Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gedichte, Sprüche, Zitate oder Geschichten zum Thema Segeln
Christina
04.11.2004, 22:22
Moinsen,
ich bin ein Freund "wässriger" Gedichte und sammel alles was in dieser Richtung mit Segeln und Mee(h)r zu tun hat. Egal ob nun Gedichte in Fersform, oder Zitate aus Büchern, Liedertexte oder was auch immer...
Vielleicht habt ihr ja Lust zu meiner Sammlung etwas beizutragen.
Ich suche zum Beispiel den "beliebten" Weckruf, der morgens so gerne durchs Schiff schallt... "Reise, reise..."!!! Wer kennt den denn komplett???
Ich fang mal hiermit an:
"Das Meer ist so blau wie die Blätter der schönsten Kornblume
und so klar wie das schönste Glas,
aber es ist sehr tief, tiefer als irgendein Ankertau reicht"
aus Andersens Märchen "Die schöne Seejungfrau"
Noch ein paar FAKTEN über dieses faszinierende Medium:
Die Oberfläche der Erde ist zu drei viertel mit Wasser bedeckt. Genau sind es 72,7 Prozent. 96,5 Prozent des Meerwassers ist reines Wasser, in den restlichen 3,5 Prozent gelösten Stoffen sind 41 Elemente nachweisbar. Wir können Atome spalten, aber Meerwasser synthetisch herstellen, das können wir nicht.
Die Durchschnittstiefe des Meeresbodens beträgt 4420 Meter, die durchschnittliche Höhe des Landes nur 840 Meter.
Bin gespannt auf Eure Beiträge!!! :P
\|/
-O- Christina
/|\
S_Frisch
05.11.2004, 01:27
Hi Christina!
Wecksprüche sind klasse und eine der wenigen Dinge, die den Weg von der militärischen Seefahrt in den allgemeinen Seemannsbrauch geschafft haben. Es gibt derer vieler, auf einigen Marineeinheiten gibt es auch immer noch die Tradition, daß sich die Nachtwache jede Nacht einen neuen ausdenken muß..., das erweitert das Repertoire und verkürzt die Hundewache.
Aber hier einige Beispiele:
Die Sonne lacht, die Welt ist rund, der Arsch vom vielen Liegen wund, Reise Reise Aufstehen
Schwing auf das Gatje, hoch das Bein, ein jeder will der Erste sein, Reise Reise Aufstehen
Aufgewacht ihr müden Leiber,
die Pier steht voller nackter Weiber,
doch der Bootsmann hat gelogen,
sie sind noch alle angezogen,
Reise Reise Aufstehen
Für weitere stehe ich gern zur Verfügung (auch wenn die meisten anderen, die ich noch kenne nicht wirklich jugendfrei sind... :-))
Viele Grüße
Steffen
S_Frisch
05.11.2004, 01:34
Hier aber noch eines meiner Lieblingsgedichte zum Thema Meer
(mit Rückenschauereffekt)
Meeresstrand (Theodor Storm)
Ans Haff nun fliegt die Möwe
Und Dämmerung bricht herein,
über die feuchten Watten
spiegelt der Abendschein
Graues Geflügel huschet
neben dem Wasser her,
wie Träume liegen die Inseln
im Nebel auf dem Meer.
Ich höre des gärenden Schlammes
geheimnisvollen Ton,
einsames Vogelrufen -
so war es immer schon.
Noch einmal schauerts leise
Und schweiget dann der Wind,
vernehmlich werden die Stimmen,
die über der Tiefe sind.
Steffen
Christina
05.11.2004, 13:33
Hallo Steffen,
vielen Dank für Deine Beiträge!!! Echt super! Ja die Weckrufe haben schon was!!! :lol:
Schick mir doch gerne noch ein paar!!! Wenn Du die hier nicht reinstellen magst, vielleicht als private Nachricht! ;-)
Aber Theodor Storm ist auch nicht schlecht ;-)
Ich hab hier auch ein paar Sehnsuchtszeilen:
Und ich warte auf den Wind (Siegfried Schreck)
Warten,
immer warten,
so viel Zeit ist schon vertan,
hab ein Boot und hab ein Segel,
und ich habe einen Plan.
Sehnsucht,
ich hab Sehnsucht,
mein Zuhause ist der Strand,
und durch meine Finger rieselt
pausenlos der feine Sand.
Stunde um Stunde,
die nutzlos verrinnt,
und ich warte auf den Wind.
Treiben,
einfach treiben,
wie das Schicksal es bestimmt,
frei auf allen sieben Meeren,
Traum, der nie ein Ende nimmt.
Warten,
immer warten,
welch ein Spiel mit der Geduld,
ich verliere durch mein Zögern,
es ist alles meine Schuld.
Stunde um Stunde,
die nutzlos verrinnt,
und ich warte auf den Wind.
Segel,
du mein Segel,
hängst so schlaff herab vom Mast,
denn aus Stunden wurden Jahre,
deine Farben sind verblasst.
Stunde um Stunde,
die nutzlos verrinnt,
und ich warte auf den Wind.
Wann kommt endlich der nächste Törn!?!...
Liebe Grüße
Hier noch ein englisches Gedicht, das ich sehr schön finde:
Sea-Fever
I must go down to the seas again, to the lonley sea and the sky,
and all I ask is a tall ship and a star to steer her by.
And the wheel's kick and the wind's song and the white sails shaking;
And a gray mist on the sea's face, and a gray dawn breaking.
I must go down to the seas again, for the call of the running tide,
Is a wild call and a clear call, that may not be denied;
And all I ask is a windy day with the white clouds flying.
And the flung spray and the blown spume, and the sea-gulls crying.
I must go down to the seas again, to the vagrant gypsy life.
To the gull's way and the whale's way, where the wind's like a whetted knife;
And all I ask is a merry yarn from a laughing fellow-rover,
And quiet sleep and a sweet dream when the long trick's over.
Moin zusammen,
hätte noch einen Weckruf der auch jugendfrei ist ;-)
Reise Reise aufstehen
ein jeder weck seinen Nebenmann
der Letzte tippt sich selber an
So denn
Jens
Hallo Christina,
na da könnte ich hier ja ne Menge Beiträge leisten. Die würden hier aber wahrscheinlich Seiten füllen! Daher erstmal das was ich besonders schön finde:
Des Menschen Seele gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
zum Himmel steigt es.
Und wieder nieder
zur Erde muss es.
