäscheklammerfedern gebastelt und an Takelgarn angebunden. Und haben damit im Skagerrak sogar was gefangen.

Grüße,

Günther

olpi
08.07.2004, 09:48
Hallo Knut,

Was mir auf Clipper-Schiffen gefällt:
[...]

Was ich auf Clipper-Schiffen nicht mag:
[...]

Günther, Du sprichst mir aus der Seele. Ich glaube, wir sollten man gemeinsam auf Amphi fahren ... das wäre bestimmt ein sehr schöner Törn.


Mängel bei Wartung und Pflege der Schiffe.
Ich kann es ja nicht lassen :wink: : Ab November geht es wieder los ... da kann sich jeder bei Pflege und Wartung mit einbringen!

Hannes
09.07.2004, 14:01
moin olpi,
was den kram mit den reperaturen, etc angeht...
sach mir doch einfach mal bescheid, wie auhc immer, hab ja verschiedenste kommunikationsmöglichkeiten angegeben!!!
bis denn.
hannes

Matzel
24.08.2004, 15:43
Ahoi Günther,

ich stimme dir in allen Punkten voll zu. Es gibt viel Positives und einiges Negatives bei Clipper.

Was mich bei meinem diesjährigen ersten Clipper-Törn ziemlich abgeschreckt hat:

Unsere Steuerleute waren sich selten einig, einer wollte schlauer sein als der andere. Vor allem beim Segeltrimmen. Muss es unbedingt sein, dass jeder versucht, seine Ansichten durchzusetzen??? Das erzeugt nur Frust bei allen Beteiligten.
Von ausreichender Sicherheit konnte auch keine Rede sein.
Wir hatten eine Beinahe-Kollision während der Nachtwache. (zwei Mitsegler als Ausguck auf dem Vorschiff). Steuerleute, die trotz rechtzeitiger Meldung des Ausgucks nicht sehen, wenn ein nicht gerade kleines Schiff von querab mit hoher Geschwindigkeit und Lage Null direkt auf einen zuläuft, sollten ihr Patent abgeben. Und dann, als die Gefahr nicht mehr zu übersehen war, noch Experimente zu machen, ist für meinen Geschmack zu riskant. Es war offensichtlich, dass das andere Schiff unsere Topplichter nicht sah. Ist ja nix Neues, dass auf der Brücke oft gepennt wird.
Erst nach einigen sinnlosen Versuchen, auf uns aufmerksam zu machen, (Anruf über Funk, Anblinken mit defektem Signalscheinwerfer, der nur noch schwach funzelte, Anschalten der Halogenstrahler an den Masten - die natürlich ohne Jockel nicht funktionieren...) wurde der Maschinist geweckt. Totale Hektik - Maschinen an (gottseidank sind die gleich angesprungen), Ausweichmanöver in letzter Minute. Soweit hätte es nicht kommen müssen, das kann's doch wohl nicht sein. Ich hoffe, solche Verkommnisse sind eher die Ausnahme als die Regel. :shock: :shock: :shock:

Nichtsdestotrotz werde ich trotzdem wieder mit Clipper segeln, denn ansonsten hat der Törn echt Spass gemacht und die Mitsegler waren wirklich prima.

Gruß
Matzel

Joanna
24.08.2004, 16:31
Unsere Steuerleute waren sich selten einig, einer wollte schlauer sein als der andere. Vor allem beim Segeltrimmen. Muss es unbedingt sein, dass jeder versucht, seine Ansichten durchzusetzen??? Das erzeugt nur Frust bei allen Beteiligten.


Jo dem muss ich auch mal zustimmen,aber ich glaub das ist auf (fast)JEDEM Törn so und das wird sich glaub ich auch nie ändern :?
Auch ist es immer sehr gut wenn beim einlaufen oder sonstigen wichtigen mannövern alle stm das kommando übernehmen,jeder was anderes behauptet und das dann möglichst unverständlich!


In den letzten 3 jahren ist mir auch aufgefallen,dass ganz oft Stm gar keine richtige Ahnung vom segeln haben(ist ja auch nicht schlimm wenn man sein ganzes leben aufm großen pott "ohne segel" gearbeitet hat),aber darunter die jugendlichen evtl noch nicht so erfahrenen segler leiden müssen.....wenn sie nämlich angemotzt werden "das muss man doch können"nur weil der Stm das selbst nicht besser hinbekommt.....nicht sehr motivierend für erstsegler,aber bis jetzt ist fast jeder wieder mitgekommen! :wink: Also alles bestens!

Wünsch euch noch ´nen schönen Tag,

LG Joanna

Ebson_Valdez
25.08.2004, 14:36
Auf den meisten Törns habe ich gesehen, dass es auch anders ablaufen kann. Ich kam oft in den Genuss einer (Stamm-)Crew, die Dinge bespricht, sich gegenseitig unterstützt und vernünftig miteinander umgeht. Nicht jeder kann alles. Das ist nun mal so. Aber was man nicht kann, kann man sich erklären lassen. Das gilt auch und besonders für Stammcrew. Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen. Wer nicht nachfragt, aus Angst, jemand könnte meinen, er sei nicht kompetent, handelt im Zweifel verantwortungslos. Ein Steuermann, der einen Rat eines anderen Crewmitglieds (egal ob Stamm oder nicht) nicht zumindest überdenkt, handelt arrogant. (Klar darf ein Manöver nicht zu einer Diskussionsveranstaltung verkommen.) Wie er seine Entscheidung trifft muss aber ihm überlassen werden - er trägt schliesslich die Verantwortung.
Es ist noch niemand ein goldener Pommes von der Schulter gefallen, nur weil man nicht behauptet, alles besser zu wissen...

