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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fehmarnbelt-Brücke


second mate
04.09.2007, 16:52
Jetzt wird in Dänemark eine Verbindung südwärts erörtert, die im Falle ihrer Verwirklichung das Ende der klassischen Gedser-Route bedeuten würde. Eine dänische Ingenieurfirma arbeitet zur Zeit gemeinsam mit deutschen Firmen am Projekt einer Eisenbahnbrücke über den Fehmarnbelt, die zwischen den Inseln Laaland und Fehmarn gebaut werden soll. Die eine Insel gehört zu Dänemark, die andere zu Deutschland ...Die neue Brücke soll für den Verkehr von Fernzügen und Autos geschaffen werden. Sie soll 400 Millionen dänische Kronen kosten. Ihre Fahrbahn wird sechzig Meter über dem Meeresspiegel liegen und selbst den größten Schiffen eine Durchfahrtsrinne von 400 Metern Breite offen lassen.

Aus: Frankfurter Zeitung vom 22.9.1936

clausi
04.09.2007, 21:19
Da sollten wir ja problemlos drunter durch kommen.
gruß Clausi

Calle
04.09.2007, 22:21
Is latürnich klar:

Als Skibbä kuckt unser Clausi nur auffe Durchfahrtshöhe vonne Brügge, nech...

Selektive Wahrnehmung nennt man sowas....

dabei hat der bekannte Marine-Literaturkritiker W. Bühling das

Erscheinungsdatum

doch so schön groß gesetzt...
und dat isses, gell?! :roll:

second mate
05.09.2007, 11:49
Außerdem hat Skipper Clausi nicht realisiert, daß der seriöse Schiffsführer die Durchfahrtshöhe der BILD-Zeitung und nicht dem Papyrus Francfurtius entnimmt: "BILD Dir Deine Durchfahrtshöhe!"
second

clausi
08.09.2007, 21:22
Ha ha ha, wer rechnet den mit sowas ihr bagaluten (oda wi schraibtman sowas)
tschüss
clausi

Calle
08.09.2007, 22:07
Bagalut auch Bagalute (Plural: Bagaluten) kommt aus der norddeutschen Umgangssprache (http://de.wikipedia.org/wiki/Umgangssprache) und bedeutet so viel wie Rüpel (http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCpel), Schuft (http://de.wikipedia.org/wiki/Schuft) oder Radaubruder (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Radaubruder&action=edit). Der Ursprung des Wortes ist nicht geklärt, möglich ist jedoch das Hervorgehen aus dem englischen bag o'loot (Beutel voller Diebes- oder Plündergut) in alten Seefahrertagen (http://de.wikipedia.org/wiki/Seefahrer).
Die Band Torfrock (http://de.wikipedia.org/wiki/Torfrock) hat den Begriff mit ihren Weihnachtskonzerten unter dem Titel Bagaluten-Wiehnacht bekannt gemacht. Torfrock bezeichnet sich selber entsprechend der Bagaluten-Wiehnacht ebenfalls als Bagaluten und definiert den Begriff mit einem Augenzwinkern folgendermaßen:

„Im Leben gibt's die Bösen und die Guten. Und die dazwischen, das sind die Bagaluten.“

Dwarslöper
08.09.2007, 22:09
Francfurtius

Das hört sich irgendwie unanständig an!
Ich hoffe, es hat nichts mit übler Luft zu tun!

second mate
09.09.2007, 19:35
Honi soit qui mal y pense !

second mate
09.09.2007, 19:48
Quatsch, die Bagaluten liegen zwischen Alaska und Sibirien, das weiß doch jedes Kind!