Ewig wechselnd.
Seele des Menschen,
wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
wie gleichst du dem Wind!
Johann Wolfgang von Goethe
....und gleich noch ein Goethe hinterher:
Meeres Stille
Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche ringsumher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.
Johann Wolfgang von Goethe
und dies ist auch nicht schlecht:
Das Schiff
Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen
Wie Sturmwind geflogen.
Voll Jubel ertönt's vom Mast und vom Kiele:
Wir nahen dem Ziele."
Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise:
"Wir segeln im Kreise."
Marie von Ebner-Eschenbach
Viele Grüße Nina
Hallo,
habe hier auch noch ein kleines Zitat gefunden:
Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer!
(Saint-Exupery, franz. Schriftsteller, 1900-1944)
LG, Seebär
Moin!
Hab da auch noch ein nettes Sprüchlein gefunden!
Weiß allerdings nicht von wem es stammt, da ich das hier nur so auf einem Zettel geschmiert liegen habe!
Vielleicht kennt es ja einer von euch und kann mir sagen von wem es stammt.
"Ich muss mich gen Meer wenden, hin zum einsamen Himmel und weiter See, und alles, was ich verlange, ist ein großes Schiff und einen Stern, der es lenkt."
Also denne
Eure Anna
Hi,
auch ein schöner ist dieser hier:
"Das Meer, die großen Ströme, Flüsse und Seen sind in unserer Zeit die einzigen freien Plätze der Welt."
Ernest Hemmingway
d:-> Jan
Metallurge
10.11.2004, 14:20
Eine kleine Korrektur der Schöpfungsgeschichte:
... Sechs Tage lang schuf Gott Himmel und Erde.
Am siebten Tag ging ER segeln. ...
Hallo Anna, der Verfasser dieses Satzes ist John Masefield. Zusätzlich war da Sea Fiever / Seefieber angegeben. Vermutlich das Buch in dem es veröffentlicht wurde.
Viele Grüße Nina
Hey Nina,
vielen Dank für die Auskunft!
Bis dann
Anna
Christina
11.11.2004, 07:41
Wow!!!!
Ich bin begeistert!!! So viele Beiträge in so kurzer Zeit!!! Damit hatte ich nicht gerechnet!!! Wenn das so weitergeht, können wir die vielleicht doch noch in einem Buch veröffentlichen... ;-)
Ich hab hier eins von K.- H. ( Henk ) Wacker
Neptuns - End
Kein Horizont, kein festes Land,
nichts - was versperrt den Blick,
die weite See, hin bis zum Rand,
sich wiegt in einem Stück....
Kein Weg zu seh`n, jedoch ein Ziel,
viel Wasser sich bewegt,
nur in der Nacht drängt ein Gefühl,
das bis zum Herze schlägt....
An manchen Tagen heult der Wind
und baut sich auf zum Sturm,
wer da auf See mit dem Schiff schwimmt,
fühlt sich manch`mal wie Wurm....
Heut` friedlich, morgen wild,
die See droht mit Gewalt,
wer da als Maat nicht pflichterfüllt,
den greift sie sich dann bald....
Die See trägt Freunde, wie auch Feinde,
duldet sie nur mit der Zeit,
doch wer nicht starb, wohl später weinte,
denn dieses Nass birgt sehr viel Leid.....
Wo Nebel winkt von nahen Küsten,
da hört man oft den Glocken Klang,
er tönt und warnt, man soll sich rüsten,
vom Riff entfernt sich halten dann....
Endlos die See, endlose Tiefen,
verborgen jede Not und Pein,
wohl dort schon vielen Opfer schliefen,
die starben meistens ganz allein.....
Wo manches Wrack im Grunde liegend
vom Rost zerfressen und zernagt,
da mancher Schatz sich darin wiegend,
des Menschszugriffs sich versagt....
Viel Ehr, viel Mut die Nässe birgt,
den Freund, wie Feind, der Taten Wort,
doch was auf See versinkt und stirbt,
das bleibt meist drunten - immer - dort....
Die See, das Schicksal von Nationen,
so manches Volk versank darin,
dort kann nur einer - Neptun - wohnen,
Dreizackbewehrt, Reich bis zur Kimm...
M., den 18.1.02
@Nina und Anna: John Masefield hat sehr viele Gedichte zum Thema Seefaht geschrieben. „Sea Fever“ ist wohl das bekannteste Gedicht von ihm (siehe oben im Beitrag von Elena!)
Wenn das so weitergeht, können wir die vielleicht doch noch in einem Buch veröffentlichen... ;-)
Warum eigentlich nicht?!Wär doch evtl mal ne Aktion wert....man könnt ja zb mal in der gelben post sowas anzetteln:jeder clippersegler wer möchte schickt sein/-e lieblingsgedicht/-e .....schwups wird ein buch draus und jeder segler hat büschn dazu beigetragen,dass paar € in die Kasse kommen!g
Ok ok das ist natürlich alles nicht so einfach,aber......war doch schonmal guter Gedankengang oder!? :wink:
ja, joanNa, als erstes mal is das kein schlechter gedanke, aber du musst doch auch bedenken, dass ersma kosten entstehen, bevor man auch nur einen heller wiederbekommt und den erfolg/misserfolg einer solchen geschichte kann acuh niemand voraussehen!!
ich glaube, das risiko is im moment etwas zu hoch...
aber an udn für sich hat das schon was!
Ok ok das ist natürlich alles nicht so einfach,aber......war doch schonmal guter Gedankengang oder!? :wink:
.....bedeutet so viel wie das was du gesagt hast!!!
LG Joanna
Ps:solltest dir die NN in Joanna nach 1 1/2 jahren mal gemerkt haben!;-)
Christina
14.11.2004, 11:53
Es gibt übrigens nicht nur so ernste Gedichte, sondern auch spaßiges wie dieses hier: :wink:
Es lebte mal ein Seekuhkalb
im Meer vor Cap Recife,
das träumte nachts zuweilen alp
und zwar von Corned Beef ...
* * * * *
Seejungfrauen
Ihr seid nur bis zum Nabel Maid
und weiter unten Flunder.
Daß ihr dabei noch Jungfrau`n seid
ist eigentlich kein Wunder!
@Joanna & Hannes: und wo bleiben Eure Gedichte, Sprüche oder was auch immer...??? :?