Was den Ton angeht... jeder verbringt seinen Urlaub auf diesen Schiffen und die meisten bezahlen auch dafür. Es ist schlichtweg ein Unding, wenn sich Steuerleute oder Kapitäne nach Gutsherrenart aufführen. In der Clipper-Satzung steht unter anderem dazu
"Mit der aktiven Teilnahme an dem außergewöhnlichen sportlichen Erlebnis der Segelschiffahrt und den besonderen Lebensbedingungen auf See soll der körperlichen und geistigen Entwicklung in der pädagogischen Tradition segelnder Schulschiffe ein besonderer Anstoß gegeben werden. Dabei soll im Sinne einer demokratischen Erziehung der hier unentbehrliche Gruppengeist gefördert, der Sinn für Verantwortung entwickelt und soziales Verhalten geübt werden. [...] Der Verein betrachtet es nicht als seine Aufgabe Berufsvorbereitung oder die Ausbildung von Yachtseglern zu betreiben; vielmehr sind Vermittlung seemännischer Kenntnisse und Fertigkeiten natürliche Begleiterscheinungen des Lebens in den Bordgemeinschaften auf Segelschiffen."
Für die Deckshände ist also das Erlernen der Kenntnisse und Fertigkeiten eine Begleiterscheinung, also nicht Ziel. Man kann also Fertigkeiten und Kenntnisse nicht voraussetzen. Wenn jemand etwas nicht kann, muss man es ihm erklären, gegebenenfalls mehrfach und ausserdem hat der geschulte Steuermann seine Wache so zu führen, dass die Wachgänger entsprechend ihren Fähigkeiten eingeteilt werden.
Wenn Steuerleute Mitseglern, die sich anstrengen und sich bemühen, den Spass verderben, sind sie meiner Meinung nach fehl am Platz. Es geht um einen Urlaubstörn, der jedem Spass machen soll. Wenn es nicht um Leben und Tod geht, also um die akute Schiffsicherheit sind laute Worte daneben - und selbst dann bewirkt ein klares Komando auf der Sachebene mehr als eine auf der Beziehungsebene ausgedrückte Demütigung(!).
Wenn ein Steuermann denkt, er müsse rummosern, hat er entweder nicht richtig erklärt, die Notwendigkeit nicht genügend dargestellt oder es fehlt ihm schlichtweg an Souveränität.
Vor allem in den ersten Tagen des Törns, ist es wichtig, Manöver vor- und nachzubesprechen. Es ist dann eben doch schön, wenn man weiss, was man tut, was das bewirkt und wie alles zusammenhängt und man nicht einfach nur irgendwo hingestellt wird um mal dort zu ziehen, wenn man es gesagt kriegt.

Was die Sicherheit angeht... Sicherheit geht in jedem Fall vor! Wenn man seiner Kurshaltepflicht genügt, muss ein Ausweichpflichtiger beobachtet werden und meiner Ansicht nach eine mögliche Vorgehensweise für ein Manöver des letzten Augenblicks im Kopf des WO existieren. Anfunken, Segel anleuchten o.ä. ist prinzipiell nicht verkehrt, die Maschine früher schon mal im StandBy zu haben, kann durchaus sinnvoll sein. Es steht mir nicht zu, das Verhalten des Steuermanns zu beurteilen, da ich nicht dabei war. Das Aufmerksam machen auf die Ausweichpflicht ist aber gängig und vor einem Manöver des letzten Augenblicks notwendig. Klar sollte nicht gefunzelt und gefunkt werden, bis alles zu spät ist...
Generell vertrete ich die Auffassung, dass Steuerleute ein angebrachtes defensives Vorgehen im Verkehr an den Tag legen sollten. Glücklicherweise habe ich bei Clipper zum überwiegenden Teil solche Steuerleute erlebt, die sehr sicherheitsbewusst handeln und lieber einmal mehr die Maschine anschmeissen oder auch mal nachts den Alten wecken wenn sie sich nicht absolut sicher sind, wie eine Situation zu meistern ist.
Sicherheit geht eben vor, im Zweifel ist dazu jedes Mittel recht.
Und dass Manöver in Ruhe einfach besser funktionieren, als hektisch, hat sich auch schon weit herumgesprochen.

So - ich habe versucht meine Gedanken zu den letzten beiden Posts niederzuschreiben - hoffe, es ist verständlich geworden.

