Rainer Bühling
07.09.2007, 16:43
Hallo Clipper-Leute,
wie in den vergangenen Jahren bot auch in 2007 das Bundeswehrsozialwerk eine Clipperreise für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren und junge Erwachsene (18-25) an. Unter Schiffer Hans Rahnenführer verbrachte die Gruppe zehn wunderschöne, harmonische Tage auf Amphi, welche nicht zuletzt durch unseren schwedischen "Verbindungsoffizier" Dag Lundmann und seine vielfältigen Beziehungen in Bohuslän zu einem echten Erlebnis wurden. Im Gegensatz zu unseren Vorgängern und Nachfolgern waren wir auch nicht durch Starkwind und Sturm behindert, sondern konnten den nordischen Sommer die ganze Zeit über in vollen Zügen genießen. Im folgenden gebe ich einen Auszug aus dem Reiseprotokoll wieder, das ich als Betreuer der Gruppe für das Sozialwerk erstellt habe.
An dieser Stelle sage ich noch einmal Dank an Hans, Dag, Rainer, Fred, Günter, Jens und Smut Olaf, Ihr wart eine tolle Gang! Hoffentlich bis nächstes Jahr!
Rainer Bühling
Sozialwerkfreizeit Segeltörn „AMPHITRITE“, 1.8.-11.8.2007
Betreuer: Rainer Bühling, Anne Fleck
Die Reise 2389 des Deutschen Jugendwerks zur See begann mit einer Überraschung. Abgangshafen würde nicht, wie vorgesehen, Frederikshavn in Nord-Dänemark sein. Aufgrund der Wetterlage hatten sich Vereinsleitung und Schiffsführung für Halden an der schwedisch-norwegischen Grenze entschieden. Die Anfahrt über die Fährlinien Puttgarden-Rødby und Helsingør-Hälsingborg am 1.8. verlängerte sich dadurch nicht unerheblich, erst gegen zehn Uhr abends konnten wir die AMPHITRITE in dem kleinen Fjordstädtchen beziehen und die Mitsegler sich mit dem 1887 in Gosport gebauten, ehemaligen Rennschoner vertraut machen. Der Besuch des Schiffes erregte die Aufmerksamkeit der lokalen Presse. Halden Arbeiderblad vom 2.8. berichtete mit einem Aufmacher.
Daß die lange Busreise auch ihre Vorteile hatte, zeigte sich am nächsten Tag. Befanden wir uns doch bereits unmittelbar im Zielgebiet und so führte die Fahrt von Anfang an durch die eindrucksvolle Schärenlandschaft Westschwedens und in die Hafenstadt Strömstad, wo wir längsseits des schwedischen Dreimasters ÄLVA, der ebenfalls mit einer Jugendgruppe unterwegs war, fest machten.
Am Morgen des dritten Tages erhielten die Mitsegler Landurlaub, um bei schönstem Wetter den umtriebigen Badeort zu erkunden. Mittags setzten wir die Reise fort und legten am Abend im einem stillen Fjord direkt an haushohen Granitfelsen an, um auf der Nachbarinsel Stensholmen das Grab des Dichters und Matrosen Gorch Fock zu besuchen, dessen Leichnam nach der Skagerrak-Schlacht 1916 hier angelandet wurde. Später wurde unweit des Liegeplatzes gegrillt und der helle nordische Abend am Lagerfeuer verbracht.
Der 4. August führte uns zunächst „um die Ecke“ nach Hamburgsund, Wohnsitz unseres schwedischen Steuermanns Dag Lundmann. Nach einer kurzen Stippvisite ging es weiter nach Süden durch den engen Hamburgsund und später durch den in die Felsen gesprengten Sotenkanal nach Smögen, einem Muß für jeden Schärenfahrer. Dieser ehemalige Fischerort, in den Sommermonaten fest in der Hand der Touristen, ist mit seinen in und auf die Felsen gebauten Holzhäusern und seinem Hafen eine der Hauptattraktionen Bohusläns.