Ich hab dann nun auch noch was lustiges gefunden von Heinz Erhard:
Der Fischer
(Frei nach Johann Sebastian Goethe)
Das Meer ist angefüllt mit Wasser
und unten ist's besonders tief,
am Strande dieses Meeres saß er,
d.h. er lag, weil er ja schlief.
Und nun nochmal: Am Meere saß er,
d.h. er lag, weil er ja schlief,
und in dem Meer war sehr viel Wasser
und unten war's besonders tief.
Da plötzlich teilen sich die Fluten,
und eine Jungfrau kam herfür,
auf einer Flöte tat sie tuten,
das war kein schöner Zug von ihr.
Dem Fischer ging ihr Lied zu Herzen,
obwohl sie falsche Töne pfoff - - -
man sah ihn in das Wasser sterzen,
dann ging er unter und ersoff.
Viele Grüße Nina
Christina
06.12.2004, 07:46
Moin moin,
herzlich Grüße aus dem Norden! Ich wünsche Euch allen einen schönen Nikolausi ;-)
...und habe hier den passenden Beitrag zu diesem Tag!
Sankt Niklas war ein Seemann
Ich hab` ein Schiff gesehen in einer Winternacht.
Aus Silber war das Segel, aus Gold der Mast gemacht.
Viel` hundert Kerzen brannten, ich sah den Steuermann,
da wußt` ich, dass ich Weihnacht zu Hause feiern kann.
Sankt Niklas war ein Seemann,
er liebte Wind und Meer
und alle Jahr zur Winterzeit
fährt er Millionen Meilen weit
vom Land der Sterne her.
Sankt Niklas war ein Seemann,
wie kaum ein anderer war.
Sankt Nikolaus schützte unser Boot
vor Klippen, Sturm und Feuersnot
und jeglicher Gefahr.
Es wehte vierzehn Tage,
wir fürchteten uns sehr.
Ich stand allein auf Wache,
da legte sich das Meer.
Ich hab` ein Schiff gesehen
und sah den Steuermann,
da wußt` ich,
dass ich Weihnachten zu Hause feiern kann.
(aus einem Lied von Freddy Quinn) :)
Ebson_Valdez
06.12.2004, 08:34
"Wenn Gott gewollt hätte, dass Frauen zur See fahren, dann hätte er das Meer rosa gemacht und nicht blau" :twisted:
dummschwätzer
10.12.2004, 16:20
In meiner Schulzeit ist mir zum Thema See folgendes Gedicht von Theodor Fontane begegnet:
John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
Aus hielt er, bis er das Ufer gewann,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard!"
Die "Schwalbe" fliegt über den Erisee,
Gischt schäumt um den Bug wie Flocken von Schnee,
Von Detroit fliegt sie nach Buffalo -
Die Herzen aber sind frei und froh,
Und die Passagiere mit Kindern und Fraun
Im Dämmerlicht schon das Ufer schaun,
Und plaudernd an John Maynard heran
Tritt alles: "Wie weit noch, Steuermann?"
Der schaut nach vorn und schaut in die Rund':
"Noch dreißig Minuten ... Halbe Stund'."
Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei -
Da klingt's aus dem Schiffsraum her wie Schrei,
"Feuer!" war es, was da klang,
Ein Qualm aus Kajüt' und Luke drang,
Ein Qualm, dann Flammen lichterloh,
Und noch zwanzig Minuten bis Buffalo.
Und die Passagiere, buntgemengt,
Am Bugspriet stehn sie zusammengedrängt,
Am Bugspriet vorn ist noch Luft und Licht,
Am Steuer aber lagert sich's dicht,
Und ein Jammern wird laut: "»Wo sind wir, wo?"
Und noch fünfzehn Minuten bis Buffalo.
Der Zugwind wächst, doch die Qualmwolke steht,
Der Kapitän nach dem Steuer späht,
Er sieht nicht mehr seinen Steuermann,
Aber durchs Sprachrohr fragt er an:
"Noch da, John Maynard?" - "Ja, Herr. Ich bin." -
"Auf den Strand. In die Brandung." - "Ich halte drauf hin."
Und das Schiffsvolk jubelt: "Halt aus! Hallo!"
Und noch zehn Minuten bis Buffalo.
"Noch da, John Maynard?" Und Antwort schallt's
Mit ersterbender Stimme: "Ja, Herr, ich halt's!"
Und in die Brandung, was Klippe, was Stein,
Jagt er die "Schwalbe" mitten hinein;
Soll Rettung kommen, so kommt sie nur so.
Rettung: der Strand von Buffalo.
*
Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt.
Gerettet alle. Nur einer fehlt!
*
Alle Glocken gehn; ihre Töne schwelln
Himmelan aus Kirchen und Kapelln,
Ein Klingen und Läuten, sonst schweigt die Stadt,
Ein Dienst nur, den sie heute hat:
Zehntausend folgen oder mehr,
Und kein Aug' im Zuge, das tränenleer.
Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den Marmorstein
Schreibt die Stadt ihren Dankspruch ein:
"Hier ruht John Maynard. In Qualm und Brand
Hielt er das Steuer fest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Kron',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
Schüpferling
10.12.2004, 18:06
Ehre sei Gott auf dem Meere....
er hat das Meer so weit bestellt
als schönsten Teil der großen Welt
tat damit seine Weisheit kund
damit nicht jeder Lumpenhund
mit denen die Erde so reichlich gesegnet
dem ehrlichen Seemann da draussen begegnet
- Ehre sei Gott auf dem Meere.
Mein Kammerkollege auf unserem Ausbildungsschiff brachte dieses fromme Gebet mit an Bord - "long time ago". Ich weiß nicht ob es überhaupt vollständig ist, weiß auch nicht von wem - aber schön und zutreffend ist es immer noch
Ebson_Valdez
11.12.2004, 08:54
Hallo Schüpferling,
das Gedicht ist wirklich sehr schön. Es ist vollständig. Meist wird es einem unbekannten Fahrensmann zugeschrieben - der Verfasser scheint also nicht überliefert zu sein.
Gruß,
Ebson
Wolfgang Deters
12.12.2004, 22:14
Kohle Feut un norden Wind
gifft'n krusen Büttel un'n lütten Pint.
Karsten Lehmann
15.12.2004, 18:27
Allgemein viele schöne Texte die da zusammen gekommen sind ;-)
Hab da auch was gefunden:
Das Meer kennt kein Mitleid, keine Treue, kein Gesetz, kein Gedenken.