Und noch zum Thema: Ich segle bei Clipper, weil ich meist umsichtige, faire und menschliche Steuerleute genossen habe, die mitgewirkt haben, Törns auch zu einem Erlebnis werden zu lassen, wenn Wind, Wetter etc. nicht optimal waren. Letztendlich kommt es aber auf jeden einzelnen an, den Törn zu einem gelungenen Erlebnis werden zu lassen.

Gruß, Christian

manfred
25.08.2004, 16:06
Hallo Christian,
dem ist nichts mehr hinzu zu fügen; das sind 100%!! Bravo!
viele Grüße aus Franken
Manfred

Seebär
25.08.2004, 18:47
Wir hatten eine Beinahe-Kollision während der Nachtwache. (zwei Mitsegler als Ausguck auf dem Vorschiff). Steuerleute, die trotz rechtzeitiger Meldung des Ausgucks nicht sehen, wenn ein nicht gerade kleines Schiff von querab mit hoher Geschwindigkeit und Lage Null direkt auf einen zuläuft, sollten ihr Patent abgeben.

Wir zwei als Ausguck während der 0-4 Wache....Naja, aber, ich nenn jetzt mal keine Namen, unsere Wache hat ja nichts zustande bekommen, weil sich Stm-Anwärter und Stm nicht einig wurden und selbst z.T. keine Ahnung hatten...

@Matzel: Das mit dem Patent ist ja sone knifflige Sache, unser Stm kam aus dem Yachtsport und hat kein A6 oder anderes Patent oder die Sportseeschiffer-Scheine und unser angehneder Nautiker, dem dürfte man keines ausstellen....

Naja soviel zu unserer Beinahe-Kollision.

Ebson_Valdez
26.08.2004, 01:49
weisst Du, Seebär, dass sich Steuerleute und Anwärter nicht immer grün sind, kenne ich... das mag Kompetenzgerangel sein, der Steuermann kann nicht akzeptieren, dass der Anwärter Dinge weiss oder anders sieht, der Anwärter hat frische Kenntnisse aus siner Ausbildung und möchte nicht akzeptieren, dass es in der Praxis anders aussieht... wie auch immer: das Problem ist, dass die gegenseitige Unterstützung fehlt. Warum soll nicht der eine vom anderen etwas lernen und umgekehrt...
Leider kann man dagegen nicht viel machen. Einem das Patent entziehen, entzieht sich unserer Zuständigkeit. Bei berechtigter Kritik sollte man die Probleme auf dem Törn mit den Beteiligten besprechen oder beim Kapitän Rat suchen, wenn sich die Dinge nicht klären lassen, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Verein durch ein Schreiben offiziell zu unterrichten.

Dass es doofe Situationen gibt, lässt sich sicherlich nie vermeiden. Sicherheitstechnische Vorfälle gehören nicht an die Tagesordnung und sollten eigentlich nicht vorkommen.

Ich kann und möchte mich zu dem genannten Manöver nicht näher äussern, da ich die näheren Umstände nicht kenne. Die von Matze beschriebenen "sinnlosen Manöver und Experimente" sind aber vielleicht nicht wirklich sinnlos, da auf See nicht einfach mal so eben ausgewichen werden kann und darf. Wie rechtzeitig ein Manöver des letzten Augenblicks durchgeführt oder vorbereitet wird, ist eine andere Sache, die ich wiederum von meiner Seite aus als Daheimgebliebener, nicht Dabeigewesener so nicht beurteilen kann und möchte.
Hektik an Bord empfinde ich jedenfalls als ungesund und sollte vermieden werden.

Wie dem auch sei, ich bevorzuge bei Clipper generell eine direkte Aussprache, scheue aber auch, falls diese nichts löst, nicht, meinen Unmut der Vereinsführung mitzuteilen. Denn die Vereinsführung ist ja auf Rückmeldungen angewiesen um künftig Missstände zu beseitigen. Die Vereinsführung muss auf Probleme aufmerksam gemacht werden, um Missstände zu beseitigen. Dass sie das tut, habe ich selbst miterlebt.
Konstruktive Kritik ist generell wichtig - allerdings muss man das Abwägen und Beurteilen der Vorfälle auch den Oberen überlassen.
Kritik, die Missstände in der Schiffsführung betrifft, wird im Verein nicht auf die leichte Schulter genommen.

Wie dem auch sei - wünsche allseits eine gute N8.

Gruß,

Christian

kaiserpudel
11.09.2004, 17:46
tja...

ebon/christian hat es eigentlich schon auf den punkt gebracht - in den zweifelhaften genuss der "gutsherrenart" bin leider auch ich gekommen.

