second mate
22.01.2007, 18:43
Autorenteam der Seewetteramtes
Wetter an Bord. Das Praxishandbuch für den Fahrten- und Regattasegler, DSV-Verlag, Hamburg 2005, 212 S., Preis: Euro 19.80
Die Wetterfrösche aus Hamburg landeten seinerzeit mit dem Band „Seewetter“ einen großen Treffer. Mittlerweile fünf Auflagen und der Eingang als Lehrmittel in die Seefahrtschulen sprechen für sich. Dieser Band vermittelt das nautische meteorologische Wissen in großer Breite und Tiefe und - hat damit wie alle grundlegenden Lehrbücher auch einen Nachteil. Die Datenfülle erschwert den raschen Blick auf das für die Praxis vor Ort wesentliche. Das tiefschürfende Lehrbuch kann eben nicht gleichzeitig der Praxisleitfaden für die rasche Information vor Ort sein. Diesem Umstand trug das Autorenteam des Seewetteramts Rechnung und schuf nun einen neue Publikation mit dem Untertitel „Das Praxishandbuch“. Es soll an Bord und während des Törns in übersichtlicher Form den schnellen Zugriff auf meteorologisches Fachwissen ermöglichen, daneben auch, man könnte fast sagen als „Checkliste“, der unmittelbaren Törnvorbereitung dienen.
Der erste Abschnitt ist der Gewinnung von aktuellen Wetterinformationen gewidmet. Breiter Raum ist hier naturgemäß den elektronischen Verfahren wie Internet, Seefunk und Wetterfax eingeräumt. Sehr wertvoll dabei ist eine URL-Adressen-Liste sämtlicher relevanter Wetterdienste. Die kompakte Übersicht aller Informationswege erstreckt sich auch auf die individuelle Törnberatung via Telefon, E-Mail oder Telefax. Der folgende Abschnitt über die Törnvorbereitung ist in kurz-, mittel- und langfristige Betrachtungsweisen gegliedert. Für die mittelfristige Wetterbeurteilung werden die Standardlagen für Nord- und Mitteleuropa in farbigen Bodenwetterkarten dargestellt. Abschnitt vier mit der Überschrift „An Bord“ widmet sich zunächst der eigenen Wetterbeobachtung und bringt eindrucksvolle Beispiele von Wolken- und Seegangsbildern. Im weiteren wird das Regelwerk der Numerischen Wettervorhersage (NWV) erläutert, nach dem unter Einbeziehung von an Bord gewonnenen Daten eine eigene Vorhersage für die nächsten 24 bis 36 Stunden vermittels eines Indexsystems möglich ist.
Abschnitt fünf faßt unter der Überschrift „Interpretation von Wetterinformationen“ eine Reihe weiterer praktischer Hinweise zur Beurteilung der Wetterentwicklung und der Auswirkungen auf Strom und Seegang zusammen. Der Band schließt mit zwei kurzen Beiträgen zu lokalen Wind- und Wettererscheinungen und zum Regattasegeln.
Die illustrative Ausstattung des Buches ist optisch und didaktisch vorbildlich. Für die immer weiter um sich greifende Unsitte, nichtssagende Archivbilder aus dem Segleralltag in Fachbücher einzustellen, findet sich gottseidank nur ein einziges, und somit verzeihliches Beispiel: Eine lächelnde Seglercrew, kommentiert mit der Bildunterschrift „Gut vorbereitet läßt es sich entspannt segeln“. Nach Meinung des Rezensenten ist dieser Band nicht unbedingt ein Basislehrbuch für den allerersten Zugang zur maritimen Meteorologie. Den optimalen Nutzen wird derjenige daraus ziehen, der das etwa das fachliche Grundwissen auf BR-Schein-Niveau schon einmal mitbringt.
Wolfgang Bühling
Wetter an Bord. Das Praxishandbuch für den Fahrten- und Regattasegler, DSV-Verlag, Hamburg 2005, 212 S., Preis: Euro 19.80
Die Wetterfrösche aus Hamburg landeten seinerzeit mit dem Band „Seewetter“ einen großen Treffer. Mittlerweile fünf Auflagen und der Eingang als Lehrmittel in die Seefahrtschulen sprechen für sich. Dieser Band vermittelt das nautische meteorologische Wissen in großer Breite und Tiefe und - hat damit wie alle grundlegenden Lehrbücher auch einen Nachteil. Die Datenfülle erschwert den raschen Blick auf das für die Praxis vor Ort wesentliche. Das tiefschürfende Lehrbuch kann eben nicht gleichzeitig der Praxisleitfaden für die rasche Information vor Ort sein. Diesem Umstand trug das Autorenteam des Seewetteramts Rechnung und schuf nun einen neue Publikation mit dem Untertitel „Das Praxishandbuch“. Es soll an Bord und während des Törns in übersichtlicher Form den schnellen Zugriff auf meteorologisches Fachwissen ermöglichen, daneben auch, man könnte fast sagen als „Checkliste“, der unmittelbaren Törnvorbereitung dienen.
Der erste Abschnitt ist der Gewinnung von aktuellen Wetterinformationen gewidmet. Breiter Raum ist hier naturgemäß den elektronischen Verfahren wie Internet, Seefunk und Wetterfax eingeräumt. Sehr wertvoll dabei ist eine URL-Adressen-Liste sämtlicher relevanter Wetterdienste. Die kompakte Übersicht aller Informationswege erstreckt sich auch auf die individuelle Törnberatung via Telefon, E-Mail oder Telefax. Der folgende Abschnitt über die Törnvorbereitung ist in kurz-, mittel- und langfristige Betrachtungsweisen gegliedert. Für die mittelfristige Wetterbeurteilung werden die Standardlagen für Nord- und Mitteleuropa in farbigen Bodenwetterkarten dargestellt. Abschnitt vier mit der Überschrift „An Bord“ widmet sich zunächst der eigenen Wetterbeobachtung und bringt eindrucksvolle Beispiele von Wolken- und Seegangsbildern. Im weiteren wird das Regelwerk der Numerischen Wettervorhersage (NWV) erläutert, nach dem unter Einbeziehung von an Bord gewonnenen Daten eine eigene Vorhersage für die nächsten 24 bis 36 Stunden vermittels eines Indexsystems möglich ist.
Abschnitt fünf faßt unter der Überschrift „Interpretation von Wetterinformationen“ eine Reihe weiterer praktischer Hinweise zur Beurteilung der Wetterentwicklung und der Auswirkungen auf Strom und Seegang zusammen. Der Band schließt mit zwei kurzen Beiträgen zu lokalen Wind- und Wettererscheinungen und zum Regattasegeln.
Die illustrative Ausstattung des Buches ist optisch und didaktisch vorbildlich. Für die immer weiter um sich greifende Unsitte, nichtssagende Archivbilder aus dem Segleralltag in Fachbücher einzustellen, findet sich gottseidank nur ein einziges, und somit verzeihliches Beispiel: Eine lächelnde Seglercrew, kommentiert mit der Bildunterschrift „Gut vorbereitet läßt es sich entspannt segeln“. Nach Meinung des Rezensenten ist dieser Band nicht unbedingt ein Basislehrbuch für den allerersten Zugang zur maritimen Meteorologie. Den optimalen Nutzen wird derjenige daraus ziehen, der das etwa das fachliche Grundwissen auf BR-Schein-Niveau schon einmal mitbringt.
Wolfgang Bühling