Es ist, als wäre es für menschliche Tugenden zu mächtig und zu groß.
Ist aus
Spiegel der See von Joseph Conrad
hab noch paar andere dinge muss da aber erstmal sondieren ;-)
Gruß Karsten
Christina
21.12.2004, 11:52
@Karsten: Schönes Zitat! Ja, sondier mal noch ein bisschen! Bin gespannt was Du noch so schönes findest!!! :P
@Schüpferling: Diesen schönen Spruch hat unser Kapitän jeden Tag an Bord aufgesagt und am Ende haben wir alle im Chor mit eingestimmt! Dazu gab es auch einen besonders netten Anlass, denn vorher ging unser lieber Käpt´n immer mit einem Grinsen über Deck und rief laut: „BESANSCHOT AN!!!“ :D (...ihr wisst wohl was ich meine...) Schöner Brauch, finde ich!!! ;-)
Hier noch ein charakteristisches Gedicht:
Die See (Bernd Hardy)
Wenn mit ihrem Atemzügen
sich die Dünung senkt und hebt,
und die Winde sie durchpflügen,
dann verspürst du, dass sie lebt.
Wenn die Stürme Shantys geigen ,
Rasmus ausgelassen tollt
Und die Wellen Zähe zeigen,
dann erkennst du, dass sie grollt.
Wenn sie wilde Böen hetzen,
leewärts jagend um die Kimm,
taumelt unter Wolkenfetzen,
dann erlebst du ihren Grimm.
Bist du einst an Land gegangen ,
auf der Suche nach dem Glück,
zieht ein heimliches Verlangen,
dich stets zu ihr zurück.
Liebe Grüße, Christina
Karsten Lehmann
21.12.2004, 15:21
@ Christina: Ich hab wirklich noch was gefunden.
So nimmt das Leben seinen Lauf,
Bootsmann, mach die Klappe auf.
Da liegt er nun in guter Ruh,
Bootsmann, mach die Klappe zu.
(Pfiff): An die Arbeit!
Spruch eines Kapitäns anläßlich einer Seemannsbestattung.
Leider keine ahnung von wann bzw von wem es ist.
Ich habs gefunden in dem Buch
Rolling Home, von Udo Brozio und Manfred Mittelstedt.
Das zweite was ich da noch gefunden hab paßt sogar sehr sehr gut in die momentane Zeit :wink:
Stille Nacht, Heilige Nacht
Mit Wehmut dieses mal durchwacht:
Weiß gelb sinkt die Sonne ins Meer,
Still war die Wüste rings umher.
Die Segel schlagen auf und nieder!
Lieb heiliger Christ gib Wind uns wieder.
Was ist es, das mein Ohr jetzt hört,
Die heilge Ruhe wird gestört.
In der Harmonika quiekender Klang
Mischt sich der Leute brüllender Sang.
Doch was sie im Logis dort gesungen,
Ist an mein Ohr nicht geklungen.
Meine Gedanken sind in der Ferne daheim.
Wie möchte ich so gerne heute dort sein.
Aufgeschrieben durch den Schiffsjungen Franz von Wahlde zu Weihnachten 1885
In diesem Sinne wünsche Ich allen Clipperanern 'n frohes Fest und nen Guten Rutsch in ein neues Jahr. :D
hab auch noch was gefunden, handelt sich um die lyrics von rammstein - seemann, deswegen auch die teils derben textstellen.
Komm in mein Boot
ein Sturm kommt auf
und es wird Nacht
Wo willst du hin
so ganz allein
treibst du davon
Wer hält deine Hand
wenn es dich
nach unten zieht
Wo willst du hin
so uferlos
die kalte See
Komm in mein Boot
der Herbstwind halt
die Segel straff
Jetzt stehst du da an der Laterne
mit Tränen im Gesicht
das Tageslicht fallt auf die Seite
der Herbstwind fegt die Strasse leer
Jetzt stehst du da an der Laterne
hast Tränen im Gesicht
das Abendlicht verjagt die Schatten
die Zeit steht still und es wird Herbst
Komm in mein Boot
die Sehnsucht wird
der Steuermann
Komm in mein Boot
der beste Seemann
war doch ich
Jetzt stehst du da an der Laterne
hast Tränen im Gesicht
das Feuer nimmst du von der Kerze
die Zeit steht still und es wird Herbst
Sie sprachen nur von deiner Mutter
so gnadenlos ist nur die Nacht
am Ende bleib ich doch alleine
die Zeit steht still
und mir ist kalt
Weiß vielleicht jemand den Spruch, mit dem man beim Auslaufen Rasmus opfert? Mir ist nur in Erinnerung, dass er mit "Rasmus, altes Rübenschwein" angeht, und am Schluss, wenn das Opfer vergossen wird, die ganze Mannschaft brüllt "nicht so viel!", wobei man nicht so genau weiß, ob damit der Wind oder der Schnaps gemeint ist :wink:
manfred
Ebson_Valdez
22.12.2004, 11:25
Moin Manfred,
müsste dieser sein:
Rasmus, altes Rübenschwein,
Bring uns Wind und Sonnenschein.
Nicht zu wenig, nicht zu viel,
In der Ferne liegt das Ziel.
Heut’ fahrn wir West und morgen Oost ,
PROST…………..
hier noch welche, die ich in einem anderen Forum entdeckt habe:
Rasmus, altes Ruebenschwein - lass immer faire Winde sein
rasmus du alte rübensau-------mann war ich gestern wieder blau
Rasmus alter Wicht, gib uns Wind, den andren nicht!
Fährst Du Rasmus über´n Haufen, gehst du nachher einen saufen.
Wer Witze über RASMUS mach, der auch schon mal als Dritter lacht.
Wer witze über RASMUS macht, dem schickt er einen Waal zur Yacht.
Rasmus, halte deine Winde im Geschirr - diesen Metaxa opfern wir dafür dir
Gruß,
Ebson
Moin, Ebson,
gibt ja mehr, als ich gedacht habe und das für alle Lebenslagen!
Besten Dank und frohe Weihnachten!