auf meinem ersten clipper-törn wurden die deckshände nicht gründlich in das schiff und manöver eingewiesen, manöver wurden weder vor- noch nachbesprochen, bis einer der wach-steuerleute die manöver tatsächlich nur noch mit seiner wache durchführte (und siehe da - es klappte plötzlich wie geschmiert und sogar fast im flüsterton) :wink: ;grundsätzlich wurde eher geschrien und vorwurfsvoll angeblafft als etwas erklärt ("das muss man doch können, mädchen"), wer an deck war, musste mit anpacken und wurde auch mit angemeckert, sodass einige manchmal gar nicht mehr an deck gehen wollten, wenn sie freiwache hatten; der stamm schien sich in vielem nicht einig zu sein und setzte einander vor den mitseglern herab, oft mündete informationsmangel für meinen geschmack in schikane (der wachhabende steuermann kannte das tagesziel nicht; die salonuhr wurde vorgestellt, damit die crew früher aufstand, anstatt einfach eine frühstückszeit festzulegen, die alle problemlos akzeptiert hätten; niemand durfte im zielhafen von bord gehen, bis die bordkasse abgerechnet war - so saß man von 19 bis 22 uhr im hafen fest); oft wurden "witze", machoid und unter jedem niveau, gemacht. das alles wurde gern mit dem "rauhen und herzlichen ton in der seefahrt" erklärt - den jedoch auch die erfahreneren unter uns noch nie genossen hatten.

auf sachliche kritik hin folgten weitere herabsetzungen und ignoranz. schade, das schiff und die strecke hätten eine bessere atmosphäre verdient gehabt. auf diesem engen raum und in dem bestehenden abhängigkeitsverhältnis zwischen stamm und crew war es vielen nur möglich, die missstände schlicht ebenfalls zu ignorieren.

wer einen großsegler mit einer bunt zusammengewürfelten mannschaft leitet, sollte meines erachtens nicht nur über seemännisches können verfügen (was hier lobenswerterweise zweifellos vorhanden war und eine grundsicherheit gewährleistete), sondern sich auch mit gruppendynamischen prozessen auskennen und in der lage sein, als team wirkliche teamarbeit zu leisten sowie vor allem mitsegler "trotz" ihres anfängerstatus als mensch ernst zu nehmen.

olpi
11.09.2004, 20:24
Es ist immer wieder sehr schade, wenn Mitsegler (vor allem bei ihren ersten Törns) dermaßen schlechte Erfahrungen machen ...

Mein Tip: Einfach mal einen entsprechend informativen (möglichst sachlichen) Brief an Clipper schicken (Marina ist da eine gute Anlaufstelle).

Die Reisen sollen ein besonderes Erlebnis für jeden einzelnen sein und es ist ganz bestimmt nicht im Sinne vom Verein, wenn die Reisen durch Probleme im Führungsstil getrübt wird. Und der Verein hat ein großes Interesse an entsprechendem Feedback von den Mitseglern!

... und natürlich würde sich Clipper auch über positive Resonanz freuen :D

kaiserpudel
12.09.2004, 21:17
hi olpi,

danke für deinen tip - wird gemacht... :wink: wär doch schade, wenn die beziehung zwischen clipper und mir schon zuende wär...

pudel

olpi
13.09.2004, 14:22
wär doch schade, wenn die beziehung zwischen clipper und mir schon zuende wär...pudel
Ebend! Ich habe schon so viele schöne Stunden auf Clipperschiffen verbracht ! Mein Freundeskreis ist durch Clipper stark gewachsen. Nicht zuletzt habe ich meine Frau dort kennen gelernt!

Klar, ich habe auch schon Törns gehabt, die (menschlich) nicht so prall waren ... aber ich weiß, dass es auch anders geht. Und diese Erfahrung sollte jeder machen. Deshalb: Kopf hoch und für kommendes Jahr wieder anmelden ... 8)

Christina
14.09.2004, 16:08
Ich finde es etwas schade, dass man hier nur noch so negative Berichte findet. Es kommt mir so vor, als wäre die Überschrift dieses Threads „Meckerecke“ oder „Kummerkasten“.

Klar gehören auch negative Berichte und Erfahrungen hierher, aber hat denn niemand mehr positive Dinge zu berichten? Ich habe auch schon eine Menge Dinge bei Clipper erlebt. (Obwohl ich nach 3Törns nun auch noch nicht unbedingt zu den alten Hasen im Verein gehöre...) Leider waren nicht alle Erlebnisse positiv und ich kann die Erfahrungsberichte hier nur bestätigen. :(

Aber es ist nun mal so, wo viele Leute zusammen sind, da gibt es auch Unstimmigkeiten und Reibereien. Gerade wenn der Raum nur so begrenzt ist wie auf einem Schiff! Es gibt wohl fast auf jedem Törn (wie im normalen Leben auch...) Faulpelze, Besserwisser, Quertreiber, Drückeberger und wohl auch „Diktatoren“, Choleriker oder Machtbesessene (...hab ich noch irgendeine Spezies vergessen?). Ich denke aber auch, dass solche Menschen einem nicht den ganzen Urlaub verderben sollten. Schließlich ist man mit seiner Meinung ja meistens nicht alleine auf dem Schiff und in der Gruppendynamik sollte man so was hinbekommen. :wink:
Habt ihr schon mal darüber nachgedacht warum sich manche Steuerleute so verhalten?!? Vielleicht sind sie einfach mit der Verantwortung die sie tragen überfordert, haben Angst Fehler zu machen, oder sich bloß zu stellen. Redet doch einfach mal mit Ihnen über ihr Verhalten, oder geht zu einem Crewmitglied Eures Vertrauens.