Am fünften August war es, nach „Schärenfahrt satt“, Zeit, an die hohe See zu denken, aber auch daran, daß AMPHITRITE am 11. August rechtzeitig in Århus sein mußte. Das Skagerrak zeigte sich von seiner Schokoladenseite, die Überfahrt nach Dänemark war tagsüber sonnig, die Nachtfahrt unter Segeln sommerlich mild und angenehm. Am Morgen des sechsten August sichteten wir die Nordspitze Dänemarks. Um nach Skagen zu gelangen, waren nach Seglerart aber noch etliche Kreuzschläge nötig, willkommene Gelegenheit, die Mitsegler mit dem Wendemanöver vertraut zu machen. So dauerte es bis nach neunzehn Uhr, daß wir unser Schiff im Fischereihafen fest machen konnten.
Der siebte August stand für die Mitsegler im Zeichen der Landausflüge, während die Stammbesatzung kleinere Reparaturen erledigte. Rainer Bühling führte die größere Gruppe der Radfahrer auf Radwegen zur nördlichsten Landzunge, wo sich Kattegat und Skagerrak vereinigen. Der letzte Kilometer wurde am Strand zu Fuß zurückgelegt. Auch der stattliche Leuchtturm Skagen wurde bestiegen, von dem sich ein grandioser Rundblick auf die See und den Schiffsverkehr bot. Eine kleine Gruppe besuchte unter Führung von Anne Fleck das Skagen Museum, das unter anderem eine Sonderschau zum hundertjährigen Bestehen des Hafens, ehemals eines der größten Fischereihäfen Dänemarks, bot.
Am Morgen war die ALBATROS, ein weiteres Clipperschiff, welches wir schon in Smögen getroffen hatten, bei uns längsseit gegangen. Am Abend ergab sich ein gemeinsames Singen an Deck, wobei Steuermann Fred Dobrinkat, zu Hause Leiter eines Shanty-Chors, seiner Rolle voll gerecht wurde. Auch die Passanten an Land hatten ihre Freude an den Vorträgen.
Am 8. August hieß es nach dem Start um vier Uhr früh „Südwärts unter allen Segeln“, unterwegs nach Grenå war bei leichten Winden Gelegenheit für eine „Foto-Safari“, die Jugendlichen konnten vom Beiboot aus ihr Schiff unter vollen Segeln betrachten und fotografieren. Der Morgen des 9.8. empfing uns mit Nebel, mit Radarfahrt wurde deshalb ein Ankerplatz unter der Küste und außerhalb der Schiffahrtswege aufgesucht. Am späten Vormittag besserte sich die Sicht und wir konnten nach Grenå einsteuern. Betreuer Rainer führte die Jugendlichen durch das Kattegat Center, einem weithin bekannten Aquarium mit einheimischen und tropischen Meeresbewohnern.
Am 10.8. erneuter Start in aller Frühe, günstige Winde nutzend kamen wir unserem Endhafen zügig näher und durch eine Winddrehung konnte schließlich bis Århus gesegelt werden, wo wir in Sichtweite des Hafens um 20.45 auf Reede zu Anker gingen. Unterwegs hatte es bereits das Captains Dinner gegeben, nun folgte noch ein gemütlicher Abschlußabend mit „Lumumba“ – streng nach Lebensalter mit oder ohne Rum- und der unvermeidlichen „Eisbärjägerprüfung“, einer Denksportaufgabe. Dienst blieb aber auch jetzt noch Dienst, bis zum Morgen wurde nach altem Seemansbrauch umschichtig Ankerwache gegangen.
Am Morgen des letzten Tages kam Shantyman Fred noch einmal zum Einsatz, als die Mitsegler den Anker mit dem Gangspill hievten, jener altertümlichen Winde, die schon die Matrosen des 19. Jahrhunderts zu Seemannsweisen bedienten. Um 10.00 früh waren wir neben der ALBATROS in Århus fest, die Reise 2389 war zu Ende.