Calle
09.09.2007, 20:14
Ne, ne...das verwechselst du: [-X


Auf den Alëuten
da wohnen die Bagaluten !

clausi
09.09.2007, 21:13
ich wusste ja , das meine frage nach der schreibweise der bagaluten eine antwort nach sich ziehen würde, aber so eine menge , das ist das was ich an clipper so mag , junggebliebene jeden alters machen quatsch.eigentlich stoff für ein buch.
tschüss und weiter so .
clausi

second mate
10.09.2007, 13:18
Woraus sich wiederum erklärt, warum die Aleuten in letzter Zeit als Torfrockzentrum bekannt geworden sind!

Calle
11.09.2007, 01:15
tschüss und weiter so .
clausi

Ja, Clausi - da du immer noch nich weißt, was

Honi soit qui mal y pense

bedeuten tut, tu ich dich hier ma aufklärn:

Während meiner Lehrzeit bei der MAN im Hamburger Hafen Anfang/Mitte der 60er musste ich donnerstags vonne Berufsschule zurück nache Firma am Hachmannkai, um mitm' Werkbus nach Hause zu komm....
Schulschluß war gegen 15 Uhr, der Werkbus fuhr um 17:30 und die Barkasse von St.Pauli-Landungsbrücken auch so um 17:00
....also
Zeit genug, um die Strecke zu Fuß zurückzulegen - für die U-Bahn war ohnehin kein Geld...
und so bin ich denn etliche Male nachmittags durch St. Pauli gelatscht....

und habe daher den o.g. Spruch über der Eingangstür des Cafe Keese gelesen...

hielt das damals (ich nix französisch) für irgendwas Verruchtes, Nuttiges, zumindest Unanständiges....

hatte in meinem verklemmten Elternhaus auch nie nach der Bedeutung gefragt
und diese erst später erklärt bekommen...

zumindest ist " Honi soit qui mal y pense" auf meiner Festpladde...

heute, mit internet is alles vieeeeeeeeel einfacher: :razz:

http://de.wikipedia.org/wiki/Honi_soit_qui_mal_y_pense

clausi
11.09.2007, 21:15
toll,hier funktioniert ja schon telepathie.eigentlich wollte ich das auch noch mal fragen, was dieses komische honi dingsbums bedeutet, brauche ich ja nun nicht mehr.übrigens hatte ich im keller vom kaffee keese meine hochzeitsfeier.
so nun muss ich weg auf schleuse.
tschüss
clausi

günther_bendt
13.09.2007, 13:48
Die Erklärung zu "honi soit qui mal y pense" in Wikipedia ist die sehr prüde "viktorianische" Fassung der Geschichte.
König Eduard III würde sich wahrscheinlich die Augen reiben, wenn er das in Wikipedia lesen würde.
Er war praktisch denkend und schätzte die aufrechte, gerade Tat. Besonders wenn seiner Geliebten beim Tanz in der Öffentlichkeit die Strumpfbänder aufgingen und jemand ihr flugs half, selbige wieder unter ihren ausladenden Röcken an ihrer Wäsche festzubinden. Dieser Jemand war jung und männlich, die Geliebte jung und lebendig, der König beobachtete den Vorfall, sprach den Satz "Honi soit qui mal y pense", und der Jemand wurde erster Träger des "Orders of the Garter". Eine königliche Geste.

Grüße,

Günther

günther_bendt
21.09.2007, 00:47
Also, diese Brücke wird wohl gebaut werden, 19 km lang, von Puttgarden nach Rödby, und zwar als vierspurige Autobahnbrücke mit zwei Eisenbahngeleisen.
Sie soll aber nicht 400 Millionen dänische Kronen kosten, sondern ca. 5,6 Milliarden Euro. Bezahlt werden soll der Löwenanteil von den Dänen. Die deutsche Offiziellen mauern noch ein bisschen, weil sie die Kosten für den Autobahnbau nach und auf Fehmarn und den Bau einer neuen Brücke über den Fehmarnsund scheuen. Die existierende Brücke ist ja nur zweispurig.
Die Fähren werden vermutlich eingeschränkt weiter betrieben werden, da die Brücke nach Dänemark für Fußgänger und Radfahrer gesperrt wird. Ist ja schließlich eine Autobahn, und wegen des Windes und der Höhe über dem Wasser für Radfahrer zu gefährlich. Daher werden radfahrende Touristen mit Fähre reisen müssen.