Ansonsten kann ich die Kommentare von Christian (alias: Ebson_Valdez) nur unterstreichen!!!

Knut hatten diesen Thread ja eröffnet und ich denke er liest sich die Kommentare auch durch. Ich denke die Notwendigkeit, die Steuerleute auch in pädagogischer Hinsicht und sozialer Kompetenz zu schulen, ist rübergekommen. Hoffentlich wird das in Zukunft aufgegriffen.
Eventuell fehlt den Steuerleuten auch einfach ein Feedback. Da könnten vielleicht Bewertungsbögen am Ende des Törns hilfreich sein???

Nun will ich aber auch noch mal los werden warum ich so gerne bei Clipper segle!!!
Auf jedem Törn habe ich tolle und besondere Menschen kennen gelernt, mit denen wir ´ne Menge Spaß hatten. Ob bei der Freiwache, an einem lauen Abend an Deck, oder auch bei stürmischen Manövern mitten in einem Platzregen!
Ich habe viel über das Segeln von Traditionsschiffen und alles was damit zusammenhängt gelernt.
Außer dem Segeln; Segel setzen, -bergen, und –trimmen; die ganzen Tampen, deren Namen und Bedeutung, auch über Navigation und Seezeichen, Knotenkunde/Spleißen u.ä., aber auch über die Dinge drum herum z.B. das Glasen oder das Schanzlogg.
Außerdem habe ich einfach das Segeln und die Natur, samt den Naturgewalten (war auch nicht immer nur schön) erlebt und genossen.
...und das ist es doch letztendlich, was das Segeln bei Clipper ausmacht und was jeden Urlaub zu einem unvergesslichen und unvergleichlichen Erlebnis macht. :D :P
Zum Glück verblassen die (wenigen) negativen Erinnerungen meistens recht schnell und zurück bleiben die schönen Momente. ( ...das wünsche ich zumindest jedem von Euch...)!!!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch viele tolle Törns!!! \:D/

Christina

Martin P
14.09.2004, 17:11
Bei den Törns auf denen ich mitgesegelt bin (waren bei Clipper auch erst drei) hab ich auch Leute kennengelernt die ich nicht gerade als meine Freunde einstufen würde. Da aber die Lästerei, sowohl freundschaftliches lästern, als auch nicht so freundliches, zu meinen Hobbys zählt hab ich auch dank diesen Leuten Spass gehabt.

Ich hab solche Leute noch nie als Grund angesehen nicht mehr bei Clipper zu segeln. Ich reg mich aber auch nicht so schnell über andere Leute auf. Im Notfall kann man auch auf dem Schiff Leuten aus dem Weg gehen.

Viele Grüße
Martin

Christina
15.09.2004, 10:21
Hey Martin,

ja, an Deine Lästereien und Frotzeleien :twisted: kann ich mich auch noch gut erinnern!!! :wink:
Wie war das noch mit dem "rauhen und herzlichen Ton in der Seefahrt"?!? Aber das fällt ja nicht bei jedem so freundschaftlich aus wie bei Dir, Martin...

Im Notfall kann man auch auf dem Schiff Leuten aus dem Weg gehen. Das klappt leider nicht so gut, wenn die betreffende Person Dein Steuermann, oder gar der Kapitän ist... :?

Viele Grüße, Christina

jens
15.09.2004, 10:35
Moin zusammen,

ich kann Christina nur zustimmen. Leider gehören negative Erlebnisse auch dazu, aber ich habe bei Clipper in den letzten 9 Jahren fast nur schöne Törns erlebt. Und da es auf einem Schiff nun mal nicht unbedingt möglich ist, sich aus dem Weg zu gehen, sollte man auch mal einen bissigen Kommentar einfach nur wegstecken, aber das kommt natürlich immer auf einen selbst an.

Mfg

Jens

günther_bendt
19.09.2004, 12:53
Hallo,

Eine Clipper-Reise ist eine Urlaubsreise. Urlaub ist etwas, bei dem man sich erholen will, bei dem man was Neues erleben und für sich entdecken will, und das einem Freude machen soll.
Eine Urlaubsreise auf einem traditionellen Segler ist ein Urlaub, bei der die urlaubenden Mitsegler arbeiten müssen, um das Schiff voranzubringen, und um den Anforderungen und Vorschriften für den Betrieb eines Schiffes zu entsprechen.

Die Kunst besteht darin, diese Arbeit so zu gestalten, dass man sie gerne macht, weil man ihren Sinn versteht und sie als Bestandteil seines Urlaubs genießen kann.
Darum muss diese Arbeit vernünftig geplant und organisiert werden. Es ist die Aufgabe der Schiffsführung, den Comment für diese Organisation zu gewährleisten und das muss vom Kapitän über die Steuerleute, Wachführer bis zum Deckshand reichen. Dann kann der Törn ein Vergnügen werden.
Wenn man sich darauf verlassen kann, dass alle ihre Aufgabe verstehen und verantwortlich wahrnehmen, macht das Segeln Spaß, weil man weiß, dass man sich auf seine Mitseglern verlassen kann.