Gruß aus Franken
Manfred
Karsten Lehmann
29.12.2004, 02:22
@ hannes
der text is nett ;-)
hat aber nur vom namen was mit seefahrt zu tun,
denn der song handelt von prostitution
ist wie ich finde wie die meisten rammstein texte sehr sehr tiefsinnig
naja egal
wünsche euch allen nen guten rutsch in n erfolgreiches jahr
;-)
Gruß
Karsten
Diese Zeilen habe ich durch Zufall in dem Buch "Geschichte der Lotsen-Brüderschaften an der Aussenweser und an der Jade" von Günther Spelde, entdeckt:
Die See hält uns zusammen wie ein
starkes Band. Viele Dinge umfassen
nur ein Beiwerk des Lebens, dieses
aber ist unser Leben selbst.
(Josef Conrad, Jugend)
ja ahoi mal wieder,
leider kenne ich die Seefahrt bisher nur aus Urlaubsevents, meiner Liebe zur Musik und aus meiner Begeisterung für den Schiffsmodellbau (hauptsächlich Kutter u.s.w.). Wird sich hoffentlich beim Septembertörn ändern!? Trotzdem hier ein Text, der mir lange nicht aus dem Kopf ging:
Don't mind the rain
nor the rolling sea
The weary night
never worries me.
But the hardest time
in a sailor's day
is to watch the sun
as it dies away.
schön, ne? Gibt noch 5 weitere Strophen, ähnlich schön, zu finden unter "the grey funnel line"
ciao,
Frank
Hab grad in dem Buch "Wenn Rasmus in die Tasten greift" von Bern Hardy gelesen. Und diese Texte kommen dem, was wir alle wohl schon selbst bei Clipper erlebt haben, verdammt nah. Deshalb hier einen Text daraus, der mir super gefällt:
Wo nur die See den Tag bestimmt
Mach dich an Land von den Gesellschaftspossen
mit all ihren Prestigezwängen frei
und komm an Bord! Hier zwischen Spill und Trossen
war noch nie Platz für Wichtigtuerei.
Komm mit mir auf die Brücke und begleite
mich nachts auf meinem Törn von zwölf bis vier,
und blicke schweigend mit hinaus auf's weite
nächtliche Meer. Gib acht, es spricht mit dir!
Lausche dem Zwiegespräch von Wind und Wellen,
den leisen Bordgeräuschen in der Nacht,
und sei beglückt vom ersten, zaghaft hellen
Blänkern der See kurz eh der Tag erwacht.
Begleite mit dem Blick die Wolkentürme,
die sich im Griff der Böen quirlend drehn.
Mach dich vertraut mit dem Gebrüll der Stürme
und mit dem Tanz der windgepeitschten Seen.
Befreunde dich mit Seegang, Wind und Sternen
und geh bei Tag der Deckscrew mit zur Hand.
Erst hier auf See wirst du erkennen lernen,
was sie dir schuldig blieb, die Welt an Land.
Hier lernst du, dich von all dem loszusagen,
was die Gesellschaft dort so wichtig nimmt.
Komm mit! Laß dich von Planken dorthin tragen,
wo nur die Wellen uns die Stunden schlagen,
weil hier die See allein den Tag bestimmt.
von Bern Hardy
und da es so schön war gleich noch ein paar Zeilen hinterher:
Die Letzten
(Gedanken bei der Windjammerparade)
Wenn sie ihre breiten Schwingen entfalten
und ihr weißes Gewölk über See auftaucht,
dann denkt man: so müßte Gott sie erhalten,
obwohl die Menschheit sie längst nicht mehr braucht.
Trotz Wachstumsneurose und Fortschrittsdenken
überlebten sie ihre eigene Zeit
schon ein paar Jahrzehnte, nd sie lenken
die Blicke auf ihre Vergangenheit.
Wenn sie sich im Nordatlantik-Race messen,
dann stehn ihre Brassen noch immer "tight".
Es ist undenkbar sie je zu vergessen,
die letzten Zeugen der Windjammerzeit.
ebenfalls von Bern Hardy
Karsten Lehmann
23.02.2005, 01:17
Hi zusammen
hab auch mal wieder was aufreiben können
Der fliegende Holländer
Es woget die See, es brauset das Meer,
Hoch türmen sich Wogen auf Wogen
dort aus der Ferne so graus und hehr
Kommt ein schwarzes Schiff gezogen.
Es regt sich auf Deck nicht Maus oder Mann
Es schwimmt auf dem Meere, und nirgends legts an.
Die Sterne des Himmels leuchten so hell
durch Tauwerk, Segel und Masten.
Es segelt bald langsam, es segelt bald schnell,
Als dürft es nicht ruhen, nicht rasten.
Ein Totenkopf in den Segel steht !
Es eilen die Schiffe aus seinem Bereich;
denn sein Anblick bringt Tod und Verderben.
Der mutigste Seemann wird starr und bleich
Und betet, um selig zu sterben.
So schwimmt das Schiff kreuz und quer
Viel hundert Jahre auf dem Meer.
Der fliegende Holländer wird es genannt,
Es ist mit dem Fluche behandet.
Als herrliches Schiff ging es einst aus dem Land
und ist seitdem nicht mehr gelandet.
Th. Fathschild,
Matrose auf der preußischen
Fregatte Thetis (1860/62)
Mfg
Karsten
Ich hab noch ein paar schöne englische Zitate gefunden:
"The sweetest way to me is a ship's upon the sea..."
Rudyard Kipling
"You never enjoy the world aright, till the sea itself floweth in your veins..."
Thomas Traherne
"The season of ships is here... the ocean of hills and hollows has calmed its waves and is clear."
Leonidas of Tarentum
"The ship, a fragment detached from the earth, went on lonely and swift like a small planet."
Joseph Conrad
Viele Grüße Nina
Christina
09.03.2005, 00:07
Hallo alle zusammen,
ich war lange nicht mehr hier im Forum und habe mich gerade über die tollen Beiträge gefreut! :D
@Nina: Besonders gefallen mir Deine Bern Hardy Gedichte!!! (Wollten wir eigentlich noch mal miteinender schnacken???)
@Karsten: weiter so!!! :wink:
Ich hab mal was anderes und zwar ein kleines Zitat. Gerade jetzt in der Winterpause können wir das wohl auch alle gut nachvollziehen:
Der Ruf der See
Da kam mir der Gedanke, ein wenig zur See zu gehen und mir den nassen Teil
der Erde anzuschauen. Das ist so meine Art mir die Grillen zu vertreiben und
den Blutkreislauf zu regeln. Immer wenn ich sehe, wie sich ein verbissener
Zug um meine Lippen einzugraben beginnt, und meine Seele von einem feuchten,
nieselnden November erfüllt ist, wenn ich mich dabei ertappe, wie ich
unfreiwillig vor Sarggeschäften stehen bleibe und hinter jedem mir
begegnenden Leichenzug einhertrotte, besonders aber, wenn meine Schwermut
mich so übermannt, das es starker sittlicher Grundsätze bedarf, um mich
davor zu bewahren, vorsätzlich hinaus auf die Straße zu gehen und den Leuten
der Reihe nach den Hut vom Kopf zu schlagen - dann ist es meines Erachtens
höchste Zeit, so schnell wie möglich auf See zu gehen.
