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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pamir und Passat


Nina
08.07.2007, 12:46
Erich R. Andersen (Hrsg.) : „Pamir“ und „Passat“ die letzten deutschen Handelssegler
Berlin: Pro BUSINESS 2007
340 Seiten, durchgängig mit Fotos und Abbildungen versehen / Preis 57 Euro

Der Hrsg. Erich R. Andersen hat durch seine Recherchearbeit und das Sammeln und Zusammenstellen von Dokumenten ein wahres Archiv aus diesem Buch gemacht. Ein Archiv aus Zeitdokumenten wie Zeitungsausschnitte und Fotos, Tagebüchern und Berichten, von denen, die selbst an Bord der beiden Segler ausgebildet wurden. Es berichtet von der Fahrt und der Arbeit auf den letzten deutschen Handelsgroßseglern bis zum Untergang der Pamir und weit darüber hinaus. Dabei ist es frei von Spekulationen und basiert auf Tatsachen. Auch die Veränderungen in der Schifffahrt und die Seefahrt, wie sie heute ist, spielen in dem Buch eine Rolle, wie Clipper-Kapitän Kay Andersen sie beschreibt.

Die Namen der Mitautoren sind bei Clipper durchaus bekannt. So lässt Uwe Hoffmann den Leser teilhaben, an seinen Erlebnissen an Bord durch Einblicke in sein Pamir-Tagebuch von 1956. Ebenso Günter Haselbach, der in seinen Berichten das Leben an Bord der Pamir schildert und als einer der wenigen Überlebenden den Untergang so wiedergibt, wie er ihn selbst an Bord erlebt hatte, sowie die anschließende Zeit im Rettungsboot und letztendlich die Rettung.
Beide sind heute im Clipper-Winterlager mit ihrem Fachwissen aktiv und im Sommer als erfahrene Steuerleute mit langer Berufserfahrung an Bord und fahren seit mehreren Jahren zusammen mit Kay Andersen auf allen Clipper Schiffen.


Was dieses Buch für mich so interessant macht, ist , dass es im Gegensatz zu anderen zu diesem Thema erschienenen Büchern und Artikeln, wirklich nur das wiedergibt wie es wirklich war, ohne jegliche Spekulationen. Zum einen die erlebten Geschichten von Menschen, die selbst mit an Bord von Pamir und Passat waren in der Vorgeschichte, im Mittelpunkt der Untergang und wie er von den Überlebenden und der Öffentlichkeit erlebt wurde und in der Nachgeschichte, Dokumente, die zeigen, wie der Unfall zum damaligen Zeitpunkt u.a. vom Seeamt beurteilt wurde, ohne dass der Herausgeber dies kritisiert oder in Frage stellt. So bietet das Buch dem Leser die Möglichkeit, sich selbst eine Bild von der damaligen Situation zu machen, ohne von irgendwelchen Spekulationen im Nachhinein, beeinflusst zu werden.

Wer sich für die Geschichte der Handelssegelschiffe oder den Untergang der Pamir interessiert, oder wer einfach nur nachvollziehen möchte, wie junge Leute ihre Ausbildung auf den Schiffen vor mehr als 50 Jahren erlebt haben, liegt mit diesem Buch genau richtig.
Nina Stellmann