Man trifft ab und zu mal auf Leute, die ihre Arbeit nicht ordentlich machen, weil sie nicht wissen, wie sie es richtig machen müssen. Dann muss man ihnen das erklären und ihnen zeigen, wie sie es besser machen können. Niemand ist davor gefeit, Fehler zu machen und Irrtümern zu erliegen. Selbst ein Patentinhaber nicht, uns als Patentinhaber weiß er das auch.

Der Steuermann der diensthabenden Wache sollte jederzeit zuverlässig angeben können, wo der aktuelle Schiffsort ist. Er sollte den Unterschied zwischen einem Fischerfähnchen und einer roten Tonne kennen. Er sollte den Steuerkurs kennen und sich regelmäßig vergewissern, dass der Kurs auch gesteuert wird. Der Ausguck sollte die Umgebung im Auge behalten, den Unterschied zwischen einem Fischerfähnchen und einer roten Tonne ebenfalls kennen und auch den Kontakt zum Steuermann der eigenen Wache halten.

Traditionelles Segeln ist eine sehr naturnahe, gemütliche und ruhige Art des Reisens. Bei schlechtem Wetter kann das traditionelle Segeln aber wie jedes andere Segeln auch Seekrankheit, Kälte, Nässe, feuchte Klamotten und blaue Flecken bedeuten. Manche Schiffsführer mögen es zuweilen für pädagogisch wertvoll halten, ihren Mitseglern solche Erfahrungen nicht vorzuenthalten. Andere Schiffsführer sind klüger und verbringen schlechtes Wetter lieber an einem geschützten Ankerplatz oder in einem gemütlichen Hafen, oder legen ihre Route so an, dass das Segeln sicher bleibt und noch als halbwegs angenehm empfunden werden kann.
Ein Schiff hält mehr aus als jeder Mensch, aber diese Tatsache muss man nicht jedem Menschen hautnah vor Augen führen. Denn die Leute segeln um Urlaub zu machen, und nicht um mal zu sehen, wie man sich fühlt, wenn es einem so richtig dreckig geht. Für üble Erlebnisse bietet das Leben außerhalb von Clipper-Schiffen schon genug Gelegenheiten.

In diesem Sinnen, mit besten Grüßen,

Günther

Ebson_Valdez
06.11.2004, 21:14
Wegen all dieser oben genannten Gründe segle ich überhaupt - aber um mal wieder zur Kernfrage zurückzukehren:

Bei Clipper segel ich hauptsächlich wegen der Amphi (und der Leute, die man dort auf den Törns und bei der Winterarbeit trifft).

ChristianB
01.06.2005, 14:06
Mir hat mein bisher einziger Clippertörn sehr viel Spaß gemacht und ich werde nächstes Jahr garantiert wieder dabei sein, auch wenn wir einen zugegebenermaßen nicht ganz spannungsfreien Törn hatten: Stichwort zu viele Häuptlinge...
Den aus meiner Sicht härtesten Fall kann ich gern mal schildern:

Problem:
Bei Wendemanövern während meiner Wache, wo mein Steuermann natürlich auf der Brücke war, hat ein anderer Steuermann versucht, auch das Kommando bei unseren Segeln zu übernehmen. Er hat einige meiner Wache von ihren Positionen verscheucht und diese mit Leuten seiner eigenen Wache besetzt.
Das führte dazu, dass diese nicht richtig eingewiesenen Mitsegler Fehler gemacht und den Rest von uns behindert haben. Außerdem wars frustrierend für die Vertriebenen, die ihre Arbeit bis dato gut gemacht hatten. :(

Lösung:
Nach Wachwechsel haben wir die Begebenheit unserem Steuermann mitgeteilt. Der hat das dann in die Hand genommen, so dass wir bei der nächsten Wende unsere Positionen wieder selbst einnehmen konnten und eine 1a Wende gefahren sind. :wink:

Wenn man mal das Gefühl hat, das sich jemand daneben benimmt, muss man halt in ner ruhigen Minute (!) mit ihm reden.

Auch wenn ein persönliches Gespräch nicht hilft, solange man mit dem Steuermann seiner Wache oder dem Kapitän über solche Sachen reden kann, kann man ne Menge Probleme beseitigen. Ansonsten gibts ja meist noch genug andere Steuerleute, die den Betreffenden vielleicht länger kennen und besser mit ihm reden können.

ABER: Wir hatten Meer, Wind, Sonne, etwas Regen, Flaute, ganz viele nette Leute zwischen 15 und 70, sind viel gesegelt, haben auch mal den Jockel gequält, haben (teils schief, teils wunderbar) gesungen, getrunken, Häfen unsicher gemacht, an Deck gelegen und uns gesonnt, bei 14 Grad gebadet, geschnackt, gelacht und gelesen, natürlich auch das ein oder andere Mal über Drückeberger gelästert oder gemurrt, haben Sonnenbrand und Schwielen bekommen, mit schweren Lidern Ankerwache gehalten, uns dick und rund gefuttert, Unmengen an Fotos geknipst und uns beim Abschied nicht trennen können - kurzum, wir hatten einen Heidenspaß zusammen!

Bis zum nächsten Mal!

