Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sicherheitshäfen
Puddingheinz
19.10.2004, 13:02
Auf meinem letzten Törn gab es große Probleme in den jeweiligen
Dänischen Häfen, ZB Asens, die zu sogenannten Sicherheitshäfen
benannt wurden. So wie ich das mitbekommen habe werden bald alle Häfen im Dänischen Seegebiet zu Sicherheitshäfen werden.
Was gedenkt Clipper zu tun um dem Internationalen Recht zu entsprechen. Werden dann keine Häfen mehr angelaufen?
Martin P
19.10.2004, 13:56
Was genau ist mit Sicherheitshäfen gemeint :?:
Ich hab das mal gegooglet und das einzige was ich dazu gefunden habe war das dort "leckgeschlagene Öltanker hin geschleppt werden könnten" und das "in denen kein Güterumschlag stattfindet". Was spricht hier dagegen das Clipper Schiffe einen solchen Hafen anlaufen :?:
Gruß
Martin
Puddingheinz
19.10.2004, 14:34
Wen ich mich nicht täusche handelt es sich dabei eher um die Umsetzung
von Sicherheitsmasnahmen die ein jedes Schiff haben muss wenn es in einen Ausländischen Hafen einläuft. Hierbei geht es wohl eher um die internationale oder nationale Sicherheit im bezug auf Terorismus.
( Wenn einer der Administratoren mich verbesern möchte dann gerne )
Es soll wohl ein höherer Sicherheitsstandart in den Häfen eingeführt werden. Sprich wenn man diesen Sicherheitsstandarts nicht entspricht darf man nicht an die Pier.
Und du meinst die Clipperschiffe entsprechen nicht dem Sicherheitsstandart bzw koennen nicht wenn auf den neusten Stand gebracht werden?!
Also wenn das Maßnahmen gegen Terrorismus sein sollen, dann müsste das ja eher was mit der Kontrolle der Besatzungsmitglieder zu tun haben als mit den Sicherheitsstandards der Schiffe. Aber wie wollen die sowas machen? Lassen die nur noch Schiffe an die Pier, die nen Politoffizier an Bord haben, der die Besatzungsmitglieder überwacht, so wie früher in der SU?!?!?
Ich hab ja eher so die Vermutung, dass Martin mit seinen Öltankern näher an der Wahrheit liegt...
naja, heiße Hase, weiß von nichts.....
verwirrte Grüße,
Niklas
OKAY, hab mal meinen dad interviewt... also folgendes:
Schutz- und Sicherheitshäfen
Das sind solche Häfen, die Schiffe bei schlechter Witterung, Sturm, etc. anlaufen können. Der große Außenhafen von Helgoland ist zum Beispiel einer.
Not- und Schlepphäfen
Das ist ein Konzept der Bundesregierung, das aktuell in der Diskussion und noch nicht verabschiedet ist. Es geht dabei um Häfen, die speziell darauf vorbeireitet werden, im Notfall Öltanker und sonstige Gefahrguttransporter aufzunehmen, ohne dass diese lange mit der Hafenverwaltung diskutieren müssen.
Was jetzt den Terror angeht, da lautet das Stichwort, nach dem man auch gerne Google bemühen kann, "ISPS-Code".
"Neue gesetzliche Anforderungen aus dem International Ship and Port Facility Security Code (ISPS-Code) der International Maritime Organization (IMO) beinhalten eine Vielzahl international verbindlicher Maßnahmen zur Verbesserung der Hafensicherheit gegen Terrorakte. [...]"
für diejenigen, die sich eingehender damit beschäftigen möchten: www.imo.org
Puddingheinz
19.10.2004, 21:17
Danke Nicki.
Deine ausführungen sind deutlich prezieser als meine.