Riedering, 18.8.2007
wie in den vergangenen Jahren bot auch in 2007 das Bundeswehrsozialwerk eine Clipperreise für Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren und junge Erwachsene (18-25) an. Unter Schiffer Hans Rahnenführer verbrachte die Gruppe zehn wunderschöne, harmonische Tage auf Amphi, welche nicht zuletzt durch unseren schwedischen "Verbindungsoffizier" Dag Lundmann und seine vielfältigen Beziehungen in Bohuslän zu einem echten Erlebnis wurden. Im Gegensatz zu unseren Vorgängern und Nachfolgern waren wir auch nicht durch Starkwind und Sturm behindert, sondern konnten den nordischen Sommer die ganze Zeit über in vollen Zügen genießen. Im folgenden gebe ich einen Auszug aus dem Reiseprotokoll wieder, das ich als Betreuer der Gruppe für das Sozialwerk erstellt habe.
An dieser Stelle sage ich noch einmal Dank an Hans, Dag, Rainer, Fred, Günter, Jens und Smut Olaf, Ihr wart eine tolle Gang! Hoffentlich bis nächstes Jahr!
Rainer Bühling
Sozialwerkfreizeit Segeltörn „AMPHITRITE“, 1.8.-11.8.2007
Betreuer: Rainer Bühling, Anne Fleck
Die Reise 2389 des Deutschen Jugendwerks zur See begann mit einer Überraschung. Abgangshafen würde nicht, wie vorgesehen, Frederikshavn in Nord-Dänemark sein. Aufgrund der Wetterlage hatten sich Vereinsleitung und Schiffsführung für Halden an der schwedisch-norwegischen Grenze entschieden. Die Anfahrt über die Fährlinien Puttgarden-Rødby und Helsingør-Hälsingborg am 1.8. verlängerte sich dadurch nicht unerheblich, erst gegen zehn Uhr abends konnten wir die AMPHITRITE in dem kleinen Fjordstädtchen beziehen und die Mitsegler sich mit dem 1887 in Gosport gebauten, ehemaligen Rennschoner vertraut machen. Der Besuch des Schiffes erregte die Aufmerksamkeit der lokalen Presse. Halden Arbeiderblad vom 2.8. berichtete mit einem Aufmacher.
Daß die lange Busreise auch ihre Vorteile hatte, zeigte sich am nächsten Tag. Befanden wir uns doch bereits unmittelbar im Zielgebiet und so führte die Fahrt von Anfang an durch die eindrucksvolle Schärenlandschaft Westschwedens und in die Hafenstadt Strömstad, wo wir längsseits des schwedischen Dreimasters ÄLVA, der ebenfalls mit einer Jugendgruppe unterwegs war, fest machten.
Am Morgen des dritten Tages erhielten die Mitsegler Landurlaub, um bei schönstem Wetter den umtriebigen Badeort zu erkunden. Mittags setzten wir die Reise fort und legten am Abend im einem stillen Fjord direkt an haushohen Granitfelsen an, um auf der Nachbarinsel Stensholmen das Grab des Dichters und Matrosen Gorch Fock zu besuchen, dessen Leichnam nach der Skagerrak-Schlacht 1916 hier angelandet wurde. Später wurde unweit des Liegeplatzes gegrillt und der helle nordische Abend am Lagerfeuer verbracht.
Der 4. August führte uns zunächst „um die Ecke“ nach Hamburgsund, Wohnsitz unseres schwedischen Steuermanns Dag Lundmann. Nach einer kurzen Stippvisite ging es weiter nach Süden durch den engen Hamburgsund und später durch den in die Felsen gesprengten Sotenkanal nach Smögen, einem Muß für jeden Schärenfahrer. Dieser ehemalige Fischerort, in den Sommermonaten fest in der Hand der Touristen, ist mit seinen in und auf die Felsen gebauten Holzhäusern und seinem Hafen eine der Hauptattraktionen Bohusläns.