Christian

olpi
01.06.2005, 18:09
Klingt in allen Punkten nach einem ganz normalen Clipper-Törn: 8)
Einfach schön !

Auch das Thema mit den "Häuptlingen" ist mir durchaus bekannt. Ich finde es vorblidlich, wie ihr das Thema angegangen und schließlich gelöst habt. Sicher auch ein Punkt, der letzendlich dazu geführt hat, dass es ein schöner und entspannter Törn geworden ist.

Joanna
01.06.2005, 19:24
Ja das mit den Häuptlingen ist auf jedem törn so und wenn das mal nicht der fall sein sollte,dann sind stm dabei,die noch nach dem motto:frauen gehören nicht aufs schiff! handeln ...."ey jungs helft denen mal,die schaffen das sowieso nicht!" "Ne lass man,das klappt eh nicht....xyz mach das mal!".....traurig aber wahr.....da hääten wir mal wieder ein argument FÜR jüngere Stm :x !!!

Bin deshalb auch sehr davon begeistert,dass ihr das so locker hinbekommen habt!echt klasse!Kommt selten vor!!!!! =D>

olpi
02.06.2005, 10:10
Wir hatten auf der Jonny vor Jahren mal einen "GirlsDay": Einen Tag lang haben sich nur die Damen um das Schiff gekümmert und die Jungs den Abwasch gemacht. War 'ne witzige Aktion ... und hat ertaunlich gut geklappt :wink: :wink: :wink: :wink:

Metallurge
02.06.2005, 10:38
Auch wenn das Häuptlingsproblem von den Personen zumeist sicherlich nicht böse gemeint ist (oben beschriebenes wegscheuchen ist für mich da allerdings schon etwas jenseits der Grenze) - meiner Meinung nach sind ständig wechselnden Befehle dabei das Hauptproblem.
Es gibt zig Arten (besser gesagt Nuancen) ein Mannöver zu fahren, die sich für den erfahrenen Segler nicht sonderlich unterscheiden, aber für die Neulinge völlig anders erscheinen.
Wenn dann noch interene Reibereien in der Stammcrew sichtbar werden, wirkt das ganze vermutlich einfach nur noch wie ein zusammgewürfelter, chaotischer Haufen.
Ich hatte im letzten Jahr ein befreundetes Paar zu Clipper gelotst - nach so einem Chaostörn ist das Thema für sie aber erstmal wieder erledigt (war aber wohl wirklich ein Negativbeispiel, wie mir später von einem Clippererfahrenen bestätigt wurde).
Auch wenn es vielleicht ehrlicher ist - aber Kämpfe in der Führungsetage haben nach meinem Verständnis nichts in der Öffentlichkeit zu suchen...

Diese Probleme sind nach meiner Erfahrung in nunmehr 10 Jahren als Clipper-Deckshand Einzelfälle - aber leider bleiben die häufig länger in Erinnerung.


Zur Häuptlingsdichte:
kurzzeitiger Rekord auf meinem letzten Törn:
Hafenmanöver mit 4 Lotsen an Deck ... :lol:

clausi
09.11.2005, 20:44
hallo zusammen.
nun will ich auch mal was dazu schreiben , aus sicht eines steuermannes:
alle ,aber auch wirklich alle an bord machen urlaub. das sollte sich jeder zu herzen nehmen.als steuermann hat man ,meiner meinung nach die verpflichtung , dafür zu sorgen ,das der urlaub so angenehm wie möglich verläuft.dazu gehöhren natürlich auch döntjes aus der seefahrt.meistens dienen sie ja der belustigung. rauher ton muss dabei nicht sein.dazu gehört aber auch ,auf die bedürfnisse seiner wache einzugehen.es bringt nichts , nach einem rotationssystem die arbeiten der wache zu verteilen. das führt nur dazu , das sich bei leuten,die riesige angst vorm steuern haben , ja auch so was gibts,schon zwei posten vorher eine gewisse unkonzentriertheit breit macht und sie dann ihre anvertraute arbeit nicht sicher ausführen können.
manchmal will eine wache richtig gehend beschäftigt werden (4 Stunden lang) manchmal wollen sie aber auch nur in ruhe ausguck gehen.all das muss ein steuermann so schnell wie möglich rausfinden.da wir alle keine pschüchologen sind fällt es dem einen oder anderen etwas schwer ,das zu erkennen.
ich habe rausgefunden, das motivation viel bringt.als beste motivation nachts um drei auf wache hat sich haribo erwiesen.solch eine tüte kostet nicht die welt und bringt aber doch sehr viel.
man sollte seiner wache auch klar machen, das keine frage zu dumm ist.im gegenteil : wer nicht fragt stirbt dumm.
wie gesagt all das geäusserte ist meine meinung.es gibt natürlich auch steuerleute, die einfach ihre ruhe haben wollen und nicht ständig den äntertäiner spielen wollen.auch diese steuerleute machen urlaub.teilweise ist man nur einmal im jahr auf einem segelschiff und macht naturgemäß gerade in den ersten tagen fehler.man sollte dann nicht zu stolz sein und sich nichtrs von anderen mitseglern sagen lassen. im gegenteil wir sind doch alle ein ganzes und ergänzen uns als solches. nur so kann es laufen.
in diesem sinne viel spass beim segeln mit clipper
clausi
ps : wer rechtschreibfehler findet, kann sie behalten.