Trotzdem weis ich nicht wie clipper diese anforderungen erfüllen will
Unser Kapitän hätte fast solche Probleme in Asens bekommen.
tjaaa, wie genau die Bestimmungen für Schiffe und Besatzung laut ISPS-Code sind und wie Clipper dazu steht, weiß ich leider nicht. Da müssen wir auf einen warten, der Ahnung hat...g
ich hab sie leider nicht, aber wäre doch echt schade, wenn clipper solche schönen häfen wie nyborg nimma mehr anlaufen könnte....
aber so is halt nun mal die internationale politik...
Jou, da sprichst du wohl ein wahres Wort!
Aber ich denke, dass sich da eine Lösung finden lässt. Soooo furchtbar viele Terroristen gibt es ja auf Clipperschiffen eigentlich nicht. Und die Anschläge, bei denen Clipperschiffe von Selbstmördern als Sprengstofftransporter genutzt werden, häufen sich ja auch nicht gerade... :wink:
ooch niki, was für ein entry...tzzz ^^
entry= eintrag/beitrag....
da ich nun mal auf vielen englischen boards aktiv bin, kennsch eigtl nur das englische wort dafür...hoffe sowieso, dass das kein problm darstellt, wennsch hier ab und zu mal mit fachchinesisch -englisch um mich werfe...
jaaaaa ne, das war mir dann irgendwie auch schon klar, was "entry" heißt.
meine frage sollte vielleicht eher lauten:
worauf bezieht sich dein kritisch wirkender entry
ooch niki, was für ein entry...tzzz ^^ ?
wenn ich "was für'n ding?" frage, ist das in meinem allgemeinen sprachgebrauch mit "wat wisste?" oder "wo?" oder "HÄÄÄÄ?" gleichbedeutend....;-) aber tut mir leid, konntest du nicht wissen. ich werd versuchen in zukunft präziser zu sein...lol
Puddingheinz
21.10.2004, 17:18
Hallo Hannes
Du sagst Internationale Politik.
Ich glaube das dieses Sicherheitsdenken (Angsthasengehabe, Feigling lass mich hinter den Baum meinung )
eher von den Amerikanern gesteuert ist. Du wirst das bestimmt kennen
" Der Ami sagt komm und folge mir und alle tun das ". Man will es sich ja nicht verscherzen ... :roll:
ja... du hast recht, aber ich meinte damit auch indirekt die amerikaner...die ja nun mal die internationale politik bestimmen, da europa zu viel schiß und zu wenig rückgrat besitzt, das heft in die hand zu nehmen!!!!
schade eigtl, denn ich denke das potenzial auch militärisch is da!!! man beachte alleine, was die franzosen, engländer etc an arsenalen aufbieten können... zu etc zähle ich auch die BRD...auch wenn mans kaum glauben mag, ham wir eine der modernsten armeen der welt...
(bei nichtrichtigkeit einer der obigen aussagen, bitte korrigieren!!!)
Ahoi,
Europa könnte schon das "Heft in die Hand nehmen", das Problem besteht nur in der EG,Eu und den verschiedenen Regierungen, dafür haben wir hier zuvile Links- und Rechtsregierungen....UNd bei der EU und der EG ist das Problem, jeder hat was zusagen und alle wollen mitreden und am Ende kommen nur auf deutsch gesagt, scheiß Kompromisse heraus....Aber ich denke mal in Zukunft, wenn man die vorherige SPIEGEL-Ausgabe über China gelesen hat, wird wohl in der Zukunft die Frage sein, Europa unter China oder gegen China und wenn wir Europäer das "mit" China machen dann könnte es vielleicht auch sein, dass Europa sich mal gegen die USA wendet...aber das wird wohl noch 10-20 Jahre dauern, bis wir das wissen.....
LG, der kleine Seebär
Robert Rosner
23.10.2004, 16:11
Hallo miteinander,
wie aus den vorangegangenen Beiträgen schon ersichtlich ist, ist in den Häfen (nicht nur in DK) etwas in Bewegung.