Herman Melville, Moby Dick
LG, Christina
2 Wochen sinds nun noch bis Ostern und ich habe tatsächlich etwas passendes gefunden. Darüber war ich selbst überrascht.
Ostern
Es war daheim auf unserm Meeresdeich;
Ich ließ den Blick am Horizonte gleiten,
Zu mir herüber scholl verheißungsreich
Mit vollem Klang das Osterglockenläuten.
Wie brennend Silber funkelte das Meer,
Die Inseln schwammen auf dem hohen Spiegel,
Die Möwen schossen blendend hin und her,
Eintauchend in die Flut die weißen Flügel.
Im tiefen Kooge bis zum Deichesrand
War sammetgrün die Wiese aufgegangen;
Der Frühling zog prophetisch über Land,
Die Lerchen jauchzten und die Knospen sprangen. -
Entfesselt ist die urgewalt'ge Kraft,
Die Erde quillt, die jungen Säfte tropfen,
Und alles treibt, und alles webt und schafft,
Des Lebens vollste Pulse hör ich klopfen.
Der Flut entsteigt der frische Meeresduft;
Vom Himmel strömt die goldne Sonnenfülle;
Der Frühlingswind geht klingend durch die Luft
Und sprengt im Flug des Schlummers letzte Hülle.
O wehe fort, bis jede Knospe bricht,
Daß endlich uns ein ganzer Sommer werde;
Entfalte dich, du gottgebornes Licht,
Und wanke nicht, du feste Heimaterde! -
Hier stand ich oft, wenn in Novembernacht
Aufgor das Meer zu gischtbestäubten Hügeln,
Wenn in den Lüften war der Sturm erwacht,
Die Deiche peitschend mit den Geierflügeln.
Und jauchzend ließ ich an der festen Wehr
Den Wellenschlag die grimmen Zähne reiben;
Denn machtlos, zischend schoß zurück das Meer -
Das Land ist unser, unser soll es bleiben!
Theodor Storm (1817-1888)
Christina
03.05.2005, 20:23
Hallo ihr Segelbegeisterten,
ich finde hier war nun schon viel zu lange "Funkstille"...
Ich hab hier noch ein nettes kleines Zitat, aus einem Buch was ich gerade gelesen habe. (Das kann ich übrigens nur empfehlen. Ist ein nettes "Märchen" für Erwachsene...)
"Orm und Toke macht es Freude, endlich wieder auf See zu sein; es war, als seien plötzlich die Sorgen von Ihnen abgefallen, die sie auf dem Festland gedrückt hatten. ....."Es geht mir über den Verstand", sagte er, "dass ich mich so lange vom Meer fernhalten konnte. Denn es gibt ja doch nichts besseres als ein gutbemanntes Schiff. ... weit hinaus zu fahren .... und dazu diesen Seegeruch in der Nase haben - das ist des Menschen bestes Los und ein gutes Mittel gegen ALtern und Langeweile. ..." "
aus: "Die Abenteuer des Röde Orm" von Frans G. Bengtsson
Liebe Grüße und ein schönes langes Wochenende (wie sicherlich die Meisten von Euch haben werden...)
Christina
Hab da noch ein Gedicht gefunden, welches hier auf keinen Fall fehlen darf. Oder wisst Ihr wo das Meeresleuchten herkommt? Hier die Erklärung von Friedrich Hebbel:
Meeresleuchten
Aus des Meeres dunklen Tiefen
Stieg die Venus still empor
Als die Nachtigallen riefen
In dem Hain, den sie erkor
Und zum Spiegel, voll Verlangen
Glätteten die Wogen sich
Um ihr Bild noch aufzufangen
Da sie selbst auf ewig wich
Lächelnd gönnte sie dem feuchten
Element den letzten Blick
Davon blieb dem Meer sein Leuchten
Bis auf diesen Tag zurück
Friedrich Hebbel
ChristianB
01.06.2005, 12:11
Einen weiß ich auch noch:
Reise Reise Aufstehen!
Gestern noch in weichen Kissen, heute schon beim Segelhissen.
Reise Reise Aufstehen!
Passt nicht nur auf die Opfer der Presstrupps, die nach einer durchzechten Nacht an Bord eines Seglers aufwachten, sondern auch auf uns Clipperfahrer :lol:
Christian
Wolfgang Deters
11.06.2005, 22:08
Nun, vor Zeiten einmal gab's
einen Käpt'n, namens Labs,
der - wie damals vorgekommen -
seine Frau hat mitgenommen
auf die meisten seiner Reisen,
denn er liebte, gut zu speisen.
Schon am Sonntag sprach er:"Kleines,
koch mir morgen ganz was Feines!"
Und es sagte gleich Frau Labs:
"Paß mal auf, ich glaub' ich hab's."
Aus dem Pökelfaß geschwind,
nahm sie Fleisch von Schwein und Rind,
und vom Eingelegten glatt
Hering, Gurke, Lorbeerblatt,
Zwiegel und auch Rote Rübe
(daß das ganze rötlich bliebe),
schließlich aus dem großen Sack
eine Menge Schiffszwieback;
wässert, kocht und dreht die Menge
durch des Wolfes Lochgezwänge
und serviert den ganzen Paps
aufgekocht dann ihrem Labs.
Einmal zu besonderer Güte
fand Frau Labs noch eine Tüte
Bückling statt der Matjesfische,
die sie ins Gemenge mischte
und verschönt's mit Spiegel-Ei
und 'nem Rollmops auch dabei,
und ein klarer Schluck daneben
macht die Sache glatt und eben,
doch damit er gut verdau's,
sprach sie:"Lieber Labs, nun kau's!"
Klaus Nowak
04.04.2006, 18:36
Du solltest nach einem Buch von Richard Wossidlo suchen.
Er sammelte maritimes Brauchtum.