Ich freue mich nicht über diese Brücke. Auf der Fähre kann man mal eine Pause machen, sich die Beine vertreten, sich ein Krabbenbrot und einen Kaffee reinziehen, eine Runde übers Deck drehn, über die Ostsee schauen und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Das kann eine Fahrt auf der Brücke alles nicht bieten.

In Puttgarden und Rödby wird vermutlich "tote Hose" sein, wenn die Brücke erst mal in Betrieb ist. Was eine Brücke aus den Fährhäfen macht, sobald sie die Fähren ersetzt hat, konnte ich vor Jahren bei einem Besuch mit der Amphi in Korsör beobachten: Alles nett zurecht gemacht, und nichts mehr los. Die Wirtin hockte mit depressivem Lächeln hinter dem Tresen, es war Sommer, und der Hafen und die Kneipen, wo früher immer was los war, und viel Stimmung und Spaß, die waren leer. Ich fand´s traurig.

Grüße,

Günther

Calle
22.09.2007, 14:38
In Puttgarden und Rödby wird vermutlich "tote Hose" sein, wenn die Brücke erst mal in Betrieb ist.

Wart du schon mal in Rødbyhavn in der einzigen Dorfkneipe, Günther?

Da ist jetzt schon bzw. war schon immer tote Hose, denn der durch die Fähren unterbrochene Autoverkehr
hat niemals nicht diesen Ort mit Leben erfüllt- hierhin verirrt sich selten ein Fahrzeug.

Puttgarden sowie Rødby sind Orte neben der Autobahn und nicht vergleichbar mit Fährhäfen wie z.B. Helsingør.
Nach dem Brückenbau werden allerdings etliche Arbeitsplätze nicht mehr sein...

günther_bendt
24.09.2007, 13:44
Hallo Calle,

Klar war ich noch nie in der Dorfkneipe in Rödbyhavn. Ich fahre immer mit dem Auto auf die Fähre, meistens mit der Familie, und dann machen wir auf der Fähre Pause und nicht in der Dorfkneipe.

Wenn die Fähren nicht mehr da sind, werden eine Menge Arbeitsplätze wegfallen, im Hafen und auf den Fähren. Die betroffenen Leute gehen dann nach Feierabend wohl was seltener in die Dorfkneipe, und viele werden wegziehen.
Der Fährhafen eignet sich nicht als Sportboothafen. Wenn man da einen Sportboothafen hätte und ein Hafenleben damit etablieren könnte, könnte es in der Kneipe schließlich was mehr Betrieb geben. Aber in den langweiligen und unattraktiven Industriehäfen, wie Rödbyhavn einer ist, ist im Bezug auf jegliche Kneipenkultur in der Regel eh tote Hose, weil man Seeleuten heutzutage kaum noch Zeit lässt, um im Hafen inne Kneipe zu gehen, und weil im Zuge der effizienten Rationalisierungsmaßnahmen Hafenarbeiterjobs großflächig weggefallen sind. Dadurch fehlt in den Hafenkneipen oft die Nachfrage, durch die sie sich halten und entwickeln können.

Das macht bei Lichte besehen keinem wirklich Spaß, aber unterm Strich ist es -zack- effizient. Spaß war ja auch nie der Zweck der Übung, sondern maximale Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Wenn das Dasein aber darauf reduziert wird, sich zweckoptimiert auf die Funktion eines zweckoptimierten Rädchens im fein abgestimmten Getriebe beschränken zu müssen, kann es passieren, dass diese Aufgabe einen irgendwann nicht mehr ausfüllt. Und dann sucht man sich eine Alternative.

In diesem Sinne,

Grüße aus Aachen,

Günther