Am fünften August war es, nach „Schärenfahrt satt“, Zeit, an die hohe See zu denken, aber auch daran, daß AMPHITRITE am 11. August rechtzeitig in Århus sein mußte. Das Skagerrak zeigte sich von seiner Schokoladenseite, die Überfahrt nach Dänemark war tagsüber sonnig, die Nachtfahrt unter Segeln sommerlich mild und angenehm. Am Morgen des sechsten August sichteten wir die Nordspitze Dänemarks. Um nach Skagen zu gelangen, waren nach Seglerart aber noch etliche Kreuzschläge nötig, willkommene Gelegenheit, die Mitsegler mit dem Wendemanöver vertraut zu machen. So dauerte es bis nach neunzehn Uhr, daß wir unser Schiff im Fischereihafen fest machen konnten.
Der siebte August stand für die Mitsegler im Zeichen der Landausflüge, während die Stammbesatzung kleinere Reparaturen erledigte. Rainer Bühling führte die größere Gruppe der Radfahrer auf Radwegen zur nördlichsten Landzunge, wo sich Kattegat und Skagerrak vereinigen. Der letzte Kilometer wurde am Strand zu Fuß zurückgelegt. Auch der stattliche Leuchtturm Skagen wurde bestiegen, von dem sich ein grandioser Rundblick auf die See und den Schiffsverkehr bot. Eine kleine Gruppe besuchte unter Führung von Anne Fleck das Skagen Museum, das unter anderem eine Sonderschau zum hundertjährigen Bestehen des Hafens, ehemals eines der größten Fischereihäfen Dänemarks, bot.
Am Morgen war die ALBATROS, ein weiteres Clipperschiff, welches wir schon in Smögen getroffen hatten, bei uns längsseit gegangen. Am Abend ergab sich ein gemeinsames Singen an Deck, wobei Steuermann Fred Dobrinkat, zu Hause Leiter eines Shanty-Chors, seiner Rolle voll gerecht wurde. Auch die Passanten an Land hatten ihre Freude an den Vorträgen.
Am 8. August hieß es nach dem Start um vier Uhr früh „Südwärts unter allen Segeln“, unterwegs nach Grenå war bei leichten Winden Gelegenheit für eine „Foto-Safari“, die Jugendlichen konnten vom Beiboot aus ihr Schiff unter vollen Segeln betrachten und fotografieren. Der Morgen des 9.8. empfing uns mit Nebel, mit Radarfahrt wurde deshalb ein Ankerplatz unter der Küste und außerhalb der Schiffahrtswege aufgesucht. Am späten Vormittag besserte sich die Sicht und wir konnten nach Grenå einsteuern. Betreuer Rainer führte die Jugendlichen durch das Kattegat Center, einem weithin bekannten Aquarium mit einheimischen und tropischen Meeresbewohnern.
Am 10.8. erneuter Start in aller Frühe, günstige Winde nutzend kamen wir unserem Endhafen zügig näher und durch eine Winddrehung konnte schließlich bis Århus gesegelt werden, wo wir in Sichtweite des Hafens um 20.45 auf Reede zu Anker gingen. Unterwegs hatte es bereits das Captains Dinner gegeben, nun folgte noch ein gemütlicher Abschlußabend mit „Lumumba“ – streng nach Lebensalter mit oder ohne Rum- und der unvermeidlichen „Eisbärjägerprüfung“, einer Denksportaufgabe. Dienst blieb aber auch jetzt noch Dienst, bis zum Morgen wurde nach altem Seemansbrauch umschichtig Ankerwache gegangen.
Am Morgen des letzten Tages kam Shantyman Fred noch einmal zum Einsatz, als die Mitsegler den Anker mit dem Gangspill hievten, jener altertümlichen Winde, die schon die Matrosen des 19. Jahrhunderts zu Seemannsweisen bedienten. Um 10.00 früh waren wir neben der ALBATROS in Århus fest, die Reise 2389 war zu Ende.
Riedering, 18.8.2007