Und wie schon richtig geschrieben dreht es sich dabei um den sogenannten ISPS-Code, eine internationale Übereinkunft darüber, wie nach dem 11. September auch in der Schifffahrt wirksam dem Terrorismus entgegengewirkt werden kann.
Seit dem 1. Juli gelten diese internationalen Abkommen, nach denen die Häfen bestimmte Bedingungen erfüllen müssen. So sind z.B. Hafenanlagen und Handelschiffe mit einer Sicherheitsstufe zertifiziert worden. Kommt nun ein Schiff mit einer bestimmten Zertifizierung in einen Hafen, so muss der Liegeplatz entsprechend zertifiziert sein.. Stimmt beides überein, ist alles o.k., stimmt es nicht, müssen zusätzliche Maßnahmen getroffen werden.
Ein unzertifiziertes Schiff (also auch unsere Clipperschiffe) darf nicht im unmittelbarer Nähe eines zertifizierten Schiffes festmachen, da dadurch ein Sicherheitsrisiko entstehen könnte.
Da insbesondere die Amerikaner darauf achten, dass alle Schiffe, Besatzungen, Passagiere und Güter, die in die USA befördert werden, über einen lückenlosen Sicherheitsnachweis erbringen müssen, wird sich kein Hafen der Welt Schwierigkeiten einhandeln wollen, indem er Ausnahmen zulässt.
Das bedeutet, wie auch ich erfahre musste, dass man nicht mehr davon ausgehen kann, dass wir mit unseren Schiffen einfach in einen Hafen ohne Anmeldung einlaufen können. Es sollen auch schon Häfen total zu sein (Faborg z.B.).
Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben und hatte einen Artikel für die "Gelbe Post" geplant. Leider musste ich erfahren, dass deren künftige Veröffentlichung in Frage gestellt ist.
Wenn jemand weiter fragen hat, stehe ich gerne z.V.
Gruß Ror
günther_bendt
24.10.2004, 00:01
Hallo,
dieser IPSP-Code ist ein Versuch, terroristische Angriffe auf Schiffe und Hafenanlagen durch organisatorische und technische Vorkehrungen zu erschweren oder auszuschließen. Da Terroristen aber schlau sein können und sich als harmlose Reisende oder Besatzungsmitglieder tarnen könnten, müssen aus der Perspektive des ISPS-Codes Terroristen auch unter harmlosen Reisenden oder Besatzungsmitgliedern vermutet werden. Somit werden wir alle als potentielle Terroristen bewertet.
Im Bestreben, den Terrorismus zu bekämpfen, schränkt man daher sicherheitshalber die Freiheit zu Reisen ein. Jeder der dagegen meckert, leistet in den Augen der Terrorabwehr mutwillig dem Terrorismus Vorschub.
Terrorismus ist irrational und völlig gewissenlos, terroristische Aktionen treffen wahllos und ganz gezielt immer Unschuldige. Sie wollen Angst verbreiten und geben den Akteuren das Gefühl von Macht. Aber wenn der Kampf gegen den Terrorismus nur mit Angst statt mit Augenmaß geführt wird, wird er selbst genauso irrational wie der Terrorismus, und dann findet man sich igendwann angeschossen auf einem Kai wieder, weil man von einem eifrigen Antiterrorschützer aus Versehen für einen Terroristen gehalten wurde.
Ein Bekannter von mir arbeitete in der Kantine eines amerikanischen Luftwaffenstützpunkts. Wenn der Nachts von der Arbeit übers Rollfeld zum Parkplatz ging, sang er lauthals deutsche Volkslieder, damit er vom Wachtposten erkannt und nicht aus Versehen erschossen wurde.
Da werden wir nicht nur in Dänischen Häfen vielleicht auch des Nachts bald Clipper-Lieder schmettern müssen. Aber was ist, wenn man das laute Singen erst recht für einen Trick von Terroristen hält?
Vielleicht müssen wir das Sicherheitstrainung bei Beginn des Törns demnächst erweitern.
Sorgenvolle Grüße,
Günther
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