Da dürftest Du auch bei deiner Suche nach dem morgendlichen Weckruf fündig werden!
Wenn Du weiter nach Makabren suchst: in der Thalia-Buchhandlung liegt zur Zeit ein Buch über das Recht an Bord von Schiffen aus. Da steht so allerlei, aber lies es selbst. Nicht beschrieben ist der abschließende Stich durch die Nase ... bevor es ins feuchte Grab geht!
Maritimes und Hintergründe:
Seemann, Tod und teufel von Helmut hanke, Hinstorffverlag Rostock 1969 liest sich auch ganz gut!
Seemanssprüche auch :
Vorm Wind ist gut segeln, Union Verlag Berlin
Ein alter Käptn hatte in der Kajüte seines 4,5-er Kielschwerters folgenden Spruch hängen:
Gott schütze mich vor Regen und vor Wind, und Menschen, die wie .... sind!(Name eines Ehepaars, das gerne bei ihm schnoorte)
Also, da gibt es viele passende Sprüche.
"Sitze nicht mit dem Hintern in zwei Kähnen!"
Gruß
Klaus
Klaus Nowak
04.04.2006, 18:54
Ich habe nun doch noch das Buch von Wossidlo gefunden.
Er schreibt: (Seite 85/86)
auf den meisten Schiffen war es althergebrachte Sitte "in Gottes Namen" zu wecken oder zu purren, wie es seemännisch heißt. ... "Früher sind se gottesfürchtiger wäst.
Dor hebben se ropen:
Rese, rese, Quartier, in Gottesnaam! "
So lautet der Anfangf des altbekannten Weckrufes. Von ihm sind viele Vrianten erhalten.
Diese Fassung stammt aus Wustr0w (liegt auf dem Fischland / Ostsee, hier war die DDR-Seefahrtsschule!)
Reise, Quartier, du Seemannskind,
Wi hebben goot Wäder und sägeln vör de Wind.
Acht Glasen sünd ut, de Wach is gedaan,
Reise, Quartier, in Gottesnaam.
Klaus Nowak
04.04.2006, 19:09
Wenn es ums Brauchtum geht, findet man absonderliche Schilderungen von Seemannsbräuchen in der neueren Literatur:
Der Ullstein-Verlag brachte in den letzten Wochen heraus:
"Nur das Meer war Zeuge" von Neil Hanson.
Untertitel : "Der Kampf ums Überleben und das Gesetz der See".
Das sind keine Geschichten zum Gute-Nacht-Vorlesen!
Auf 430 Seiten ist das Grauen, Hunger und Durst von Schiffbrüchigen geschildert.
Zuletzt wird gelost ....
Hier ist geschildert, warum Kapitän und Steuerleute ihr NAVI-Wissen für sich behalten und warum die Matrosen, die ein Boot noch rudern können, im Vorteil sind vor den Gästen.
Gut, dass es auf den Clipperschiffen keine Gäste gibt. Es sind alle - außer der Stammbesatzung Deckshand! Alle, also mit gleichen Chancen!
Na denn!
Klaus
Nis Randers
(Otto Ernst, 1862 – 1926)
Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Brandung!
Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut:
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;
Gleich holt sich’s der Abgrund.
Nis Randers lugt – und ohne Hast
Spricht er: „Da hängt noch ein Mann im Mast;
Wir müssen ihn holen.“
Da faßt ihn die Mutter: „Du steigst mir nicht ein!
Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,
Ich will’s, deine Mutter!
Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn;
Drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
Mein Uwe, mein Uwe!“
Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
„Und seine Mutter?“
Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs;
Schon sausen die Ruder.
Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muss es zerschmettern! Nein: es blieb ganz!
Wie lange? Wie lange?
Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer
Die menschenfressenden Rosse daher;
Sie schnauben und schäumen.
Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt!
Eins auf den Nacken des anderen springt
Mit stampfenden Hufen!
Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt!
Was da? Ein Boot, das landwärts hält!
Sie sind es! Sie kommen!
Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt.
Still – ruft da nicht einer? Er schreit’s durch die Hand:
„Sagt Mutter, ’s ist Uwe!“
Goedecke Michels
07.04.2006, 19:24
Ich habe nun doch noch das Buch von Wossidlo gefunden.
Er schreibt: (Seite 85/86)
auf den meisten Schiffen war es althergebrachte Sitte "in Gottes Namen" zu wecken oder zu purren, wie es seemännisch heißt. ... "Früher sind se gottesfürchtiger wäst.
Dor hebben se ropen:
Rese, rese, Quartier, in Gottesnaam! "
So lautet der Anfangf des altbekannten Weckrufes. Von ihm sind viele Vrianten erhalten.
Diese Fassung stammt aus Wustr0w (liegt auf dem Fischland / Ostsee, hier war die DDR-Seefahrtsschule!)
Reise, Quartier, du Seemannskind,
Wi hebben goot Wäder und sägeln vör de Wind.
Acht Glasen sünd ut, de Wach is gedaan,
Reise, Quartier, in Gottesnaam.
Bräuche ändern sich...
So gibt es bei der Marine (als einen unter vielen) zum Beispiel den folgenden Weckruf:
UvD:
Auf, auf, ihr müden Leiber,
die Pier steht voller nackter Weiber!
Antwort:
Der UvD, er hat gelogen;
die sind ja alle angezogen!
Sail ho,
Daniel
P.S.: Nina, ein sehr schönes Gedicht; und wohl nicht ganz unwahr, denn nicht umsonst ist der in Maasholm stationierte Seenotkreuzer nach Nis Randers benannt...
Klaus Nowak
08.04.2006, 10:55
Quelle: Seemann, Tod und Teufel ( Helmut Hanke)
Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch
und über sich Wolken und Sterne!
Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch
mit Herrenblick in die Ferne.
Sie schaukeln kokett in des Schicksals Hand
wie trunkene Schmetterlinge.
Aber sie tragen von Land zu Land
fürsorglich wertvolle Dinge.
Wie das im Winde liegt und sich wiegt
tauwebüberspannt durch die Wogen,
das ist eine Kunst, die friedlich siegt,
und ihr Fleiß ist nicht verlogen.
Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt.
Naturgewordene Planken
sind Segelschiffe. Ihr Anblick erhellt
und weitet unsere Gedanken.
Klaus Nowak
08.04.2006, 11:06
Shanty der Kaphoorner
Quelle: Seemann, Tod und Teufel
Annemarie, Annemarie - vorbie!
