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second mate
23.02.2008, 22:19
Damm/Irminger/Schultz/Wand
Sporthochseeschifferschein
Übungen und Aufgaben Sporthochseeschifferschein
Verlag Delius Klasing & Co. Bielefeld 2006, 255 bzw. 139 Seiten, Preis Euro 34.90 bzw. Euro 19.90

Dieser bereits gut bekannte Titel ist inklusive Übungs-Beiheft von einem neuen Autorenteam aktualisiert worden. Anlaß hierzu gab die Änderung der Durchführungsrichtlinien zur Prüfung zum Sporthochseeschifferschein, in Kraft getreten am 1. Januar 2006.
Der erste Hauptabschnitt „Navigation“ beginnt, („schon wieder“ wird der Sportseeschiffer sagen), mit der terrestrischen Navigation: Rechnerisches Koppeln, Besteckrechnung nach Mittelbreite bzw. vergrößerter Breite, Großkreisnavigation. Breiter gefasst sind die anschließenden Kapitel astronomische und elektronische Navigation. Grundlagen wie Sternenkunde, astronomisch-sphärisches Grunddreieck, der Sextant und dessen Handhabung sind voran gestellt, bevor es an die eigentliche Ortsbestimmung aus zwei Höhen mit und ohne Versegelung sowie die astronomische Kompasskontrolle geht. Viel elektronische Navigation schließt sich daran an, kein Wunder, wenn man die Fortschritte auf dem Gebiet von GPS, RADAR und der elektronischen Seekarte und deren Eingang in den Yachtsport bedenkt. Berücksichtigt ist auch das AIS-Verfahren, da nun auch für Sportboote entsprechende Transponder zur Verfügung stehen. Gestrichen wurden allerdings nun endgültig die Hyperbelverfahren.
Ein ziemlich dicker Brocken in der Sporthochseeschifferprüfung ist das Schiffahrtsrecht. Es bleibt dem Prüfling dabei nicht erspart, sich die KVR und die Seeschiffahrtsstraßenordnung noch einmal zu Gemüte zu führen. Grundkenntnisse werden auch auf folgenden juristischen Gebieten verlangt: Seeunfalluntersuchung, Umweltrecht, internationale Seerechtsüberein-kommen, Drogenhandel, Einschleicher, Piraterie, Terrorismus und die rechtliche Seite des GMDSS.
Hauptabschnitt Nummer drei, Wetterkunde, wird eröffnet mit dem planetarischen Windsystem und umfasst außerdem Informationen über Meeresströme und tropische Wirbelstürme. Er schließt mit der Beschaffung von Seewetterinformationen und einem summarischen Beitrag zur meteorologischen Navigation.
Der Wissensstoff ist in diesem Lehrbuch übersichtlich gegliedert und wird didaktisch gut dargeboten. Die Abbildungen des Bandes zielen auf Wissensvermittlung, gottseidank vermieden wird die in Fachbüchern heute häufig anzutreffende Unsitte, die Titel mit sachlich nichtssagenden, rein illustrativen Lückenfüllern aus den Yachtfotoarchiven vollzupacken.
Ob es ratsam ist, sich auf die Prüfung im Selbststudium vorzubereiten, will sorgfältig überlegt sein. Nach Meinung des Rezensenten ist dies nur etwas für intellektuelle Überflieger, oder solche, die bereits reichlich Erfahrung aus der Praxis mitbringen. Dem Autodidakten ist in jedem Falle das oben angezeigte Heft „Übungen und Aufgaben“ wärmstens zu empfehlen, das eine Fülle von Lernbeispielen mit den jeweiligen Lösungen zu allen Prüfungsbereichen bereithält.

Hierzu außerdem erschienen und in der Prüfung obligat:
Begeleitheft. Hilfsmittel für die Ausbildung und Prüfung zum Sportseeschifferschein und Sporthochseeschifferschein Ausgabe 2007, DSV-Verlag . Euro: 19.90
Da der Sporthochseeschifferschein als Nachweis der nautischen Qualifikation für weltweite Fahrt gilt, muß mit internationalen nautischen Publikationen gearbeitet werden. Daher wurden Auszüge sowohl aus den britischen Gezeitentafeln (Admiralty Tide Tables) als auch aus dem britischen Leuchtfeuerverzeichnis für den Englischen Kanal (Admiralty List of Lights-NP 74) aufgenommen.
Das Begleitheft wird in den nächsten Jahren zur Prüfung verwendet. Es ist erstellt worden, um den Kauf umfangreicher Fachliteratur zu ersparen und damit die Kosten für Ausbildung und Prüfung zu senken. In der Prüfung wird die damit korrespondierende britische Seekarte 2656 (English Channel Central Part) verwendet. Das Begeleitheft enthält zum Arbeiten in der Karte sowie zum Lösen von Gezeitenaufgaben und von astronomischen Aufgaben Auszüge aus nautischen Veröffentlichungen des Jahres 2005 des britischen Hydrographic Office und des Bundesamtes für Seeschiffahrt und Hydrographie sowie eine Steuertafel mit zugehörigem Ablenkungsdiagramm.
Die Handhabung der Admiralty Tide Tables wird in einem besonderen Abschnitt ausführlich beschrieben. Mit aufgenommen sind weiterhin rechnerische und zeichnerische Lösungen von Musteraufgaben.
Wolfgang Bühling