Törn-Nr. 3918
Schiff: Johann Smidt
Beginn: 19.04.2026
Ende: 26.04.2026
Verfasser: „Blendax“, Hans-Henrich Blendermann
Starthafen: Scheveningen
Zielhafen: Kiel / Werft
Route: Scheveningen – Nord-Ostsee-Kanal – Eckernförde – Kiel
Pünktlich um 11 Uhr lief die Johann Smidt in den Hafen von Scheveningen ein.
Nach langer Reise trafen die Teilnehmer des Ocean College wieder zu Hause ein. Was für ein Wiedersehen! Bis in den frühen Nachmittag hinein dauerte das Abschiednehmen voneinander und die Begrüßung der Eltern, Großeltern und Geschwister. Anschließend erfolgte die Übernahme des Schiffes durch die Crew der Überführungsreise. Proviant wurde übernommen und noch schnell Getränke gebunkert. Für das Verlassen des Hafens war es bereits sehr spät, sodass dieses für den nächsten Morgen geplant wurde.
Rein in die Nordsee, anfangs noch mit dem richtigen Wind, später dann kam der Wind jedoch aus der falschen Richtung. Bei Nordostwind wurde es schwieriger, also erst einmal nordwärts in Richtung Doggerbank segeln. Leichter gesagt als getan. Es baute sich ein hoher Schwell auf. Die Johann Smidt wurde hin und her geworfen und kämpfte sich eisern durch die Wellen. Einige Gesichter färbten sich schon grün, sodass wir hofften, schnell voran und in seichtere See zu kommen. Das war am nächsten Tag der Fall. Damit gab es für unseren prima Koch Frank auch wieder mehr zu tun.
Das nördliche Verkehrstrennungsgebiet lag vor uns und wir sortierten uns hier ein, Richtung Elbmündung. Vorbei an den ankerliegenden Container- und Bulkerriesen. Dann nachts in die Elbe. Tiefwasserbeschränkte Containerklötze kamen uns entgegen. Mittläufer drängten uns von achtern aus dem Tonnenstrich. Kapitän Carsten war angespannt, behielt aber routiniert die Ruhe. Dann zur Einfahrt in den Kiel-Kanal. Alles klappte. Lotse an Bord. Alle entspannten langsam und der eine oder andere nahm erst einmal eine Mütze voll Schlaf.
In der Ostsee angekommen, hieß es: „Heiß die Segel!“ Bis Kronsgaard, nördlich von Olpenitz, kamen wir am Abend. Dann hieß es: „Lass fallen Steuerbordanker!“ Die Ankerwachen wurden eingeteilt und es folgte eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen wieder Segel hoch und dann folgte unser erster Landgang dieser Reise. Einlaufen Eckernförde. Anlegen vor der Albatros.
Dann zuerst die Arbeit, soll heißen Schwarzwasserabgabe, dann das Vergnügen. Essen gehen, denn unsere gute Seele, unser Koch Frank, sollte auch mal frei haben. Danach kam das Highlight unserer Reise. Alle rein in die Kneipe „Nordkap“. Justus mit seinem Schifferklavier und Mattis mit seiner Klampfe. Wirtin Ramona war einverstanden, dass wir Musik machten. Hier hingen nicht nur Seefahrtsbilder und Rettungsringe an der Wand – auch die Stammgäste sorgten für eine urige, herzliche Atmosphäre, in der sich der ganze Laden anstecken ließ und kräftig mitsang.
Es war eine erlebnisreiche, kameradschaftliche und überaus lustige Reise, die wir alle miteinander verbracht haben und zu der jeder Einzelne seinen Beitrag geleistet hat. Ich hoffe, dass es nicht zu pathetisch klingt, wenn uns das alle mit Dankbarkeit und Stolz erfüllt.
Verfasst von Blendax, Hans-Henrich Blendermann