kaiserpudel
24.05.2006, 21:24
tja..

nachdem ich mir diese diskussion jetzt eine zeitlang angesehen habe, muss ich sagen, dass sich an meiner einschätzung nichts geändert hat.

ich bin in der zwischenzeit noch auf einigen anderen großseglern mit gefahren und auf keinem (!) herrschte ein annähernd (!!) großer stress wie auf der albatros. im gegenteil - es war einfach urlaub. und komisch - schneller waren wir auch, obwohl es nicht mehr wind gab.

argumente wie "das ist eben so in der seefahrt", "die sind halt auch mal im stress" oder "da muss man eben ewas wegstecken können" greifen in keiner weise, wie ich finde. sonst wäre es ja auf allen schiffen so wie es viele von euch hier beschreiben.

ich kann nur sagen: es geht viel schöner. schade, wenn man sich so viel gefallen lässt und glaubt, das müsste so sein.

Nina
24.05.2006, 21:52
Hallo "Kaiserpudel",

an deiner Einschätzung wird man wohl nichts mehr ändern können. Aber ich kann dazu nur sagen, dass ich genau die gegenteiligen Erfahrungen gemacht habe:

Nach 6 supertollen erholsamen Clippertörns, habe ich mich im letzten Jahr mal auf ein anderes Schiff gewagt. Und schon nach den ersten 2 Tagen wollte ich eigentlich nur noch nach Hause. Der freundschaftliche und kameradschaftliche Umgang, den ich bei Clipper kennengelernt hab und die gegenseitige Akzeptanz, konnte sich dort leider nicht durchsetzen. Ich war froh als ich wieder zuhause war und hab gleich am nächsten Tag meinen nächsten Clipper-Törn gebucht, - als Entschädigung. Nun habe ich es wieder mal gewagt, mich auf einem NichtClipperSchiff anzumelden. Allerdings nicht wegen schlechten Erfahrungen bei Clipper, sondern um mal ein anderes Fahrtgebiet kennenzulernen. Ich bin gespannt welche Erfahrungen ich dort machen werde.

Also an alle Clipperneulinge - lasst euch von Berichten über schlechte Erfahrungen nicht abschrecken. Jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen und jeder sieht diese auch aus unterschiedlicher Sicht. Und sollte euer ersten Törn voll "in die Hose" gegangen sein und ihr seit trotzdem segelbegeistert? Nicht aufgeben! Versucht es nochmal. Denn kein Törn gleicht dem Anderen. Und jeder hat auch seine positiven Seiten!

Viele Grüße
Nina

Hannes
25.05.2006, 18:59
Moin Herr Kaiserpudel,

der Eine so, der andere so.

Vielleicht stehen wir bei Clipper halt alle ein wenig darauf hart rangenommen zu werden und erfüllen durch einen Törn verborgen gemeinte Gelüste? http://www.cosgan.de/images/smilie/teufel/n010.gif

....eher nicht, oder?

Ich kann deine Meinung ebenso wenig teilen wie der überübergrößte Anteil der hier Vertretenen. Irgendwas ist bei dir oder deinem Törn wohl schief gelaufen. Vielleicht dein Anspruchsdenken?

Ich liebe Clipper und das ist auch gut so http://www.cosgan.de/images/smilie/liebe/p050.gif

Gruß,
Hannes

Ebson_Valdez
25.05.2006, 22:20
Moin Herr Hannes,

ich bin mir nicht sicher, ob das, was Frau Kaiserpudel hier stört, etwas mit Anspruchsdenken zu tun hat. Sie hat ja schon viel weiter oben in diesem Thread beschrieben, was sie meint und ich muss ihr zustimmen - so sollte es nicht zugehen und so hätte ich wohl auch weniger Spaß.
Es gibt nunmal Törns, da werden Mitsegler eher vergrault als dauerhaft gebunden. Glücklicherweise ist der überwiegende Teil der Törns aber eben genau nicht so. Ich bin so um die 15 Törns bei Clipper gefahren und da war auch einer so richtig zum abgewöhnen. Der Unterschied zwischen mir und Frau Kaiserpoudel ist aber der, dass ich davor schon 7 spitzenmäßige Törns erlebt habe.

Schönen Abend, Ebson

Hannes
25.05.2006, 23:45
Moin Herr Ebson,

mir gehts ebenso wie dir. Mit dem Unterschied, dass ich eben jenen Graultörn wohl noch nicht erleben durfte.

Nur die Polemik in Herrn Kaiserpudels Beitrag stößt mir bitter auf.

Ich entschuldige mich, wenn meine Konterpolemik nicht ankommt. Pardon, Herr Ebson.

Schönen Abend ebenso,

Hannes

PS: Insbesondere war es der letzte Satz des genannten Beitrages, welcher alle Clipperaner in einer weltweisen Art über einen Kamm des begrenzten Horizontes schert!