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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Übung auf "Seute Deern"


StZwilling
25.08.2007, 10:10
Vorbereitung auf den Ernstfall

Vor Fehmarn sind am Freitag, 24.8.2007 drei Schiffe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) übungsweise der "Seuten Deern" zu Hilfe geeilt. Drei Szenarien hatten die Ausbildungsleiter sich einfallen lassen, damit die freiwilligen Seenotretter und die Segler den Ernstfall proben können.

Zwei "Verletzte" waren so geschminkt worden, dass ihre Beinverletzung und der angeknackste Rücken realistisch aussahen. Hannes, die Puppe aus der Kiste und damit ein dritter Verletzter, wurde bewußtlos erklärt, nachdem alle drei den achteren Niedergang hinuntergestürzt waren. Der Grund: "Seute Deern" war angeblich auf ein unbekanntes Hindernis im Wasser gelaufen und bei dem Stoß hatten die drei den Halt verloren und lagen im Eingang zur Messe. Auf ihre Hilferufe eilten Steuermann und Crewmitglieder nach unten, sondierten die Lage, leisteten erste Hilfe und Kapitän Karl-Walter Hartmann rief die DGzRS. Der Seenot-Rettungskreuzer "John T. Essberger" aus Großenbrode lag nicht einmal eine Meile entfernt vor Anker und übernahm die Koordination der Rettungsmassnahme. Denn die drei Verletzten sollten auf die Seenotrettungsboote "Emil Zimmermann" und Konrad Otto" abgeborgen werden. Schwere Arbeit für die Retter und die Crew, aber auf Tragen festgeschnallt wurden die Verletzten vorsichtig an Deck getragen. Da kaum Seegang herrschte, war auch die Übergabe auf die Rettungsboote kein Problem.
Aber - nach dem Mittagessen - kamen die Pumpen nicht mehr gegen das eindringende Wasser an, dass nach dem Aufprall auf das unsichtbare Hindernis ins Schiff strömen sollte. Die "Seute Deern" sollte untergehen! Und die Mannschaft das Schiff verlassen. Durch die Bucht vor Burgtiefe klingelte der Generalalarm bis alle vollzählig mit Rettungswesten an Deck waren. Mit Regenkombis schon auf das nasse Aussteigen vorbereitet, denn in der Übung sollten Teambildung, Kommunikation und Koordination geübt werden und nicht getestet wie kalt das Ostseewasser wirklich ist.

Das Rettungsfloß hatte die DGzRS mitgebracht zu Übungszwecken, die vorhandenen Rettungsinseln werden ja weiter gebraucht. Auch Überlebensanzüge waren vorbereitet und vier Mann sprangen darin gleich von Bord während die anderen versuchten möglichst trocken ins Floß zu klettern. Nix trocken - das Floss war im Nu halb voll Wasser und nach etwa zehn Minuten wurde der Badespass kühl und etwas ernster. Bis die vier Treibenden eingesammelt waren und das Floss zum Rettungskreuzer geschleppt wurde.

Geschleppt wurde dann auch die "Seute Deern", die natürlich nicht gesunken war. Diese Übung zum Abschluss stellte die Maschinen von "Emil Zimmermann" und "Konrad Otto" auf die Probe, die aber selbst bei fast fünf Knoten Schlepptempo noch Reserven hatten.
"Alles in allem eine gelungene Übung" stellte der Leiter am Ende fest. Sowohl für die Freiwilligen der DGzRS wie auch für die Mannschaft der "Seute Deern" war das ein Kompliment.
Die Segler hatten einen aufregenden Tag, spannende Erfahrungen und mehr dazu ist in der nächsten "Horizonte" nachzulesen. Die ersten Fotos gibt es in der Galerie.