Wenn ich vom Lande fahr,
weht mir dein blondes Haar,
seh ich Dich übers Jahr
oder nie,
Westward ho!
Anna Marie, Anna Marie, o mia!
Wenn ich zur Heimat fahr,
weht mir dein schwarzes Haar -
Augen und Anker klar.
Homeward he!
Wenn um Kap Hoorn ich fahr,
hilft mir kein blondes Haar,
hilft mir kein schwarzes Haar.
Ohne dein grünes Haar
sind wir verlassen, verloren,
sind wir verlassen, verloren.
Blanker Hans,
Blanker Hans,
komm zum Tanz!
Klaus Nowak
08.04.2006, 11:16
Schiffe ohne Rum stanken nach Jauche
Dieses Mal von R. Stevenson in der "Schatzinsel" angeführt:
Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Truh
Hojo - und 'ne Buddel voll Rum!
Sauft, und der Teufel sagt Amen dazu.
Hojo - und 'ne Buddel voll Rum.
Auf des toten Manns Kiste die fünfzehn Mann.
Den Rest hat der Teufel und der Suff abgetan.
Zurück kam nur ein einziger Mann.
Mit fünfundsiebzig die Fahrt begann.
P.S.: Nina, ein sehr schönes Gedicht; und wohl nicht ganz unwahr, denn nicht umsonst ist der in Maasholm stationierte Seenotkreuzer nach Nis Randers benannt...
Hallo Daniel,
das ist richtig. Ich habe das Gedicht auf der Homepage der DGZRS gefunden.
Viele Grüße nina
ChristianB
29.07.2006, 18:41
Noch ein Spruch, den ich von nem holländischen Skipper habe:
Das Meer ist idiot:
Ein bischen Wasser, ein Boot
Und etwas später:
Ein Boot und ein bischen Wasser
Das Meer ist idiot:
Das Boot ins Wasser
Und etwas später:
Das Wasser ins Boot
Nach dem ich hier die Gedichte und Reime durch gelesen habe, dachte ich mir da kann ich ohne schlechten Gewissen diesen kleinen reim einstellen.
Wenn auf dem Kiel die Sonne lacht, hat der Segler wohl was falsch gemacht!
edit: ich habe im internet noch ein gleines gedicht gefunden:
Die Liebe ist die Flagge,
Das Leben ist die See,
Das Schicksal ist die Welle,
Der Hafen ist die Eh´,
Die Ehefrau sitzt am Steuer
und lenkt nach ihrer Art,
Der Ehemann schwitzt am Ruder
und zahlt die ganze Fahrt.
LOL !!!
Dragon..
.. das gefällt mir!
LG
Beate
Hallo Freunde ,
da bin ich ja richtig erstaunt , wie viele Leute doch noch ein paar schoene Gedichte kennen ! Als Seemann sind auch mir Bern Hardy , Joseph Conrad und John Masefield nicht ganz unbekannt . Und auch fuer mich war "See Fever" der erste Kontak mit Masefield - danach habe ich mir gleich noch ein ganzes Gedichtbuch von dem bestellt . Masefield und Conrad sind meines Wissens selber einige Jahre zur See gefahren , von daher erklaert sich das in deren Dichtung wiederspiegelnde Fachwissen . Und auch Hardy vermittelt ein aehnliches Gefuehl .
Viel Spasz noch
Moses
Fishheads
11.03.2007, 02:08
merke erst nachdem ich gesagt habe, was ich gesagt habe, was ich gesagt habe
jaja, so ist man.. sagt mal , pokert hier jemand online, wenn ja, wo ??
Hat nichts mit segeln zu tun, aber mit seefahrt:
Element of crime - 4 Stunden vor Elbe 1
Drüben am Horizont verschwindet eine Landschaft
Ein Schnitt in die Brust ist der Abschied, doch diesmal fällt er aus
Ich will mehr für dich sein, als eine Schleusenbekanntschaft
Diesmal, mein Herz, diesmal fährst du mit.
Sieh doch, wie tausende von Möwen nach Abfall gieren
Ein Schritt nur vor uns ist die See, dahinter liegt New York
Ein Schaum sprüht frech zu uns heran, wie von 1000 Bieren
Diesmal, mein Herz, diesmal fährst du mit.
Wird dir auch schlecht, über die Rehling halte ich dich gerne
Ein Ritt auf 1000 Tonnen Stahl fordert seinen Preis
Und alt wie der Mensch ist die Sehnsucht nach der Ferne
Diesmal, mein Herz, diesmal fährst du mit.
Scheiß doch auf die Seemannsromantik
Ein Tritt dem Trottel, der das erfunden hat
Niemand ist gern alleine mitten im Atlantik
Diesmal, mein Herz, diesmal fährst du mit.
....hat auch nix ´mit Segeln zu tun, aber mit Seefahrt......Hein Mehrckens hat auf seiner Seewache immer Limericks geschmiedet, long time ago...
dieser passt zu Elenas Text:
Da war mal
ein Kochsmaat
aus Bremen
der wollt
seine Tante
mitnehmen
Doch der Käptn
erkannte
das
war nicht
die Tante
und sagte:
Du sollst dich was
schämen!
second mate
07.05.2007, 20:11
Ein Knabe aus Tehuhantepec,
der lief auf der Bahn seiner Tante weg.
Sie lief hinterher,
denn sie liebte ihn sehr
und außerdem trug er ihr Handgepäck.
second
Hallo, ich hab auch noch eine kurze Passage aus einem Buch (Stella termogen von utta Danella)
"Jene Schiffe, welche verließen denselben Hafen, einem unbekannten Geschick entgegen, haben sie sich voneinander entfernt?"
Svenja
second mate
25.05.2007, 10:39
Nachdem Uta Sanella mit der obigen Aufgabe auf der Seefahrtsschule im Fach Navigation durchgefallen war, entschloß sie sich, Schriftstellerin zu werden. Vgl. hierzu Feuchtwanger, Karl, Lesefutter für die Großmutter. Die Trivialliteratur im ausgehenden 20. Jahrhundert, Frankfurt 1998.
segondo
Seeziege
29.08.2007, 06:19
Moin Anna,
falls du es nicht schon rausgefunden hast:
Der Satz stammt von John Masefield aus dem Buch Sea-Fever
Rainer
vBulletin® v3.7.0, Copyright ©2000-2008, Jelsoft Enterprises Ltd.